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Gegen die “akademische Prostitution”

5. April 2012

Die von der FTD mitentfachte Debatte um die Neuausrichtung der Ökonomie zieht immer weitere Kreise. Nach den Interviews mit IfW-Chef Dennis Snower und HWWI-Direktor Thomas Straubhaar hat nun die Berliner Denkfabrik für Wirtschaftsethik einen Aufruf initiiert, den bislang bereits 144 Kritiker unterzeichnet haben.

Die Initiatoren des Aufrufs um den Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann fordern mehr Vielfalt in der Wissenschaft und praktische Relevanz. Deutliche Zeichen für den derzeit akademisch unhaltbaren Zustand sei die um sich greifende “akademische Prostitution”. An die Stelle der intrinsischen Orientierung an der Sache des Erkenntnisfortschritts sei der zu erwartende Publikationserfolg in möglichst hoch klassierten Journals getreten, kritisieren die Unterzeichner. Genau das hat im FTD-Interview heute übrigens auch der Sachverständige Peter Bofinger gegeißelt.

Hier geht es zum Memorandum: http://www.mem-wirtschaftsethik.de/memorandum-2012/das-memorandum/

Hier ist das Bofinger-Interview: http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:wirtschaftsweiser-im-interview-bofinger-geisselt-mickymaus-modelle-der-oekonomen/70019094.html

Auch die Kollegen von SZ und Frankfurter Rundschau haben den Aufruf aufgegriffen: http://www.fr-online.de/wirtschaft/appell-an-die-wirtschaftslehre-lehre-ohne-akademische-prostitution,1472780,14680434.html

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  1. citizen
    10. April 2012 um 08:54 | #1

    @manni@web.de

    “Gilt das für Mathematiker, Physiker und andere (Natur-) Wissenschaftler, deren Karriere auch vom Publikationserfolg abhängt, denn nicht ?”

    Mathematik, Physik und Naturwissenschaften sind exakte Wissenschaften. Ökonomie gehört als Sozialwissenschaft zu den unexakten Wissenschaften. Interessen- und Wertvorstellungen spielen hier eine wichtige Rolle. Und die können von der Natur der Sache her nie objektiv sein.

  2. manni@web.de
    6. April 2012 um 23:27 | #2

    Gilt das für Mathematiker, Physiker und andere (Natur-) Wissenschaftler, deren Karriere auch vom Publikationserfolg abhängt, denn nicht ?

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