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INET 2012 – Der Startschuss

12. April 2012

Zum Auftakt der dritten Jahrestagung des INET hat Direktor Rob Johnson in Berlin eben den weiteren Expansionskurs des Instituts umrissen. Künftig soll es in Oxford und Kopenhagen zwei weitere Forschungseinrichtungen geben, um den Paradigmenwechsel in der Ökonomie voranzutreiben.

Das Forschungszentrum an der Oxford Martin School wird in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 25 Mio. US-Dollar unterstützt, der Kernteil kommt vom INET. Insgesamt 40 Akademiker sollen dort den Umbau der Zunft vorantreiben. An Bord sind freilich nicht nur Wirtschaftswissenschaftler sondern auch Philosophen, Psychologen und Vertreter anderer Disziplinen.

Direktor der Einrichtung soll Eric Beinhocker werden, der als Forscher selbst untersucht hat, wie wirtschaftliches Wachstum entsteht. Dabei kritisierte er die statischen Modelle der VWL und plädierte dafür, die Ökonomie vielmehr als komplexes adaptives System zu verstehen – vielleicht vergleichbar mit der Entwicklung von Ökosystemen.

In Kopenhagen soll ein besonderer Forschungsschwerpunkt des INET entscheidend vorangetrieben werden. Die Dekonstruktion der Hypothese rationaler Erwartungen. Der große Denker hinter der sogenannten „Imperfect Knowledge Economics“ ist der New Yorker Roman Frydman, der bereits den theoretischen Unterbau dafür entwickelt hat.

Irgendwie klingt er erleichtert, wie er eben von seinen Ergebnissen erzählte. Und wieder geht es um den Elefanten im Raum, den die traditionelle Ökonomie nicht sehen will. Und darum, dass die VWL viel bescheidener werden müsse, weil es so vieles gibt was sie nicht exakt vorhersehen kann. Stichwort: Bescheidenheit. Einmal sagt er es dann tatsächlich: „Nach so vielen Jahren kann ich kaum glauben, dass wir das nun wirklich umsetzen.“

Die dänische Hauptsstadt ist für das INET übrigens vor allem deshalb interessant, weil die Ökonometrikerin Katarina Juselius dort in den vergangenen Jahren nützliche empirische Forschungen betrieben hat. Fortsetzung folgt…

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