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… Staatsanleihen

19. März 2009

Im Kampf gegen die Rezession greift die amerikanische Notenbank Fed zu einer ihrer schärfsten Waffen: In den kommenden Monaten will sie im großen Stil Staatsanleihen ankaufen. Wo das nötige Geld herkommt, was diese Wertpapiere auszeichnet und wie sie den Wirtschaftskreislauf beleben sollen.Das gab es noch nie: Erstmals hat die die US-Notenbank beschlossen, innerhalb der nächsten sechs Monate langlaufende US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 300 Milliarden Dollar zu kaufen. Die nötige Summe entsteht per Beschluss der Notenbank. Fortan gibt es 1000 Milliarden Dollar mehr, wenngleich nur als Buchgeld. Experten nennen das Geldschöpfung. Im Prinzip ist es so, als ob neue Geldscheine gedruckt würden. In der Praxis ist dies allerdings nicht mehr nötig: Geld fließt heutzutage bargeldlos.

Mit diesem Schritt will die Federal Reserve Bank (Fed) auch die Langfrist-Zinsen nach unten drücken. Kredite sollen billiger werden, um die Kreditnachfrage ankurbeln. Indem die Fed Banken und Anlegern Staatsanleihen abkauft, erhöht sie deren Liquidität. Banken haben dadurch wieder Geld, das sie verleihen können. Für Unternehmen und Anleger eröffnen sich neue Spielräume für Investitionen. Nach dieser Hoffnung löst sich die Kreditklemme, die Konjunktur gewinnt wieder an Fahrt.

Grundsätzlich leiht sich ein Staat durch Staatsanleihen Geld von privaten Anlegern. Im Gegenzug erhalten sie Zinsen. Deren Höhe hängt von der Laufzeit und den zum Zeitpunkt der Emission geltenden Marktkonditionen ab. Der so genannte Nominalzins gilt dabei für die gesamte Laufzeit, so dass Staatsanleihen zu den festverzinslichen Wertpapieren zählen. Wer sie kauft, hat Anspruch auf Rückzahlung zu einem festen Zinssatz und zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Zeitspanne zwischen dem Emissionstag und dem Rückzahlungstag ist die Laufzeit. Bei Staatsanleihen liegt sie häufig bei zehn Jahren.

Staatsanleihen gelten als vergleichsweise sicher. Wie bei jeder andere Anleihe auch besteht bei Staatsanleihen jedoch die Gefahr, dass Zinsen oder Kapital gar nicht oder nicht pünktlich zurückgezahlt werden (Adressausfallrisiko). Dies ist der Fall, wenn der emittierende Staat pleite geht, seinen Zinszahlungen also nicht mehr nachkommen kann. Je nach Bonität und Rating muss der betreffende Staat für seine Staatsanleihen daher einen Risikoaufschlag bezahlen. Kaufen private Anleger Staatsanleihen in einer Fremdwährung, müssen sie zusätzlich die Währungsrisiken (und Währungschancen) beachten.

Sagen Sie, dass neben Notenbanken vor allem private Anleger dem Staat Geld leihen können – und dadurch möglicherweise die Konjunktur beleben.

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