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… die Bundesbank

2. April 2009

Während viele Geldinstitute infolge der Finanzkrise 2008 in tiefrote Zahlen stürzten, konnte die Bundesbank einen Milliardengewinn einfahren. Warum das den Finanzminister freut und welche Aufgaben sie erfüllt.Die Deutsche Bundesbank wurde am 26. Juli 1957 gegründet und fungiert als Zentralbank der Bundesrepublik. Bis zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion war sie alleine für die Geldpolitik in Deutschland verantwortlich. 1999 trat sie dem Europäischen System der Zentralbanken bei. Seitdem kümmert sich das Institut mit Sitz in Frankfurt zusammen mit den anderen nationalen Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank um die gemeinsame Euro-Währung. Die Bundesbank setzt die Beschlüsse der EZB um.

Welche Aufträge Deutschlands „Bank der Banken“ dabei erledigt, ist im § 3 des Bundesbankgesetzes festgelegt. Danach stellt sie grundsätzlich vor allem die Stabilität des Preisniveaus sicher, verwaltet die Währungsreserven der Bundesrepublik und sorgt dafür, dass auch Geldbeträge in Milliardenhöhe reibungslos zwischen Banken in der ganzen EU übertragen werden.

Um ihre Missionen zu erfüllen, hat die Bundesbank eine Menge Jobs zu erledigen. Erstens versorgt sie als Notenbank die Wirtschaft mit Bargeld. Sie überprüft das eingezahlte Bargeld, stellt Falschgeld sicher und übergibt es an die Polizei. Wer noch alte Markscheine und –münzen besitzt, kann sie bei der Bundesbank umtauschen. Außerdem ersetzt sie beschädigte oder abgenutzte Banknoten. Zweitens bietet sie Geschäftsbanken an, sich bei ihr zu refinanzieren und sich gegen Zinszahlungen mit Geld zu versorgen. Daneben können sie bei der Bundesbank oder der EZB kurzfristig nicht benötigtes Vermögen anlegen.

Drittens beteiligt sich die Bundesbank an der Bankenaufsicht und arbeitet eng mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zusammen. Wichtigstes Ziel: die Stabilität des Finanzsystems. Die Bundesbank überwacht zu diesem Zweck die Banken und wertet deren Jahresabschlussberichte aus. Viertens führt die Bundesbank als Bank des Staates kostenlos Konten für Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden sowie für die Sozialversicherungsträger. Kredite darf sie der öffentlichen Hand allerdings nicht geben

Fünftens ist die Bundesbank Verwalterin der deutschen Währungsreserven. Das sind sämtliche Vermögen der Bundesbank, die nicht auf Euro lauten: Goldreserven, Wertpapiere in ausländischer Währung, Guthaben bei ausländischen Banken und Sorten. Die Währungsreserven bilden dabei einen Gegenwert zur eigenen Währung.

Vor allem durch ihre Goldreserven und der Geldvergabe an die Geschäftsbanken fährt die Bundesbank regelmäßig Gewinne in Milliardenhöhe ein. Ihren Gewinn überweist sie an den Bund als Eigentümer. Bis zur Höhe von 3,5 Milliarden Euro steht dieser dem laufenden Bundeshaushalt zur Verfügung, der darüber hinaus gehende Betrag wird seit 1995 zur Tilgung der Schulden des Erblastentilgungsfonds verwendet.

Inzwischen sind die Schulden der ehemaligen DDR jedoch fast abbezahlt. Zur Freude des Finanzministers: In diesem Jahr überweist fließt der 2008 erwirtschaftete Gewinn (6,3 Milliarden Euro) vollständig in den Bundeshaushalt. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte die Bundesbank ihren Überschuss um zwei Milliarden Euro. Sie hatte mehr Zinsen eingenommen, weil die Banken wegen der Finanzkrise ungewöhnlich viel Geld benötigten.

Doch schon 2010 muss der Finanzminister mit weniger Bundesbank-Erträgen zurecht kommen. Dann nämlich sinkt schrittweise der Anteil, der in den Haushalt eingestellt werden kann. Stattdessen fließt ein wachsender Anteil der Erträge in die Tilgung derjenige Schulden, die sich durch die Konjunkturpakete auftürmen.

Sagen Sie, dass die Bundesbank eine ganze Reihe von Aufgaben wahrnimmt – wovon auch der Bund als Eigentümer regelmäßig profitiert.

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