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Der Bakshish-Faktor

8. Januar 2012

Korruption ist ein hässliches Wort – wir verbinden damit Heimlichkeit, Vorteilsnahme, Käuflichkeit. Anderswo ist die Beschleunigung des eigenen Anliegens bei der örtlichen Behörde durch ein großzügiges „Bakshish“ nichts Anrüchiges. Welche Rolle aber spielt Korruption im Handel zwischen zwei Staaten?

Im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung untersuchen Nicholas Horsewood  von  der University of Birmingham und Anca Monika Voicu vom Rollins College, Winter Park, USA, ob sich Korruption eventuell sogar förderlich auf den Handel zwischen neu aufgenommenen EU-Staaten und alten Mitgliedstaaten auswirkt.

Ihre empirischen Betrachtungen basieren die Autoren auf einem Gravitationsmodell (gravity model of trade), anhand dessen sie zu erklären versuchen, warum sich die der Handel zwischen der EU und den laut Transparency International als besonders von Korruption betroffenen neuen EU-Staaten Bulgarien und Rumänien intensiviert hat. Zwei Thesen stehen auf dem Prüfstand: Entweder stellt Korruption überhaupt kein Hindernis für Handelsströme dar, sondern befördert sie sogar noch, indem beispielweise institutionelle Hindernisse umgangen werden können. Oder aber die Einführung von EU-Standards verringert Korruption und ermöglicht so erst einen ungestörteren Handel.

In ihre Ausführungen beziehen Horsewood und Voicu  auch ethische und kulturelle Normen mit ein.  Denn sie bestimmen, ob in Geschäftsbeziehungen von Korruption oder doch eher von Bakshish gesprochen wird. Die Ergebnisse sowie das ganze Paper finden Sie unter folgendem Link: Does Corruption Facilitate Trade for the New EU Members?

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