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Wirtschaftsdienst exklusiv – Kalte Progression in der Einkommensbesteuerung

14. Oktober 2011

Die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit ist im Grunde eine vernünftige Sache. Werden allerdings die Steuerbemessungsgrenzen nicht an die Lohnentwicklung angepasst, erhöht sich im Falle einer nominalen Einkommenssteigerung auch die reale Steuerlast. Dieses Phänomen, das kalte Progression genannt wird, freut den Fiskus und belastet die Bürger. Doch wie lässt sich der verdeckten Steuererhöhung effektiv entgegenwirken?

Michael Broer, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfsburg, untersucht, wie effektiv eine Tarifindexierung oder alternativ diskretionäre - also nach freiem Ermessen festgelegte - Tarifsenkungen die Auswirkungen der kalten Progression beseitigen können.

Dazu betrachtet Broer die Entwicklung der Durchschnittssteuersätze über einen Zeitraum von 15 Jahren in Hinblick darauf, ob es für den Steuerzahler günstiger gewesen wäre, hätte es eine Tarifindexierung gegeben anstelle der tatsächlich stattgefundenen diskretionären Steuerpolitik. Der Autor zeigt jedoch, dass sich die recht willkürlichen Steuersenkungen, zumeist zu Wahlkampfzeiten vorgenommen, letztlich positiver für die Steuerzahler ausgewirkt haben, als es eine Tarifindexierung hätte erreichen können.

Dass die Politik jedoch auch zukünftig an dem Usus von Steuergeschenken festhalten kann, hält Broers in Zeiten von Schuldenbremsen und Staatsschuldenkonsolidierung für eher zweifelhaft.

 Den Text finden Sie hier.

Und hier geht es zur Quelle.

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