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Wirtschaftsdienst exklusiv – Schattenwirtschaft: Vorsicht vor hohen Makroschätzungen

14. März 2011

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) schätzt, dass die Schattenwirtschaft bis zu 16 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands ausmacht. Dadurch würde der Fiskus nach Ansicht des BMF jährlich um circa 70 Milliarden Euro geprellt. PD Dr. Ulrich Thießen, Mitarbeiter der Europäischen Kommission, hält diese Zahlen für drastisch überhöht – und legt eine eigene Schätzung vor.

Häufig orientieren sich Schätzungen zur Höhe der Schattenwirtschaft an der Umlaufgeschwindigkeit des Bargeldes in der offiziellen Wirtschaft. Laut Thießen spiele Bargeld aber gesamtwirtschaftlich eine immer unbedeutendere Rolle und tauge daher als Bemessungsmaßstab immer weniger.

Er selber indentifiziert daher eine Reihe nicht-monetärer makroökonomischer Einflussfaktoren wie Fiskalgesetzgebung, Arbeitsmarktindikatoren und Korruption. In seiner Berechnung gelangt er zu einer deutlich geringeren Schattenwirtschaftsquote von lediglich 2,3 Prozent des BIP in Deutschland.

Dieser spürbar geringer Quote würde den Nutzen des kostspieligen öffentlichen Apparats zur Kontrolle und Bestrafung von Schwarzarbeit in Frage stellen; und gleichzeitig die Tür für alternative Lösungen öffnen: In seinem Papier benennt Thießen eine Reihe staatlicher Einflussfaktoren auf die Schattenwirtschaft abseits von Kotrollbeamten und Bußgeldern.

Den Text finden Sie hier.

Und hier geht es zur Quelle.

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