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Der Klima-Club

25. September 2008

Was kommt nach dem Kyoto-Protokoll? Züricher Forscher haben sich ein “Globales Rückerstattungssystem” ausgedacht. Die Länder müssen eine Beitrittsgebühr zahlen und kriegen dann Geld zurück für die Einsparung von Treibhausgasen. Wie diese Art “Klima-Club” genau funktionieren soll, lesen sie hier. 

Wie kriegen wir die Länder dieser Welt dazu, dauerhaft ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren? Ralph Winkler und Hans Gersbach von der ETH Zürich wollen das ein bißchen so machen wie ein Besitzer eines teuren Nachtclubs. Man fordere eine so hohe Eintrittsgebühr, dass die Leute die ganze Nacht im Club bleiben, um möglichst viel vom teuren Eintritt zu haben. Denn die Gebühr gibts nicht zurück beim Verlassen des Clubs.

So wollen auch die Züricher Forscher die Länder an den Klima-Club, das “Globales Rückerstattungssystem”, binden. Die Länder zahlen beim Beitritt eine hohe Summe in den Fond ein. In jeder neuen Periode legt der Fond einen Anteil fest, der an die Länder ausgeschüttet wird. Je nachdem, wieviel Treibhausgase die einzelnen Länder eingespart haben, kriegen sie etwas von der Auschüttung ab.

Die Eintrittsgebühr muss ausreichend hoch sein, damit keiner wieder austritt, so Ralph Winkler. Aber da gibt es auch schon das erste Problem: einige Entwicklungsländer werden sich die hohe Eintrittsgebühr nicht leisten können und so außen vor bleiben.

Ein weiteres Problem findet sich in der Literatur der Spieltheorie: Demnach kommen Koalitionen zwischen mehr als vier Teilnehmern gar nicht erst zustande. “Free-Riding”, also alleine zu handeln, sei bei mehr als vier Ländern immer besser, als einem Abkommen beizutreten.

Das System der Züricher Forscher hindert die Länder vielleicht daran, wieder auszutreten und sorgt so für ein dauerhaftes Engagement gegen den Klimawandel. Aber ob die Länder überhaupt eintreten? Ralph Winkler hofft auf eine Vorbildfunktion beispielsweise der EU. “Wenn die erstmal anfängt, dann kommen die anderen Länder vielleicht nach und nach dazu.”

Das Paper finden Sie hier

Von Charlotte Bartels

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