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Japanische Katastrophe erschüttert Kieler Ökonomentreffen

15. März 2011

Mit einer Schweigeminute für die Opfer der Katastrophe in Japan begannen die diesjährigen Kieler Konjunkturgespräche. „Das ist das schlimmste Ereignis, das Japan seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt“, sagte Dennis Snower, Chef des Instituts für Weltwirtschaft.

Von Mathias Ohanian, Kiel 


Der Japan-Experte am IfW, Klaus-Jürgen Gern, betonte, dass das Ausmaß der Verwüstung größer sein könnte als beim Erdbeben im Jahr 1995 in Kobe. “Über den nuklearen Worst Case möchte man noch gar nicht nachdenken”, sagte er. Der größte Belastungsfaktor für die Wirtschaft dürfte seiner Einschätzung nach die Engpässe bei der Energieversorgung sein. Belasten könnte das über Monate, wenn nicht Jahre, so der Ökonom.

Institutschef Snower stellte die Frage, ob die angekündigten Unterstützungshilfen der japanischen Regierung die Finanzmärkte angesichts der hohen Verschuldung des Landes beunruhigen könnten. “Die Finanzmärkte sind notorisch schlecht darin, künftige Risiken vernünftig einzupreisen.”

Jorn Thulstrup, Chef des Kopenhagener Institute for Business Cycle Analysis betonte, dass die Katastrophe in Japan nach den Unruhen im Nahen Osten eine zusätzliche Gefahr für die globalen Energiepreise darstellen dürften. “Die Unsicherheits steigt – und das schreckt Unternehmen davon ab, zu investieren, sagte Bob Chandross von der Seton Hall University, South Orange.

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