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Wirtschaftsdienst exklusiv – Die Zentralbankgeld-Wirtschaft

16. April 2012

Unser derzeitiges Wirtschaftssystem lasse sich als eine Zentralbankgeld-Wirtschaft bezeichenen, stellt Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe, fest. Im aktuellen Wirtschaftsdienst analysiert er Probleme und Entwicklungen, die sich daraus für den internationalen Finanzmarkt ergeben könnten.  

Bei der modernen Kreditwirtschaft, wie sie vor der Finanz- und Schulkdenkrise existierte, handelt es sich um eine Synthese zwischen der vormodernen Kredit- und der jüngeren Geldwirtschaft. Bedingungsloses Vertrauen in das moderne Finanzwesen und die Wirtschaftswissenschaften führte zu einem Kreditzyklus, der, um mit Hyman Minsky zu sprechen, in der Phase der “Schneeball-Kreditaufnahme” endete. In dieser Phase reichen schon geringfügig variierende Leitzinsen, um eine Kreditblase platzen zu lassen. Der sogenannte “Minsky-Moment” war 2007 in den USA zu beobachten. Die Folgen sind bekannt.

So ähnlich beschreibt Mayer den Zusammenbruch der Kreditwirtschaft. Anders als in den 1930er Jahren traten keine vergleichbaren wirtschaftlichen Kontraktionen auf. Depression und Deflation erreichten nicht das gleiche Maß,  weil viel Zentralbankgeld in Wirtschaft, Banken und Kaptalmärkte floss. Die Bilanzen der Zentralbanken weiteten sich in der Folge derart aus, dass die Zentralbankgeld-Wirtschaft die Kreditwirtschaft ablöste.

Die Zentralbankgeld-Wirtschaft sollte aber, so Mayer, nur eine vorrübergehende Lösung sein. Er fürchtet, dass die Kombination aus Nullzinspolitik (ZIRP) und unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen  (NSMP) eine praktisch flache Renditekurve bedingen, die weitreichende Folgen haben kann.

Wie der Übergang vom Zentralbankgeld-System zu einem dauerhaft stabilen, neuen System gestaltet werden soll, ist jedoch unklar. Über zukünftige Entwicklungen lässt sich nur spekulieren. Mayer hält ein Währungssystem für möglich, das die chinesische Währung – an Gold oder einen Rohstoffkorb gebunden – zum Standard macht. Die Zukunft des Euro dagegen ist maßgeblich von der Position der EZB im neuen Geldsystem abhängig.

Hier finden Sie den Text.

Und hier gehts zur Quelle.

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  1. 18. April 2012 um 17:49 | #1

    die SPD hat ein neues Wirtschaftssystem angekündigt. Das passt hier zum beitrag: http://www.spd.de/aktuelles/News/71210/20120417_denkwerk.html

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