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Davos10 – Schneller Bankrott für Griechenland

28. Januar 2010

Griechenlands Krise ist das ökonomische Top-Thema auf den Fluren in Davos. Hier die Einschätzung von Barry Eichengreen, international renommierter Währungsökonom aus Berkeley, im FTD-Interview.

“Die Lage Griechenlands ist ernst. Es ist auch der bislang mit Abstand härteste Test für die Eurozone. Ich halte es für Wunschdenken, dass die griechische Regierung ihr Budgetdefizit wie angekündigt innerhalb von drei Jahren um zehn Prozent des BIP senken kann. Der entsprechende Plan wird nicht glaubwürdig sein. 

Deshalb brauchen wir jetzt einen Plan B. Der könnte in einem schnellen Staatsbankrott bestehen, aber die Verwerfungen wären dann sehr gravierend. Nicht nur für die Griechen selbst, sondern auch für andere Euro-Länder wie Spanien und Portugal.

Ökonomisch und politisch läuft alles darauf hinaus, dass Hilfe von außen notwendig sein wird. Das Land braucht mehr Zeit. In den 90er Jahren ist es den Griechen immerhin schon einmal gelungen, ihr Defizit innerhalb von sechs Jahren um zehn Prozent des BIP zu senken.

Es könnte also so etwas wie ein allerletztes Angebot geben: Griechenland erhält eine Überbrückungsfinanzierung für eine längere Anpassungszeit. Weil die Maßnahmen schlecht von Brüssel oder von den Deutschen diktiert werden können, würde dieser Plan vom IMF ausgehandelt und begleitet. Finanziert würde er indirekt von der EU.”

Barry Eichengreen ist Wirtschafts- und Politikprofessor an der UCLA Berkeley.

Von Christian Schütte

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