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Mai-Umfrage im Konjunkturschattenrat – die Details

30. Mai 2012

Was würde ein Austritt Griechenlands für die deutsche Konjunktur bedeuten? Und welchen Anteil haben die Spekulationen darüber schon jetzt an fallenden Konjunkturindikatoren? Hier sind die Details der Mai-Umfrage unter den führenden deutschen Experten im Konjunkturschattenrat der FTD.

1. Im Mai sind Ifo-Geschäftsklima- sowie Einkaufsmanager-Index abrupt gesunken. Was ist Ihrer Einschätzung nach der Grund dafür?
a) die Angst vor den Turbulenzen, die ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone mit sich bringen könnte 45,8
b) eine beschleunigte Abschwächung der Konjunktur in den Abnehmerländern der Euro-Zone 37,5
c) eine Abschwächung der Konjunktur außerhalb der Euro-Zone 16,7
2. Wie ordnen Sie diesen Rückgang perspektivisch ein?
a) Der Rückgang ist der Beginn eines konjunkturellen Stimmungseinbruchs, der in den kommenden Monaten anhalten wird 33,3
b) Die Entwicklung dürfte sich in den nächsten Monaten nicht fortsetzen, sondern eher stabilisieren 25,0
c) Die weitere Entwicklung wird einzig vom Wahlausgang in Griechenland Mitte Juni und dessen Folgen für die Währungsunion abhängen 41,7
3. Welche konjunkturellen Folgen hätte ein (nahender) Austritt Griechenlands aus der Währungsunion für Deutschland?
a) die deutsche Konjunktur würde nur leicht beeinträchtigt, da der Anteil Griechenlands am deutschen Außenhandel gering ist 8,3
b) der deutschen Konjunktur würde ein empflindlicher Schock drohen, der aber beherrschbar bleibt und den Aufschwung nicht grundsätzlich gefährdet 41,7
c) es gäbe unkalkulierbare und potenziell drastische Folgen, die auch Deutschland in eine Rezession stürzen könnten 50,0
4. Für wie wahrscheinlich halten Sie, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerät… (0-100%)
4.1 …. wenn Griechenland aus dem Euro austritt? 42,2
4.2. …. wenn ein Austritt Griechenlands noch vermieden wird, die Euro-Krise aber weiterschwelt? 18,1
5. Über welche Kanäle könnte sich eine Zuspitzung der Krise um Griechenland am ehesten bemerkbar machen?
a) über Einbrüche im Außenhandel mit den Ländern der Euro-Zone 20,7
b) über eine Schockstarre im Finanzsystem (nach Bankenpleiten, einem Bank run o.ä.) wie nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 37,9
c) über eine Unsicherheitsstarre in den Unternehmen via Stopp von Investitionsprojekten 24,1
d) über die konjunkturellen Folgen einer Ansteckung anderer Euro-Krisenländer wie Spanien, Portugal oder Italien 17,2
Andere/keiner davon  
6. Für wie groß halten Sie die Gefahr, dass es in den nächsten Wochen/Monaten innerhalb der Euro-Zone zu einem Bank Run kommen könnte?
a) sehr gering 0,0
b) niedrig 45,5
c) groß 18,2
d) sehr groß 36,4
7. Wird Spanien (bzw seine Banken) in den nächsten Monaten unter den Rettungsschirm müssen?
a) ja 38,5
b) nein 7,7
c) nicht prognostizierbar 53,9
8. Sollte die EZB ihren Leitzins weiter senken?
a) ja, auf ihrer nächsten (Zins-)Sitzung 30,8
b) erst wenn sich die konjunkturellen Warnsignale noch einmal deutlich verstärken 38,5
c) sie sollte ihren Leitzins auf absebare Zeit unverändert lassen 30,8
d) sie sollte ihren Leitzins in den nächsten Monaten erhöhen 0
9. Wie ist Ihre aktuelle Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland (nicht kalenderbereinigt)? Prognoseschnitt
2012: 0,9 %
2013: 1,5%

Umfragezeitraum: 25-29.5.2012 unter 13 Teilnehmern

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Schlagworte:
  1. Peter Noack
    30. Mai 2012 um 11:01 | #1

    Die Umfrageergebnisse zeigen irrationales Verhalten der Umfrageteilnehmer. In der Wirtschaft haben diese per Definition, die Märkte reagieren rational, nichts zu suchen.
    Soll es wirklich möglich sein, dass 0, 3 Prozent der Weltwirtschaft die ganze Welt und die Finanzmärkte in Schockstarre versetzen könnten? Das ist alles nur Polemik, damit die Finanzmarkteilnehmer die Stzeuerzahler noch mehr schröpfen können. Die Panikmache soll die Steuerzahler gefügig machen. Dazu müssen die Parlamentarier ihre Zustimmung geben.Deshalb der Druck der veröffentlichten Meinung durch die Ökonomen von Banken, Versicherungen und von Forschungsinstituten. Billiger wäre es die Banken gleich zu verstaatlichen. Am Ende wird es doch dazu kommen müssen. Der privatorganisierte Finanzverkehr über die Märkte hat sich gerade als absurd dargestellt.

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