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Wirtschaftdienst exklusiv – Das Netzwerk deutscher Aufsichtsräte und Unternehmensvorstände

12. November 2012

Ein Beitrag im aktuellen Wirtschaftsdienst präsentiert Ergebnisse einer statistischen Netzwerkanalyse zur Konzentration von ökonomischer Macht im deutschen Unternehmerbereich. Demnach existieren enge Verflechtungen von Akteuren in Aufsichtsräten und Vorständen. Eine Mandatsliste zeigt Ulrich Lehner an der Spitze der Personen im Kern der Konzernnetzwerke.


In einem ersten Schritt klären die Autoren, Thomas Lux, Mishael Milakovic und Simone Alfarano, Grundbegriffe der Netzwerktheorie, sie erläutern die Auswahl der verwendeten Daten und skizzieren die angewandte Methodik. Die Netzwerkanalyse, eine Methode, die ursprünglich Anwendung in den Naturwissenschaften fand, fasst die Gesamtheit der durch Mandate in Aufsichtsräten und Mitgliedschaften in Vorständen verknüpften Personen und Unternehmen als ein Netzwerk. Mehrfachmandate stellen einen konstitutiven Bestandteil des Netzwerkes dar, sodass sich die Analyse solcher Mandate nicht auf ihre Zählung beschränkt. Auf diese Weise kann eine differenzierte Strukturanalyse des jeweiligen Netzwerkes vorgenommen werden.

Die Ergebnisse der datenanalytischen Betrachtung sind deutlich: Die Existenz von Mehrfachmitgliedschaften unterliegt systematischen Tendenzen, sodass eine relativ kleine Gruppe eine vergleichsweise hohe Zahl von Positionen simultan besetzt. Die Autoren sprechen in diesem Fall von einem sogenannten Kernbereich des Netzwerkes. Im Verlauf ihres Beitrags nehmen sie eine detaillierte Analyse des Kernbereichs und seiner Akteure vor.

Offensichtlich gab und gibt es, so die Autoren, trotz des Wechsels von Personen und Unternehmen eine Art “Selbstorganisation” des deutschen Unternehmerbereichs, die ein dicht geknüpftes Gravitations-Zentrum hervorbringt. Deshalb sei es wichtig, die sozio-ökonomischen Determinanten dieser Kernbildung zukünftig zu erforschen.

Der ganze Text als PDF.

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  1. John Doe
    13. November 2012 um 12:56

    Liebe Jelena,

    werden Sie nach der Erkenntnis, dass der Klüngel der neoliberalen Agendapolitik, gesteuert von menschlichen Interessen nach absolutem Gewinn und absoluter Macht, geschaffen und exekutiert von Menschen, die einzige Macht ist, die regiert.

    Liebe Jelena, es ist nicht das von Menschen konzipierte Ding “Markt”, mit seiner unsichtbaren Hand, der die Geschicke lenkt. Ich halte Sie für klug genug mir die Frage zu beantworten, ob das als quasi göttliche Macht, los gelöst wie einst Major Tom, konzipierte Ding “Markt”, ohne den Menschen existieren würde, irgendwen einen Deut interessieren würde. Ich halte Sie auch für so klug, dass Sie in der Lage sind, Analogien zum Konzept des Herrschers von “Gottes Gnaden”, die mit dem “blauen Blut” in den Adern, zu ziehen, welche ihre Macht aus dem eigens dafür geschaffenen Zirkelschluss, zogen.

    Welche Konsequenzen werden Sie ziehen? Werden wir immer noch die danach als dümmlich zu wertenden Floskeln lesen müssen:

    – der Markt hat recherchiert
    – der Markt fordert
    – der Markt straft ab
    – der Markt belohnt
    – der Markt hat entschieden

    Wenn Sie weiterhin diese Formeln benutzen, dann müssen Sie ziemlich nah am Mund des Marktes sein, der Ihnen seine Geheimnisse verrät. Die irdischen Adressen des klüngelnden Netzwerkes sind bekannt. Wie sieht es aber mit der irdischen Adresse des “Marktes” aus. Sind Sie im Besitz dieser Adresse und werden Sie sie uns, wie die irdische Adresse des klüngelnden Netzwerkes, verraten?

    Marie Atoinette soll geantwortet haben, als die Pariser Bürger nach Brot riefen, “dann sollen sie doch einfach Kuchen essen”. Wie würden Sie diese Antwort in die Sprache der wirklich Mächtigen, z. B. der Gebrüder Koch in den USA, dieser Welt übersetzen?

  2. Traumschau
    13. November 2012 um 00:25

    Tja, was soll man dazu sagen? Wer einigermaßen kritisch die Ereignisse verfolgt, wusste das!
    Es ist ein “Gravitationszentrum”, in dem die immer selben Akteure mit den immer selben Interessen LETZTLICH die Politik bestimmen. Es ist ein Klüngel der neoliberalen Agendapolitik, die unsere Politiker bis dato mit anscheinend “alternativlosen” Entscheidungsvorschlägen im eigenen Interesse und zu Ungunsten der Mehrheiten der Bevölkerungen in GANZ Europa hinter die Fichte führt. Das Dumme ist nur: Die merken es nicht oder wollen das in Anbetracht der üppigen Parteienspenden nicht merken. Opportunismus bis zum Anschlag oder Korruption? Vielleicht von beidem etwas?
    Aufräumen ist angesagt! In ganz Europa, denn das ganze Desaster ist überhaupt nicht nötig. Würde man sich endlich voll und ganz zur Demokratie bekennen, dann kann es nur einen Weg geben: Zugunsten der Völker und gegen die (wirkliche) Kapitalelite. Aber das wird wohl ein Traum bleiben. Also, wird die Masse ärmer und die Reichen werden noch reicher.
    Oder anders: “Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht.”
    Das kann sehr bald schon der Fall sein! Hoffentlich halten sich die Opfer in Grenzen – das meine ich sehr ernst!!

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