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Nicht das Ende der Welt

9. September 2009

Schmetterlingsfans sollten sich um den Klimawandel sorgen. Einige Schmetterlingsarten sind schon ausgestorben –  nachweisbar aufgrund des Klimawandels. Ein wärmeres Klima hingegen könnte den Strandhotels im Baltikum mehr Gäste bringen. „Climate Change – so what?“, fragte der Umweltökonom Richard Tol mit dem zweiten Vortrag zum Konferenzschwerpunkt Klimawandel.

„Climate change is real and is a real problem, but it is not the end of the world.“

Vor allen Dingen sei der Klimawandel für die reicheren Länder, die meistens kühlere Temperaturen haben, kein so großes Problem. Schlimm werde es die ärmeren Länder treffen, sagte Tol, der momentan am Economic and Social Research Institute in Dublin arbeitet. 2007 gewann er mit dem Team von Al Gore den Friedensnobelpreis. Ärmere Länder hätten ohnehin schon heißere Temperaturen, hätten schlechtere Technologien und schlechter funktionierende Institutionen. Die reichen Länder hätten bessere Möglichkeiten, sich mit dem Klimawandel zu arrangieren. „Das Wirtschaftswachstum zu opfern um Treibhausgase zu reduzieren, ist also keine schlaue Idee“, sagte Tol.

Kanadas Wirtschaft würde sogar bis 2100 vom Klimawandel profitieren, während Ghana schon jetzt Schäden in Höhe von fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts aufgrund des Klimawandels verzeichnen dürfte. Im Durchschnitt würde die Weltwirtschaft laut Prognosen ab 2050 aufgrund des Klimawandels Schaden tragen. Aber auch wenn Richard Tol Auswirkungen für die Wirtschaft überwiegend positiv einschätzte, wand er ein, dass die Mehrheit der Länder und die Mehrheit der Menschen negative Effekte des Klimawandels spüren werde.

„Better stick your money in development!“

Die Kinder und Enkel der Menschen in ärmeren Ländern würden mehr von der Reduktion des CO2-Ausstoßes profitierten, da diese Länder schlechter gegen die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet seien. Daher sollte man lieber in Entwicklungshilfe investieren, meinte Tol.

Von Charlotte Bartels

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