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Wirtschaftsdienst exklusiv – Länderrisiko: Die ökonomischen Konsequenzen einer Herabstufung durch die Ratingagenturen

9. Februar 2012

Obwohl der Informationsgehalt der Ratings vielfach als ökonomisch irrelevant kritisiert wird, ist die Macht der US-Ratingagenturen allgegenwärtig, wie die mitunter dramatischen Konsequenzen der Down-Grades europäischer Staaten in der Vergangenheit zeigten. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Will man intelligente Regulierung, braucht es mehr als die Gründung einer europäischen Agentur .

Länder Down-Grades können die Stabilität des Finanzsystems gefährden. In diesem Zusammenhang sprechen Jochen Michaelis und Benjamin Käfer in ihrer Untersuchung von einem prozyklische Multiplikatoreffekt, der auf das Sovereign-Ceiling sowie auf die Einbindung von Rating-Urteilen in die Finanzmarktregulierung inklusive der Geldpolitik zurückzuführen ist.

Dass die Herabstufung der Bonitätsnote eines Landes weitreichende ökonomische Konsequenzen haben kann, liegt mitunter am Prinzip des Sovereign Ceiling. Die Ratingagenturen nehmen die Risikoeinstufung eines Staates häufig als Obergrenze für das Rating aller im Staat ansässigen Emittenten.

Neben der Sovereign-Ceiling-Politik der Agenturen ist es der Staat, der über selbstgeschaffenen Regularien und Gesetze Transmissionsmechanismen von den Rating-Urteilen zur Realwirtschaft geschaffen hat. Bei Herabstufungen innerhalb des Investment Grades, aber auch bei einer Herabstufung zum Speculative Grade lassen sich ratinginduzierte Handlungsanweisungen finden, die Kreditinstitute ebenso wie Versicherungen und Investmentgesellschaften betreffen. Die Wirkung wird multipliziert, wenn man sich die Anpassungszwänge für die Emissionen inländischer Unternehmen und Banken im Zuge des Ceiling-Effektes vergegenwärtigt.

Die Autoren verhandeln auch den Vorwurf, die EZB habe sich in die Hände der Agenturen begeben und untersuchen die Wirkung der Rating-Urteile auf die Geldpolitik.

Den Text finden Sie hier.

Und hier geht es zur Quelle.

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