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Konjunkturumfrage April (I) – Schattenrat zum Euro-Rekord

29. April 2007

Wie gefährlich ist der Euro-Höhenflug? Wie weit geht er noch? Darauf haben die Ökonomen unseres Konjunkturschattenrats  geantwortet. Hier ist der  erste Teil der April-Umfrage unter den besten deutschen Chefökonomen und Konjunkturchefs.

*Wie hoch ist das Risiko eines Dollar-Absturzes, bei dem der Euro auf Niveaus über 1,50 $ steigen würde?

Wie hoch ist das Risiko eines Dollar – Absturzes auf über 1,50 $ zum Euro?
(Durchschnittliche Erwartung)
15%
(Spanne 5-60 %)

Trotz des rasanten Euro-Anstiegs der vergangenen Wochen setzen die 15 befragten Konjunkturexperten des FTD-Schattenrats fast ausnahmslos darauf, dass sich dieser Trend nicht abrupt beschleunigt. Im Durchschnitt veranschlagen die Ökonomen das Risiko eines Euro-Anstiegs auf mehr als 1,50 $ mit gerade einmal 15 Prozent.

Am geringsten wird die Gefahr mit gerade 5 Prozent dabei von IWH-Konjunkturchef Udo Ludwig und dem Chefökonomen von Union Investment, David Milleker, veranschlagt. Nur zwei der 15 Befragten rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 oder mehr Prozent damit, dass der Dollar einen so eindrucksvollen Absturz erleben wird: Gustav Horn vom IMK-Institut und BHF-Chefvolkswirt Uwe Angenendt.

Immerhin hätte der Euro dann gegenüber dem Dollar seit vergangenem Oktober um ein Fünftel aufgewertet.

*Bei welchem Euro-Kurs zum Dollar wäre spürbar negative Folgen für den Aufschwung zu erwarten?

Bei welchem Euro-Kurs zum Dollar wären negative Folgen für den Aufschwung in Deutschland zu erwarten?
(Durchschnittliche Erwartung)
a) bereits jetzt 6,7%
b) ab 1,40 $ 66,7%
c) ab 1,50$ 26,7%

Noch geben sich die Topökonomen relativ gelassen. Das aktuelle Euro-Niveau hält nur einer der Befragten für so problematisch, dass der Aufschwung dadurch bald nennenswert beeinträchtigt werde. Dieser Auffassung ist IMK-Direktor Horn. Zwei Drittel der Chefökonomen und Konjunkturchefs geben sich davon überzeugt, dass das kritische Niveau erst bei 1,40 $ erreicht wird – was allerdings auch nur noch ein paar wenige Cent von dem Niveau entfernt ist, das die Währung schon am Freitag mit gut 1,36 $ erreichte.

Immerhin gut jeder vierte Experte des Schattenrats (26,7%) hält den Aufschwung für so solide, dass wirklich negative Aufwertungsfolgen erst dann zu erwarten seien, wenn der Euro über 1,50$ steigt.

Nach Einschätzung von Goldman-Sachs-Ökonom Dirk Schumacher muss ein Kurs von 1,40$ kein Drama sein, weil diese Wettbewerbsverschlechterung an anderer Stelle ausgeglichen werden dürfte: durch eine entsprechende Abwertung des Euro vor allem gegenüber asiatischen Währungen, wie sie von den GS-Experten erwartet wird. Entscheidend sei am Ende der gewichtete Außenwert gegenüber allen wichtigen Währungen.

Für diese Umfrage wurden vom 24. bis 27. April die Chefökonomen und Konjunkturchefs des Konjunkturschattenrats im WirtschaftsWunder befragt. Geantwortet haben 15 Experten. Einen zweiten Teil der Mai-Umfrage werden wir an dieser Stelle am Dienstag auswerten, der dritte Teil folgt Mittwoch.

 
 

 

 

 
         

 

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