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Schattenratumfrage im Juli

25. Juli 2011

Wir haben den FTD-Schattenrat aus Bankenchefvolkswirten und Konjunkturchefs aus Instituten zu aktuellen Themen befragt. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen zweimal innerhalb kurzer Zeit zu erhöhen, war umstritten. Unter den Schattenräten rechnet die Hälfte der befragten Topökonomen mit einer weiteren Erhöhung in der zweiten Jahreshälfte. Die Frage zu den Folgen der EZB-Geldpolitik für die Euro-Peripherie spaltet die Ökonomen: 42,9 Prozent sagen, das Risiko einer erneuten Inanspruchnahme des Rettungsschirms habe sich dadurch etwas erhöht. Fast 60 Prozent sagen, das Risiko bleibt dadurch unberührt. Hier ist die vollständige Auswertung der jüngsten Umfrage unter Deutschlands Top-Konjunkturexperten:

1. a ) Anfang Juli hat die Bondmarktkrise mit Italien erstmals ein großes Euro-Land außerhalb der bisherigen Krisenstaaten getroffen. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass Italien in den nächsten Wochen oder Monaten erneut unter Druck gerät? (Wahrscheinlichkeit in %)
30,8
2. In den ersten eineinhalb Jahren scheint die Euro-Schuldenkrise spurlos an Deutschlands Unternehmen vorbei gegangen zu sein. Wird das so bleiben? Welcher der folgenden Aussagen würden Sie am ehesten zustimmen? (Anteil der Antworten in %)
a) die jüngste Ausweitung auf Spanien und vor allem Italien dürfte erstmals einen spürbar negativen Effekt auf die reale Wirtschaftsentwicklung in Deutschland haben 10
b) die Krise wird erst dann realwirtschaftlich spürbar werden, wenn es zu einem erneuten systemischen Schock wie nach der Lehman-Pleite kommt 80
c) spürbare realwirtschaftlich negative Folgen wird die Krise auch künftig für die deutsche Wirtschaft nicht haben 10
d) Deutschland hat bislang per Saldo von der Krise profitiert und könnte dies auch künftig tun 0
3. Einige konjunkturelle Frühindikatoren für Deutschland haben sich in jüngster Zeit abgeschwächt. Wie bewerten Sie dies?
a) dahinter steckt lediglich das Phänomen, dass das Wachstum nach Ende des Nachholeffekts ganz automatisch wieder nachlässt bzw sich normalisiert 50
b) dahinter stecken vorübergehende Stimmungs- oder Sondereffekte (Japan usw) 14,3
c) der konjunkturelle Aufschwung wird auch jenseits des nachlassenden Aufholeffekts jetzt stark an Tempo nachlassen 35,7
d) es droht ein herber konjunktureller Absturz 0
4. Wie bewerten Sie die jüngsten Konjunktursignale aus den USA? Welcher Einordnung würden Sie am ehesten zustimmen?
a) die US-Wirtschaft bewegt sich auf eine erneute Rezession oder zumindest Stagnation zu 15,4
b) der Aufschwung lässt auf absehbare Zeit deutlich an Schwung nach 53,8
c) die Abschwächung ist nur vorübergehend, im zweiten Halbjahr wird es jetzt eher positive Überraschungen geben 30,8
5. Welcher der folgenden Einschätzungen zur aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklung würden Sie am ehesten zustimmen?
a) der globale Aufschwung setzt sich trotz aller Turbulenzen so gut wie ungebremst fort 7,7
b) es gibt derzeit eine Abschwächung der Dynamik, der allerdings in Kürze ein erneutes Anziehen des Wachstums folgen wird 7,7
c) die Dynamik des globalen Aufschwungs hat ihren Höhepunkt überschritten und wird jetzt über längere Zeit spürbar schwächer sein 84,6
d) der Weltwirtschaft droht in den kommenden Monaten ein regelrechter konjunktureller Einbruch (sehr starker Rückgang des Wachstums gegenüber dem Schnitt der vergangenen Quartale) 0
6. Die EZB hat ihre Zinserhöhungen sehr stark mit der Befürchtung begründet, die Anstiege bei den Rohstoffpreisen könnten gefährliche Zweitrundeneffekte (vor allem bei den Löhnen) mit sich bringen. Für wie berechtigt halten Sie diese Sorge?
a) völlig berechtigt 25
b) eher berechtigt 41,7
c) eher unberechtigt 33,3
d) völlig unberechtigt 0
7. Wann sollte die EZB ihren Leitzins weiter erhöhen?
a) auf ihrer nächsten (Zins-)Sitzung 7,1
b) im weiteren Laufe des zweiten Halbjahres 2011 50
c) nicht vor 2012 42,9
8. Welche Folgen hat eine Erhöhung des Leitzinses auf die Euro-Krisenländer?
a) das Risiko einer weiteren Inanspruchnahme des Rettungsschirms hat sich dadurch stark erhöht 0
b) das Risiko hat sich dadurch etwas erhöht 42,9
c) das Risiko bleibt davon unberührt 57,1
9. Wie ist Ihre aktuelle Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland (nicht kalenderbereinigt)?
2011 3,4
2012 2,1
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