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Wirtschaftsdienst exklusiv – Die deutsche Investitionsschwäche und die EWU – Fakt oder Fiktion? – eine Replik

13. Januar 2012

Im vergangenen Juli analysierten Sebastian Dullien und Mark Schieritz im “Wirtschaftsdienst” die vermeintliche Investitionsschwäche in Deutschland. Ihr Ergebnis:  Die Schuld liegt nicht bei deutschen Unternehmensinvestitionen; die befinden sich nämlich voll im europäischen Trend. Rainer Mauer setzt dieser These eigene Untersuchungen entgegen. Ergbnis: Zwischen Unternehmensinvestitionen und Abschreibungen liegt in Deutschland ein Mißverhältnis vor. Methodisch unsauber – antworten wiederum Dullien und Schieritz.

Rainer Maurer, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim, erweitert die von Dullien und Schieritz verwendete Bruttoinvestitionsquote in Ausrüstungsgüter um eine durchschnittliche Abschreibungsquote. Somit kommt er zu Nettoinvestitionswerten, die für Deutschland unter dem Durchschnitt der Europäischen Währungsunion (EWU) liegen.

Weiterhin argumentiert Maurer, dass die niedrige Investitionsrate in Deutschalnd ebenfalls durch eine hohe Sparquote, bedingt durch hohe Realzinsen verursacht wird. Dullien und Schieritz hatten für diesen Umstand auslaufende, staatliche Förderprogramme und wegfallende Subventionen ausgemacht.

In ihrer Replik auf die Replik kommen Sebastian Dullien, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, und Mark Schieritz, Finanzmarktkorrespondent von DIE ZEIT, dann zu dem Schluss, dass Maurers Argumentation methodische Schwächen aufweist. Sie halten also an ihrer Einschätzung fest, dass ein Standortproblem in Deutschland kaum empirisch belegbar ist.

Zudem bezweifeln sie den von Maurer vertretenen Zusammenhang von hohen Realzinsen (aufgrund niedriger Inflation) und einer hohen Sparquote.

Den Text finden Sie hier.

Damit ist die Diskussion jedoch noch lange nicht beendet: Unter http://www.wirtschaftsdienst.eu/diskussion geht der Disput Mitte Januar in die nächste Runde.

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