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Konferenz der neuen Denker: Die Welt ist komplex

10. Oktober 2011

 “Der repräsentative Agent ist ein zentraler Planer”, sagt Giovanni Dosi, Ökonom der Uni Pisa. Damit müsste er eigentlich für die Fans des freien Marktes schon diskreditiert sein. Dosi plädiert für einen “umweltfreundlichen Keynesianismus”.

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Die Dekonstruktion der Modellwelt der Mainstream-Okonomie besteht darin, nachzuweisen, wie unrealistisch oder absurd die Modelle oder ihre Annahmen sind. Dosi nennt weitere Stichworte: Die Welt befinde sich nicht im Allgemeinen Gleichgewicht, einem zentralen Begriff der alten Ökonomenwelt. Statt dessen herrschten multiple Gleichgewichte und Pfadabhängigkeit.

Tatsächlich sei die Welt sehr viel komplexer als die Modellwelt der Orthodoxen unterstelle. Fiskalpolitik müsse wieder entdeckt werden als wichtiges Politikinstrument. Man müsse mehr umverteilen, vor allem aus dem Finanz- in den realen Sektor der Wirtschaft. Dazu zählen auch höhere Steuern. Dosi erinnerte daran, dass unter US-Präsent Dwight Eisenhower in den 50er Jahren die Einkommen zu 90 Prozent weggesteuert wurde. Schierer Kommunismus.

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