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Hoher Anspruch – Lösungen für die globalen Probleme aus der schleswig-holsteinischen Provinz

3. September 2008

Auf dem Global Economic Symposium, ausgerichtet vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), geht es nicht nur ums Diskutieren wie sonst üblich bei ähnlichen Treffen von Politikern und Wissenschaftlern. Das IfW hat die Meßlatte höher gelegt. Lesen Sie weiter erste Eindrücke aus Plön und über die Eröffnungsveranstaltung.
Das Global Economic Symposium (GES) ist ein Ereignis im kleinen Städtchen Plön, gelegen auf dem Land zwischen Lübeck und Kiel. Der Taxifahrer, der mich und zwei weitere GES-Teilnehmer vom Bahnhof zum Schloss fährt, in dem das Treffen stattfindet, reckt mir die hiesige Regionalzeitung entgegen; den „Ostholsteiner Anzeiger“. Der titelt am Mittwoch auf der ersten Seite: „Gipfeltreffen in Plön für globale Lösungen“. Und berichtet weiter: „Plön rückt heute für drei Tage ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit.“

Tatsächlich soll hier im Schloss Plön vom 3. bis 5. September über zentrale Menschheitsfragen der Zukunft gesprochen werden; von der Beseitigung des Hungers über Gesundheitsversorgung für alle bis hin zu einer sicheren Energieversorgung.

Eine illustre Gesellschaft hat sich im weißen Schloss hoch über dem Plöner See versammelt. Insgesamt 300 Politiker, Wissenschaftler (darunter Wirtschaftsnobelpreisträger wie George Akerlof, Edmund Phelps und Robert Mundell), Unternehmer und Journalisten kommen in dem Bauwerk aus dem 30-jährigen Krieg zusammen, das im Stil von Renaissance und Barock erbaut wurde und seit einigen Jahren wieder im alten Glanz erstrahlt. Bei der Eröffnungsveranstaltung reichen die etwa 80 Sitzplätze im prunkvollen Saal nicht aus, Anzugträger stehen in den Fensternischen und im hinteren Teil des Saales. Dennis Snower, der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Initiator der Veranstaltung, begrüßt die Gäste in englischer Sprache. Einen Extra-Gruß hat er für Altbundeskanzler Helmut Schmidt übrig, der als Ehrengast in der ersten Reihe sitzt. Anschließend spielen vier junge Frauen und ein Mann – sie gehören zum Schleswig-Holstein Music Festival Orchestra – ziemlich avantgardistische Musik auf Blasinstrumenten. Flöte,  Fagott, Oboe, Horn.

Günther Fielmann, der Optikerketten-Eigentümer und Schloss-Hausherr, erzählt die Geschichte dieses Ortes. Und dann sagt er: „Die Menschen wünschen sich fundierte Antworten auf die Herausforderungen dieser Zeit.“ Er hoffe, diese Antworten können die Anwesenden in den kommenden Tagen geben. Zuversichtlich gibt sich auch Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein: „Das Global Economic Symposium will ein Leuchtturm sein, der Orientierung gibt.“

Konkreter wird dann Snower. Er malt in fulminanten Worten den Widerspruch zwischen der Integration der weltweiten Wirtschaft und der fortschreitenden Fragmentierung der Weltgesellschaft. Und diagnostiziert eine „globale Sklerose“: Darunter versteht er die derzeitige Unfähigkeit der Menschen, globale Probleme zu lösen, etwa den Klimawandel oder die Armut. „Weltweite Zusammenarbeit ist absolut notwendig“, lautet sein Rezept. Nun gehe es darum, das Zeitalter der Globalisierung mit der Ära der globalen Kooperation zu vollenden. „Das Global Economic Symposium will neue Wege der weltweiten Zusammenarbeit finden“, hofft er. Und formuliert seinen Anspruch an die kommenden Tage so: „Die unterschiedlichen Panel-Sitzungen sind keine Diskussionsforen, sie sind Lösungsforen.“

Auch die Teilnehmer haben ihre Erwartungen an das GES. „Wichtig ist, dass über die Probleme gesprochen wird“, sagt eine Frau nach der Eröffnungsveranstaltung. „Ob sich was ändert, kann man vorher nicht sagen. Aber wir müssen es probieren.“

Von Ulrike Heike Müller

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