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Zum Dilettantismus der deutschen Ökonomen

6. Juli 2012

Einer der schönsten Texte in der so nutzarmen Debatte zum jüngsten Aufruf der deutschen Ökonomen war einer der ersten – der vom Kollegen Olaf Storbeck. Denn dadurch wurde erst bekannt, dass es zwei Versionen des Dokuments gibt. Ein Vergleich von Prototyp und Endprodukt offenbart den Dilettantismus unserer VWL-Elite erst so richtig. Fremdschampotenzial: maximal hoch.

Die durchgesickerte Vorabversion des Dokuments kritisierten erste Kommentatoren im Internetso treffend, dass die 170 deutschen Wirtschaftsprofessoren kurzerhand wohl noch ein paar Änderungen vornahmen – und ihr Pamphlet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verschlimmbesserten. In der provisorischen Version erklärte Deutschlands VWL-Elite eine mögliche Absicherung von Spareinlagen noch als “unmöglich”:

Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind.

Nach nochmaliger Überlegung scheint das nun doch umsetzbar, allerdings nicht opportun:

Die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas dürfen für die Absicherung dieser Schulden nicht in Haftung genommen werden.

Ist irgendwie auch absurd. So eine Einlagensicherung eingebettet in die Bankenunion ist doch dazu da, einen Bankrun zu verhindern?

Auch mit den Zahlen wollten sich die deutschen Experten nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Da hatten viele von ihnen im vergangenen Jahr schon schlechte Erfahrungen gemacht, als sie in einem anderen Aufruf nur mit politisch opportunen Zahlen den Euro-Rettungsschirm kritisierten – die FTD berichtete. Es kursierten mehrere Berechnungen, die massiv voneinander abwichen – am Ende blickte kaum noch jemand durch. Das wollte man sich jetzt wohl ersparen. In der ursprünglichen Version des Aufrufs hieß es:

Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden und liegen bei den fünf Krisenländern im Bereich von 9 Billionen Euro.

Wohl aus Angst, dass ihnen die jonglierten Billionen-Beträge um die Ohren fliegen könnten, wurde an der Summe noch schnell gedreht. Endgültig liest sich das so:

Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden und liegen in den fünf Krisenländern im Bereich von mehreren Billionen Euro.

Billionen sind Billionen. Das klingt dramatisch. Ist dann ja auch egal, wie viele es in der Realität sein könnten.

Am besten gefällt mir persönlich in dem Aufruf übrigens die Effekt heischende Passage mit den bösen angelsächsischen Banken, die wohl den Nerv des deutschen Volkes treffen soll:

Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland – und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte betreiben dürfen.

Denn ich dachte eigentlich immer, dass die Euro-Zone in der Krise steckt, weil eben kein Investor mehr Papiere angeschlagener Südstaaten haben will. Was würden denn die City of London und die Wall Street an einer Bankenrettung in Spanien verdienen? Die Antwort ist: nichts. Weil sie nicht mehr investiert sind. Deutsche Investoren hingegen schon. Deutschland ist der größte Gläubiger von Südeuropa, sagt Daniel Gros, Chef des Brüsseler Thinktank Ceps.

Aber das wissen unsere Topökonomen wahrscheinlich. In der ersten Version fehlte der Hinweis zu den „Investoren in Deutschland“ allerdings noch. Da las sich das dann auch noch ein wenig nationalistischer:

Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.

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  1. 8. Juli 2012 um 20:20 | #1

    Unfassbar!

  2. josha52
    8. Juli 2012 um 10:09 | #2

    … und während Sie sich hier weiter den Kopf zerbrechen, ob der Rettungsboote genügend sind und wenn ja, ob sie auch tragen, haben die WIRKLICH klugen Bürger beim letzten Landgang das nunmehr sinkende Schiff schon längst verlassen und fahren mit goldenen und silbernen Gefährt: bereit, den zerlumpten Schiffbrüchigen der kommenden Tage – gegen angemessene Gegenleistung, versteht sich – neue Kost und Logis zu bieten.

  3. J. Ashoka
    8. Juli 2012 um 10:08 | #3

    … und während Sie sich alle hier weiter den Kopf zerbrechen, ob der Rettungsboote genügend sind und wenn ja, ob sie auch tragen, haben die WIRKLICH klugen Bürger schon beim letzten Landgang das nunmehr sinkende Schiff längst verlassen und fahren mit goldenen und silbernen Gefährt: bereit, den zerlumpten Schiffbrüchigen der kommenden Tage – gegen angemessene Gegenleistung, versteht sich – neue Kost und Logis zu bieten.

  4. Peter Noack
    8. Juli 2012 um 09:57 | #4

    Sehr geehrter John Doe!
    Es scheint so, dass diese Finanzialisierung der Wirtschaft keinen Wohlstand mehrt. In einer Welt, die im Geld schwimmt, fehlt angeblich Geld an allen Ecken und Enden. Die Bürger der Eurozone und deren Unternehmen haben rund doppelt soviel Geldvermögen als die Staaten Schulden. Besonders in den Krisenstaaten im Euro aber auch in den USA, Japan oder GB gibt es scheinbar keinen Kredit für Investitionen oder die Unternehmen schwimmen in Liquidität und wollen keine Kredite. Wie kann das sein?
    Gleichzeitig scheint Geldpolitik der Notenbanken, keinen Einfluss mehr auf die Wirtschaft zu haben. Schon diese beiden Phänomene sollten Beweis genug sein, dass Wirtschaftswissenschaft und darauf basiernde Wirtschaftspolitik am Ende sind. Beide können nichts erklären und deshalb nichts gestalten.
    Ihre Frage: Haben wir ein Liquiditäts- oder ein Solvenzproblem , ist vollkommen berechtigt. Worin liegt die Antwort? Trotz überbordender Liquidität wird von Staatspleiten geredet. Was ist denn eine Staatspleite? Die Gläubiger, die Staatsbürger, die ihre ersparten Milliarden und Millionen dem Staat geborgt haben verlieren diese Guthaben. Andereerseits verliert der Staat seine Schulden. Beides sind also lediglich zwei Seiten der selben Medaille. Der Unterschie heute besteht lediglich darin, dass Gläubiger immer weniger die kleinen Staatsbürger sind, sondern immer häufiger internationale Staatsfonds aus OPEC – Staaten oder aus Südasien. Diese würden dann sehr große Verluste erleiden. Das soll nicht geschehen. Die Politik konzentriert alle Maßnahmen darauf. Weil die kleinen Steuerzahler befürchtete Verluste nicht mehr ausgleichen können, müssen sich folglich die Verluste unter den Reichen umverteilen. Dass ist das Neue. Seit dem letzten Höchststand im Dax 2000 haben wir in den 12 Jahren danach immer noch über 18 % Verluste, obwohl Wirtschaft und Wohlstand real gewachsen sind.
    Es ist gleichgültig, ob es ein Solvenz- oder ein Liquiditätsproblem ist, das Resultat ist das Gleiche. Das vorhandene Geldvermögen muss so oder so mit der Wirtschaftsleistung in Übereinstimmung gebracht werden. Das kann durch hohe Inflation geschehen oder durch Vermögensverlust bei den Superreichen. Noch kann Politik sich den Weg aussuchen. Bricht das Finanzsystem gibt es Chaos und danach keine kapitalistische Marktwirtschaft mehr.
    Das ist jedoch ein ganzes Buch, dass ich erst in einem Jahr schreiben werde.

  5. hagen tunt
    8. Juli 2012 um 09:27 | #5

    Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass 70% der FTD-Leser Herrn Sinn unterstützen:

    Sinns Aufruf gegen die Euro-Rettungspolitik …
    Antwort 1: gehört an den Stammtisch 25%
    Antwort 2: ist zu drastisch5%
    Antwort 3: ist vollkommen richtig 70%

  6. Michael Wendl
    6. Juli 2012 um 10:11 | #6

    Der Hinweis auf die Geldtheorie bzw. den Mangel an einer solchen ist sinnvoll. Ein wesentlicher Kosntruktionsfehler der Währungsunion besteht darin, dass ihre Zentralbank, die EZB, nicht als Lender of the last Resort handeln darf. Das ist das Erbe der Tradition des deutschen Bundesbank, die der neuen Zentralbank einer Währungsunion ohne Sinn und Verstand aufgezwungen wurde. Deutschland konnte sich wegen seiner aggressiven und erfolgreichen Exportorientierung eine geldpolitisch verstümmelte Zentralbank leisten, weil eine Beggar the neighbour-Politik nur eine stabile Währung benötigt, um Unterbewertung und Leistungsbilanzüberschüsse zu erzielen. Für die Geldmenge in einer internationalen Wirtschaft war die US-Fed zuständig. Damit konnte Deutschland lange Jahre den Störenfried in der Weltwirtschaft spielen. Jetzt geht das nicht mehr. Diese Geldpolitik funktioniert aber auch nicht in einer Währungsunion mit großen Leistungsbilanzsalden für die diese Expoetorientierung mit verantwortlich ist. Also muss sich die EZB diese Funktion des Gläubigers der letzten Instanz, der für die Geldmenge der Union zu sorgen hat, mühsam und über viele Umwege erkämpfen. Den Helden des deutschen Monetarismus gefällt das nicht, weil sie über keine Theorie der Funktion und Dynamik des Geldes verfügen ausser der überholten Quantitätstheorie. Was ich irritierend finde, ist, dass sogar Keynesianer wie Peter Spahn und Arne Heise den Aufruf unterschreiben haben. Sie müssten es eigentlich besser wissen.

  7. John Doe
    6. Juli 2012 um 10:04 | #7

    Vielleicht können sie mir schon Heute oder auch erst Morgen die Frage beantworten, wie es zu den Summen im Finanzbereich kommen konnte, wenn doch die weltweite Wirtschaftsleistung nur bei rund $ 70 Trillion liegt.
    lizenzsierter Finanzbereich: $ 60 Trillion
    unlizenzsierter Finanzbereich: $ 702 Trillion

    Vor rund 30 Jahren lag der Anteil des Finanzbereichs am BIP bei rund 12 %. Heute liegt derAnteil so zwischen 35 % bis zu 50 %.
    (Quelle: BIZ, Basel)

    Korrelieren diese Volumina im finanzbereich mit dem Rückgang der realwirtschaftlichen Wachstumsrate über die letzten 35 Jahre gesehen gegen Null?

    Treffen Chomsky und Chossudowsky den Nerv, wenn beide thematisieren, dass es für das bis Anfang der achtziger Jahre angehäufte Kapital in der Realwirtschaft, im Gegensatz zum liberalisierten und deregulierten Finanzbereich, keine adäquaten, weil systemlogisch notwendig, Renditen mehr gab.

    Was ist da bloß schief gelaufen, Herr Ohanian? Den Zahlen des BIZ nach zu urteilen ist dieses Geschäftsmodell gründlich in die Hose gegangen.

    Haben Sie eine Ahnung, warum alle Professoren es unterlassen haben stringent zu argumentieren, wie diese Volumina wieder aus dem System zu bekommen sind und wer was dabei zu verlieren hat?

    Wie stellen Sie es sich vor, wie diese Volumina wieder aus dem System zu bekommen sind?
    Wie stellen Sie es sich vor, wie es zukünftig vermieden werden kann, dass solche Volumina auf gebaut werden können?
    Können Sie sich mit der Forderung anfreunden, dass der gesamte Finanzbereich weltweit wieder auf das Volumen von 12 % am BIP zurück geführt werden muß?
    Welche der “innovativen” Geschäftsmodelle sind zuerst zu eliminieren?
    Warum muss es Franck-Dodd mit über 1000 Seiten sein, geht es nicht auch kürzer, back to the roots?

    “Ich freue mich auf jeden Kommentar” (Quelle sinngemäß abgewandelt: s. o.)

    • Peter Noack
      6. Juli 2012 um 11:08 | #8

      Verehrter John Doe!
      In der Marktwirtschaft kommt es zu einer Doppelung: Auf der einen Seite sind das sämtliche Güter und Dinstleistungen und auf der anderen Seite die Geldmenge, um diese Güter- und Dienstleistungssumme zu zirkulieren. Wird dieser realwirtschaftliche Zusammenhang dann noch durch Finanzmarktprodukte ohne Realitätsbezug vergrößert, dann haben wir nicht 70 Trillionen (USA) und auch nicht 140 Trillionen, sondern 210 Trillionen. Das ist ungefähr die Bilanzsumme aller Banken der Erde. Dabei ist immer unterstellt, dass die Summe der Preise für Güter und Dienstleistungen in gleicher Geldsumme gemessen ist. Durch Derivate erhöht sich das ganze noch einmal um den selben Betrag. Das ist natürlich alles sehr vereinfacht und nur zur Übersicht fixiert. Haben Gut und Geld noch einen realwirtschaftlichen Zusammenhalt, gilt das für die Derivate schon nicht mehr. Das ist ja auch gar nicht beabsichtigt. Deshalb liegt den Derivaten kein reales Geld, sondern nur virtuelles Geld, zugrunde. Kommen wir zu den 702 Trillionen. Hier sieht es anders aus. Diese Summe ergibt sich, wenn an 250 Handelstagen ca. 2.800 Mrd. Dollar um den Erdball gejagt werden. Tatsächlich sind das nur 2.800 Mrd. Dollar, die in der übrigen Wirtschaft aufgehen. Damit ist allerdings ein theoretisch emminent wichtiges Problem verbunden. Haben wir bei Gut und Geld lediglich zwei Preissummen gegenübergestellt, wird jetzt nach der tatsächlichen Geldmenge gefragt, um die Güter und Dienste zu zirkulieren. Entsprechend der jeweiligen Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, das ist die Zeit, in der ein Geldstück (Schein) von der Bank an den Kunden ausgegeben wird, bis die Bank das selbe Geldstück (Schein) nach vielen Kauf- und Verkaufshandlungen wieder zurück erhält. Das gilt auch für Giralgeld. Hier ist klar, dass die tatsächliche Menge Geld immer kleiner ist als die tasächliche Preissumme der Güter und Dienste. Wieviel das ist kann mit der Umlaufgeschwindigkeit errechnet werden. Welcher Ökonom beschäftigt sich noch damit? Ich kenne keinen. Alle werden jedoch nicht müde, zu beklagen, dass der Staat Geld druckt. Das ist für Giralgeld gar nicht nötig. Wie damit gekauft und bezahlt wird, lässt sich an jeder Supermarktkasse sehen. Hier liegt übrigens auch die Ursache dafür, warum Geld aus Edelmetallen durch “wertloses” Papier ersetzt werden konnte. Goldhändler, die auf steigenden Goldpreis setzen, wollen davon natürlich nicht wissen. Das ist jedoch schon ein neues Thema.

      • John Doe
        6. Juli 2012 um 14:42 | #9

        Sehr geehrter Herr Noack,

        haben wir nur ein Liquiditätsproblem oder ein Solvenzproblem? Wer ist illiquide und/oder insolvent, nur der private Sektor, nur die Wirtschaft, nur der gesamte Finanzbereich, nur die Banken oder nur der Staat, oder alle Sektoren zusammen?

        Welchen Effekt haben jetzt die locker gemachten Rettungsgelder? “Realisieren” sie nur etwas, was es “vorher nicht gegeben” hat?

        Welcher positive/negative Effekt tritt ein, wenn die Notenbank Staatsanleihen aus dem Bankensystem abzieht?

        Die Staatsanleihen sind zwar Ramsch. Sind aber EU-Hypothekenkredit, oder eine EU-Unternehmensanleihe, eine EU-Bankanleihe weniger ramschig und kann im System bleiben?

        Stimmt die Lösung: „Aber wenn sich die Situation verschärft, dann kann die Fed oder die EZB ja einfach Geld drucken und alles ist wieder in Ordnung!“

        Letzte Frage: Ist das Geschäftsmodell “Finanzialisierung” an Statt “Realwirtschaft” nun schief gegangen oder nicht?

  8. Peter Noack
    6. Juli 2012 um 09:25 | #10

    Worin besteht der Dilletantismus deutscher Ökonomen? Dieser besteht nicht in den Formulierungsdifferenzen, wie Herr Ohanian vermutet. Worin dann? Er liegt im Unverständnis der Rolle des Geldes in der Realwirtschaft und in dem Unverständnis der Rolle des Geldes in der Finanzwirtschaft, die sich von der Realwirtschaft abgehoben hat und über ihr schwebt. Da die Finanzwirtschaft ein Eigenleben führt, reichen die Billionen zunächst nicht in die Realwirtschaft und treiben deshalb nicht die Inflation, wie von den selben Ökonomen immer wieder kolportiert.
    Die unglöste Frage ist die: Wie viel Geld benötigt eine Weltwirtschaft von 60 Billionen Dollar oder 48 Billionen Euro zur Umsetzung dieser Menge an Gütern und Dienstleistungen. Mainstreamökonomie, die als neoliberal bezeichnet wird, stellt sich diese Frage nicht und gibt folglich keine Antwort. Das hält diese jedoch nicht davon ab, das Schlimmst zu befürchten und Warnungen auszusprechen. Darüber kann der Bürger, der sonst keine weiteren wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse hat, am Stammtisch trefflich debattieren. Auch das ist gewollt. Solange Ökonomen und Politiker nicht wissen wie es weiter geht, sollen und dürfen auch die Bürger nicht besser bescheid wissen, auch wenn jeder Buchhalter Soll und Haben exakt unterscheidet und einen centgenauen Rechnungsabschluss vorlegen muss. Das gilt dann auch für Vermögen und Schulden.
    Jetzt ist es nur noch ein kleiner Gedankenschritt, dass die bilanzierten Gesamtschulden der Banken sich aus der Summe von Staatsschulden und den gesamten Privatschulden der Unternehmen und Privathaushalte ergeben. Demgegenüber stehen dann Geldvermögen von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten, die auf den Cent genau dieselbe Summe ergeben müssen. Damit ist die Lösung schon gegeben. Werden sämtliche Schulden bezahlt, verschwinden im selben Umfang die Vermögen. Wer viel Vermögen hat, muss viel verlieren. Hier liegt die Lösung für die eigentümliche Politik zur Stützung der Finanzmärkte. Es sollen die Vermögen geschützt werden, die nicht durch Einlagensicherung von Kleinsparern bis 100.000 Euro geschützt sind. Beispiel: Wie viele Konten müsste Frau Kladden anlegen damit ihr gesamtes Geldvermögen geschützt wird? (oder Haniel oder Porsche oder, oder, oder)
    Die Fakten sind einfach und klar. Da gibt es keine Interpretation. Das ist Mathematik in naturwissenschaftlicher Ausprägung. Deshalb ist es um so wichtiger in der ideologischen Auseinandersetzung, die Fakten zu verdrehen und der Interpretation von Interessenzielen zugänglich zu machen. So ist es bei den dilletierenden Ökonomen dann auch deutlich erkennbar. Sie mögen noch soviel dilletieren. Sie helfen bei der Durchsetzung der Interessen ihrer Auftraggeber, die sie dafür auch gut bezahlen. Es geht also um großes Theater mit allem Drum und Dran.
    Politik wird auch diesen Aufruf ignorieren, weil diese andere Interessen präforiert. Ökonomen beklagen dann wieder die Beratunfgsresistenz und Medien spielen das Schmierentheater weiter. Ist Besserung in Sicht? Mit den selben Akteuren wohl kaum! Da keine anderen Akteure mitspielen oder mitspielen dürfen, wird wohl alles beim Alten bleiben. Auch das ist gewollt. Aber wie sagt schon der Volksmund: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Wann bricht das Finanzsystem und mit ihm die Marktwirtschaft? Suchen sie die Antwort.

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