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… den Multiplikator

3. März 2009

Ob die viele Milliarden schweren Konjunkturpakete weltweit wirken werden, hängt vor allem von einer Zahl ab: ihrem Multiplikator. Nur wenn er deutlich größer ist als eins, werden die Experimente erfolgreich sein.

Das Grundprinzip des Multiplikators lernt jeder Student der Volkswirtschaftslehre ziemlich am Anfang. Demnach führt eine Erhöhung der Statsausgaben zu einer noch stärkeren Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts. Der Grund: Jede Ausgabe zieht unmittelbar weitere Käüfe nach sich. Im Idealfall, so die einfache Rechnung, ist der Multiplikator der Staatsausgaben der Kehrwert der marginalen Sparquote. Diese wiederum gibt an, wieviel Prozent eines zusätzlichen erhaltenen Euros man spart.
Demnach wäre also der Multiplikator bei einer marginalen Sparquote von 20 Prozent bei fünf. Tatsächlich ist das eine Modellkonsstruktion, in Wirklichkeit dürften diese Ausgabenmultiplikatoren wesentlich niedriger sein. Gegner keynesianischer Politik bestreiten sogar rundweg, dass der Multiplikator größer als eins ist. Dann wäre staatliche Ausgabenpolitik extrem teuer.
Das Haushaltsbüro des amerikanischen Kongresses CBO, hat nun eine Berechnung vorgelegt, und dabei Schätzungen für die Multiplikatoren je nach Ausgabenvariante geschätzt. Das Ergebnis: Wenn der Staat investiert, also direkt einkauft, liegt der Multiplikator zwischen eins und 2,5. Deutlich niedriger ist er bei Steuerermäßigungen für mittlere Einkommen (0,5 bis 1,7). Richtig ineffektiv werden Steuersenkungen für wohlhabende (Multiplikator zwischen 0,1 und 0,5).
Während das CBO für die meisten Ausgabenformen kurzfristig, also in den kommenden Quartalen positive Multiplikatoren schätzt, dürften die Auswirkungen langfristig das Bruttoinlandsprodukt senken, weil dann private Investitionen verdrängt würden.
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