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Lindau: Ein Knaller zur Eröffnung

24. August 2011

Die Lindauer -Konferenz der Nobelpreisträger hat heute mit einer echten Knaller begonnen. Der Bundespräsident attackiert die EZB. Das gab es noch nicht. Das war überraschend.

Einen besseren Ort hätte er wohl nicht wählen können. Dass der Bundespräsident Christian Wulff die Eröffnungsrede der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau für eine Grundsatzkritik an der EZB nutzte, war sicher wohl überlegt. Zur aktuellen Politik äußert sich der Präsident selten und der aktuelle ist zuletzt öfter dafür gescholten worden. In Lindau aber passt das Umfeld, um die große Fragen anzusprechen.

Wulffs Rede enthielt viele bekannte und erwartbare Gemeinplätze. “Die Versündigung an der jungen Generation muss ein Ende haben.” Und konkret? Die EZB sei mit ihren Kaufprogrammen von Staatsanleihen weit über ihr Mandat hinaus gegangen. “Das kann auf Dauer nicht gut gehen.” Damit greift das Staatsobehaupt genau  die Aktion an, die zuletzt für etwas Ruhe auf den Finanzmärkten gesorgt hat. Anders als alle Beschlüsse und Ankündigungen der Euro-Regierungen.

Damit ist schon zu Beginn der Tagung in Lindau klar, dass es hier um die großen theoretischen Fragen der Zunft geht, aber auch um die aktuellen Dinge. Vielleicht können die Nobelpreisträger auch hier etwas besteuern. Wer, wenn nicht sie?

Noch bis Samstag werden in Lindau, dem Inselstädtchen im Bodesee, 17 Nobelpreisträger für Wirtschaft mit 400 Nachwuchsökonomen diskutieren. Namen wie Joseph Stiglitz, George Akerlof, Edward Prescott, Peter Diamond, Edmund Phelps, Robert Mundell, John Nash und der deutsche Reinhard Selten werden ihre Ideen präsentieren.

Es wird weniger um Tagespolitik gehen, sondern mehr darüber hinaus. Krisen gibt es genug, über die zu zu reden sein wird: Die Schuldenkrise, die Finanzkrise, die Nahrungsmittelkrise. Ist Spekulation gut, sind Schulden schlimm? Braucht die echte Ökonomie eine neue Ökonomik, und wie müsste die aussehen? Darüber redet heute jeder, aber was sagen die ganz Klugen? Sie sind ja immerhin vom Fach.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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