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Eine persönliche Riester-Bilanz

28. Dezember 2012

Wenn es um die Riester-Rente geht, machen große Teile von Medien und Öffentlichkeit keine Unterschiede mehr: Teuer, unflexibel, lohnt nur für bestimmte Klientel. Destruktiv zu sein ist schwer in Mode, konstruktives habe ich seit langer Zeit nicht mehr gelesen (auch gestern nicht, nachdem der als “Studie” getarnte Zusammenschriebs oller Kamellen von Prof. Andreas Oehler die Runde machte). Hier eine Bitte an alle Riester-Basher: Zerfleddern Sie doch bitte mal meinen Riester-Vertrag. Mit dem bin ich nämlich hochzufrieden angesichts eines Plus von 95 Prozent auf meine Nettobeiträge. Nach Gebühren. Nach Ausgabeaufschlägen. Und nach der größten Finanzkrise seit Jahrzehnten.

2007 entschied ich mich, meine Vorsorge um einen Riester-Fondssparplan zu ergänzen, einer Riester-Form, die in dem allgemeinen Gejaule über die bösen Riester-Versicherungen kaum noch erwähnt wird.

Warum der Fondssparplan? Weil ich das Chance-Risiko-Verhältnis als äußerst attraktiv erachtet habe und die Börsen seinerzeit zu taumeln begannen – ein guter Zeitpunkt für den Beginn eines Sparplans, der steuerlich stark gefördert wird und dank der Garantie für eingezahlte Beiträge inklusive Zulagen eine Art eingebaute “Mindestverzinsung” hat.  Erst Recht, wenn man 30 Jahre Zeit hat.

Das in Verbindung mit dem disziplinierenden Effekt (bei Kündigung sind Zulagen/Förderung futsch) und dem damaligen Plan, dass die Mittel ab 2008 auch für eine Immobilienfinanzierung verwendet werden könnten, schien mir die Nachteile mehr als aufzuwiegen.

Die Nachteile: Teile der Gelder fließen in der Auszahlphase in eine Rentenversicherung, weshalb man schon ein gewisses Alter erreichen muss, damit sich das “rechnet”. Und natürlich wird die Riester-Rente in der Auszahlphase voll besteuert. Aber das schert mich kaum, denn im Alter dürfte mein Einkommen (und entsprechend die Besteuerung) geringer sein als heute – und obendrein gibt es nichts kraftvolleres, als den Zinseszins rund drei Jahrzehnte lang schalten und walten zu lassen mit komplett einkommens- und abgeltungsteuerfreien Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen im Mantel des Riestervertrages. An 30 Prozent der eingezahlten Summe komme ich mit Rentenbeginn obendrein sofort und muss nicht alles verrenten.

Mit (damals) 32 hatte ich 30 Jahre Ansparphase vor mir. Das ermöglicht einen hohen Aktienanteil für den Fondssparplan, da nach hinten genügend “Zeit” bleibt, zwischenzeitliche Verluste aufzuholen. Die Rendite der schlechtesten 30-Jahres-Periode im DAX seit 1948 betrug rückgerechnet 4,8 Prozent – pro Jahr. Also: Gekauft zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt auf einen Schlag und verkauft zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt 30 Jahre später (wäre übrigens 1960 bis 1990 gewesen).

Bei dem von mir gewählten Produkt – der UniProfiRente – jedenfalls flossen und fließen bei jüngeren Sparern 100 Prozent der Einzahlungen in den Aktienfonds UniGlobal. Den Fonds erachte ich aufgrund bescheidender Gebühren und einer seit Jahren überzeugenden Performance als gute Basis für den Riester-Fondssparplan.

Wie ich seitdem vorgegangen bin: Ab Start im November 2007 flossen jeden Monat 100 Euro in den Riester-Fondssparplan. In einigen Jahren habe ich zum Jahresende noch mit einer Einmalzahlung meine Einzahlungen auf den (bei meinem Gehalt) höchsten förderfähigen Betrag von 2100 Euro pro Jahr aufgestockt.

Ziehen wir mal Zwischenbilanz:

Ausweislich meines aktuellen Auszugs habe ich seit 2007 8400 Euro eingezahlt.

Auf meine Einzahlungen habe ich jeweils den vollen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent gezahlt, das Fondsvermögen wird derzeit mit 1,3 Prozent Gebühren pro Jahr belastet für das Fondsmanagent. Der Fonds hat diese Gebühren mit dem Schlagen des MSCI World aber auch “verdient”.

Ich bin zu 100% mit meinen Einzahlungen im UniGlobal investiert und wurde auch nie “umgeschichtet”, um den Kapitalerhalt zu Rentenbeginn sicherzustellen.

Das Gesamtvermögen meines Riester-Vertrags beläuft sich Stand heute auf 10.347,61 Euro. Trotz Ausgabeaufschlag. Trotz Managementgebühren. Trotz der größten Finanzkrise seit Ende der 20er Jahre und einem veritablen Crash und einem Einzahlungsbeginn nahe dem Allzeithoch im DAX.

Macht ein Plus von 23,2 Prozent.

Allerdings sind die eingezahlten 8400 Euro ein Bruttobetrag. Jedes Jahr kann ich nämlich meine Rieser-Beiträge von der Steuer absetzen. Daher macht auch die “Einmalzahlung” im Dezember Spaß: Ich zahle die Differenz zu 2.100 Euro ein, vor zwei Wochen etwa knapp 900 Euro, weil ich ja 12×100 = 1200 Euro monatlich eingezahlt habe . Im Februar oder März mit der Steuer bekomme ich gut ein Drittel davon wieder zurück.

Über den Daumen gepeilt komme ich auf rund 36 Prozent Förderquote über die Jahre 2007-2011 [Sie können jetzt übrigens gerne mein Gehalt über den Daumen gepeilt nachrechnen].

Das heißt: Von den eingezahlten 8400 Euro musste ich bislang netto tatsächlich lediglich rund 5400 Euro aufwenden. Bezogen auf meine bisherigen Netto-Beiträge (und ohne unter den Tisch fallen lassen zu wollen, dass ja im Alter die Steuer greift), steht mein Riester-Vertrag also Stand heute bei ungefähr 95 Prozent Plus. 5.400 aufgewendet. 10.400 liegen drin. Nach Ausgabeaufschlag. Nach Managementgebühren. Nach der größten Finanzkrise seit Jahrzehnten. Das nenne ich ein kleines Wirtschaftswunder. Und für meine für 2012 geleisteten Beiträge werde ich im Frühjahr noch eine Steuererstattung bekommen, die ist in dieser Rechnung noch nicht drin. Dann ist die Rendite auf meine Nettobeträge bei über 100 Prozent.

Vielleicht lässt die Managementleistung nach. Vielleicht rappelts an den Börsen heftigst (in diesem Fall werde ich meinen Riester-Fondssparplan antizyklisch und ungefördert mit Einzahlungen “aufstocken”, was auch vor dem Hintergrund der Abgeltungsteuer taktisch eine Variante für den ein oder anderen Riester-Hasser sein kann). Vielleicht fällt uns aber auch irgendwann der Himmel auf den Kopf?

Ich muss natürlich damit rechnen, dass mit Renteneintritt ein ziemlich saftiger Anteil meiner dann angesparten Summe für die Sicherung der lebenslangen Rente ab 85 aufgewendet werden muss (die verpflichtend ist bei Riester-Policen), weil sich die Lebenserwartung nochmal erhöht und viele den statistischen Kniff unterschätzen, dass man – wenn man einmal die 60 erreicht hat – eine deutlich höhere Lebenserwartung hat als ein Neugeborener. Viele Lebensrisiken hat man dann ja schon hinter sich, “hantiert” wird aber ja immer mit der Lebenserwartung der Neugeborenen. Damit kann ich aber vor dem Hintergrund der Förderung und des zu erwartenden Verlaufs bzw. Rendite eines Fondssparplans mit 30 Jahren Laufzeit leben.

Zudem werden die Niedrigzinsen zu einem großen Problem werden – nicht nur bei meinem Riester-Produkt. Der Rentenfonds, der bei der UniProfiRente den Kapitalerhalt garantieren soll (und in den man blöderweise umgeschichtet wurde und wird bei fallenden Kursen aus dem Aktienfonds Uniglobal), weist derzeit nur eine Durchschnittsrendite nach Gebühren von 1,3 Prozent auf. Die “Empfindlichkeit” gegenüber Kursrückgängen steigt. Plastisch: Wenn ich nur noch 1,3 Prozent einigermaßen risikolos verdienen kann, muss ich “schon” bei einem Verlust von 18 Prozent (bezogen auf das eingezahlte Kapital inkl. Zulagen) umschichten in das risikolose Asset, damit die 18 Prozent Verlust binnen 15 Jahren (!) aufgeholt werden können. Unter Umständen sollte man daher bei einem Aktienmarkt in der Übertreibungsphase auch mal einen Teil umschichten lassen in sichere Anlagen.

Das heißt: Ein bisschen Betreuunng braucht das Produkt schon, idealerweise versieht man es mit einem Hauch antizyklischem Einzahlen, weil der Mechanismus der Kapitalgarantie leider prozyklisch wirkt (bei fallenden Kursen wird rein in sichere Anlagen geschichtet).

Ich freue mich über Kritik und Zerfledderung meines Produkts und will auch nicht verschweigen, dass es viele frech verprovisionierte und schrottige Riester-Rentenversicherungen gibt. Ich sehe bei Riester auch einige “Lenkungsprobleme”, und da bin ich Teil des Problems: Halbwegs gutverdienende Leute nehmen natürlich jede Förderung mit, während bei Geringverdienern – denen man ja mit der Einführung 2001 auch die Rente gekappt hat – nur jede sechste riestert.

Statt aber auf die Berater draufzudreschen, sind wir in Sachen Riester auch mal an einem Punkt angekommen, an dem ich mich frage, was die Verantwortung des Einzelnen ist, sich auch mal schlau zu machen und auf dieser Basis zu entscheiden oder an einen Berater zu wenden. Die Informationen sind da und auch gut – zum Beispiel selbst bei Wikipedia oder in guten Publikationen wie “Finanztest”. Wenn man aber mehr Zeit für den Kauf eines Smartphones oder Datentarifs als für eine Altersvorsorge über mehrere Zehntausend Euro verwendet, dann bitte hinterher auch nicht herumheulen, wenn etwas schief geht oder abstrakt “Berater” oder “Finanzdienstleister” beschimpfen (wenngleich ich die Kritik in vielen Punkten teile).

Eingeführt wurde Riester einst, als die Kapitaldeckung chic war Anfangs der Nuller Jahre. Jetzt, gut zehn Jahre später, wird sie in Bausch und Bogen verdammt. Wenn die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt, dann ist es immer noch nicht der dümmste Zeitpunkt, über einen Riester-Fondsssparplan (oder Banksparplan) nachzudenken, wenn man bislang gar nicht “geriestert” hat. Oder einfach den Anbieter zu wechseln.

PS: Abschluss des Vertrags in der Filiale Düsseldorf-Altstadt der Sparda West hat 2007 ca. 5 Minuten gedauert, das Ausfüllen des Dauerzulagenantrags und die Übermittlung der eTIN-Nummer vor ein paar Jahren weitere zwei Minuten, seitdem ist der administrative Aufwand, den ich für meinen Riester-Fondssparplan habe jedes Jahr etwa 30 Sekunden. So lange brauche ich, die mir unaufgefordert zugeschickten Bestätigungen über die eingezahlten Summen für meine Frau und mich  samt Anbieterschlüssel in mein Steuerprogramm zu übertragen.

PPS: Bevor jemand glaubt, dies sei eine Werbeveranstaltung für die UniProfiRente ;-): Die DWS bietet mit der DWS TopRente ein ebenfalls konkurrenzfähiges und günstiges Riester-Produkt unter https://www.dws-direkt.de/ – sogar mit geringerem Ausgabeaufschlag je Rate für Selbstentscheider und einem alternativen Sicherungskonzept.

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  1. Gordon Gekko
    1. Januar 2013 um 14:58

    Ich kann das nur bestätigen, bin bereits seit Gründung bei der UniprofiRente, Leider wurde ich aber ungefragt während der Krise in den Rentenfonds geschoben(und ein Zurück gibt es angeblich nicht) obwohl ich ja ganz bewusst den Aktienfonds haben wollte, wegen der möglichen Renditen ::-(

    • Th.E.
      2. Januar 2013 um 11:27

      Kann ich nur bestätigen, ging mir genauso. Auch ich hatte mich für die UniProfitrente entschieden und wurde in der Krise ungefragt in den Rentenfonds geschoben. Seither hält sich der Erfolg sehr in Grenzen. Ich hatte versucht es rückgängig zu machen, aber mir wurde ebenfalls gesagt, dass das nicht möglich sei, da man ja eine Mindestverzinsung garantieren müsse und das mit den Fonds nicht ginge. Es liese sich nicht ändern.

      • Christian Kirchner
        2. Januar 2013 um 12:19

        Hallo,
        die Umschichtungen sind natürlich ein Problem. Das will ich nicht kleinquatschen. Dummerweise gehen Einbrüche am Aktienmarkt mit höherer Volatilität und wegen der Flucht in Sicherheit mit niedrigeren Zinsen einher. Alle drei Faktoren erhöhen die Gefahr, ohne Rückkehroption in den mager verzinsten Rentenfonds umgeschichtet zu werden. Deshalb schrieb ich auch, dass das Produkt ein wenig Beobachtung brauch – um etwa im Falle von Kursrückgängen wie Ende 2008 oder Spätsommer 2011 ein wenig “Nachzuzahlen”, um den Deckungsgrad zu erhöhen. Das ist aber dem typischen Kunden, der sich ja nicht darum kümmern will, nicht zuzumuten und auch ein Fehler des Produkts, denn bei Auflage schien eine derartige Niedrigzinsphase undenkbar, der Garantiemechanismus ist sehr stumpf ausgelegt. Erschwerdend kam hinzu, dass meiner Erinnerung nach die UniProfiRente gerade wegen ihres hohen Aktienanteils in Vergleichstests immer gut abschnitt – bis es dann 2008/2009 erstmals massiv Umschichtungen gab. Das haben auch wir Journalisten unterschätzt.

        Wenn Sie mit dem Produkt und dem starren System unzufrieden sind, können Sie aber auch problemlos den Anbieter wechseln und sich das bisher aufgelaufene Guthaben übertragen lassen. Also etwa von der UniProfiRente in die DWS-Produkte, die weniger starr sind und wo das Geld sofort mit höherem Aktienanteil arbeiten kann. Es fallen auch keine neuen Gebühren an, und die überschaubaren Wechselgebühren übernimmt in dem Fall die DWS.
        (https://www.dws-direkt.de/dsp/cms/html/riester-wechseln.jsp) Das ist natürlich keine Empfehlung, sondern soll nur eine Anregung sein.

        Beste Grüße,
        Ihr
        Christian Kirchner

  2. Christian Kirchner
    1. Januar 2013 um 12:23

    Hallo, bitte nicht die Zahlen verdrehen, ich habe nicht jedes Jahr den Max-Betrag eingezahlt (schlicht verbaselt) und die Zahlenangaben sind, wie auch im Text steht, nach Ausgabeaufschlag und Mgmt-Gebühr. Und die ordentliche Rendite selbst ohne Förderung ergibt sich ja schlicht daraus, dass, wie bei Sparplänen eben üblich, auch zu tiefen Kursen 2008-2009 Anteile erworben wurden. Viele Grüße!

    • Man weiß es nicht
      4. Januar 2013 um 16:07

      Sicherlich richtig, aber ihr Fonds hat seit Auflegung eine Rendite von 4,68%/Jahr erzielt (inklusive W-wunder, Ende 90iger und 2003-2007), damit würden sie ohne Kosten gerade mal ihr eingezahltes Vermögen erhalten (kaum mehren), wenn man alle Besteuerungen außer acht lässt, und die Nachbesteuerung während der Rente muss man da mit reinnehmen, ansonsten sind alle Diskussionen über Riester müßig. Und wenn sie 2007 angefangen haben sie bis Mitte 2009 fast die Hälfte ihres eingezahlten Vermögens vernichtet, müssten also 100% Rendite erziehlt haben um das wieder auszugleichen.
      Bin daher irgendwie skeptisch über die Zahlen.
      Auch wenn Riester sicherlich wenig Zeit in Anspruch nimmt, bin ich mit einer persönlichen Finanzplanung ab einem gewissen Ausbildungsgrad (nur nicht BWL,VWL) erfolgreicher, auch wenn ich nur 1 Stunde die Woche dafür einplane und mit Software (kostenlos) habe ich täglich in einer Minute einen Überblick über mein Vermögensmanagement.
      Gebe aber zu, habe dies auch erst seit der Finanzkrise in die Hand genommen und da ich der Altersvorsorge in D in seiner Gänze nicht mehr traue.

      • Christian Kirchner
        7. Januar 2013 um 10:51

        Hallo, die Argumentation verstehe ich offen gestanden nicht. Wieso würde ich ohne Kosten gerade mal mein eingezahltes Vermögen erhalten? Klar, da geht dann noch die Teuerung ab, aber die Sache ist ja auch eine Frage der Alternativen, die von Kritikern selten aufgezeigt werden. Die 4,7 Prozent müssen Sie ja mit Alternativen NACH Abgeltungsteuer erst mal erreichen, das ist alles andere als trivial.

        Und was die Nachbesteuerung verschlechtern kann / soll, verstehe ich auch nicht: Es handelt sich ja um eine Steuerstundung, deren Effekt um so größer ist, je länger der Betrachtungszeitraum ist und desto höher die Rendite nach allen Gebühren. Selbst bei 4,7 Prozent p.a. (ich komme übrigens mit Sparplanrechnern von Fondsweb.de NACH Managementgebühr und (!) Ausgabeaufschlag auf 5,3 Prozent p.a. von 1960 bis heute) über, sagen wir, 25 Jahre und unter den pessimistischen Annahme, dass die Besteuerung im Alter genauso hoch ausfällt wie jetzt, bekommt das Produkt doch einen schönen Renditeschub.

        Die Besteurung wird nur dann zu einem Problem, wenn das Produkt Schrott ist (Performance und/oder Gebühren) oder man annimmt, dass der Staat in der Zukunft mit erheblich höheren Steuersätzen arbeiten wird. Und hier stimme ich den Kritikern zu, dass beim “Riestern” an der Vertriebsfront viel Unsinn läuft, nämlich genau beim “Steuersparargument”, denn dann bekommen die meisten Kunden leuchtende Augen, wenn sie Steuern “sparen” können; damit das beim Riestern funzt, muss natürlich das Produkt auch was taugen. Das skizzierte “Versicherungsproblem” hinten heraus fällt aus kritischer Sicht jedenfalls für mich am stärksten ins Gewicht.

        Dass natürlich mit der Wahl der Zeiträume bei Fondsbetrachtungen auch zwischendurch ein ziemlich massiver Drawdown im Spiel war, korrekt, allerdings auch nicht in dem Ausmaß, das Sie vorrechnen, denn der Sparplan glättet ja die Performance ein wenig. Selbst wenn Sie bei DAX 8100 im Juli 2007 angefangen haben, 100€ pro Monat einzuzahlen und dann punktuell bei DAX 3666 im März 2009 auf dem absoluten Tief noch mal schauen, dann haben Sie beim Uniglobal bis dahin 2100 Euro eingezahlt und 1367 Euro Depotwert, also ein schlimmes, aber ja auch nur über eine Extremwertberechnung errechnetes Minus von “nur” 35 Prozent bezogen auf alle Einzahlungen, übrigens nach Ausgabeaufschlag und Gebühren. Drei Monate später, im Juni 2009, wären es schon wieder nur noch 16 Prozent Miinus gewesen, kein Jahr später wäre der Sparplan auch schon wieder im Plus gewesen. Beste Grüße, Ihr Christian Kirchner

  3. Man weiß es nicht
    1. Januar 2013 um 01:42

    Spannende Geschichte, der Autor hat seit 2007 jährlich 2100 Euro (weil die Dezemberzahlung soviel Spass macht) eingezahlt, macht nach Adam Riese in 5 Jahren 10500 Euro und nicht 8400 Euro, mit Förderung (nehme mal kein Kind an) macht das dann 11270. Die Performance des Fonds lag in den letzten 5 Jahren bei 11 Prozent, also 2,2% Jahr. Da spielt die Wertentwicklung nicht mal die Kosten für den Anteilskauf ein. Die Rechnung wird erstmal nur besser, weil der Autor die jetzige Steuerersparnis mit hinzurechnet. Leider bleibt er die vollständige Rechnung über den gesamten Zeitraum schuldig (wie auch alle Riestervertriebler egal welcher Coleur) und vernachlässigt auch die Kosten zur Verwaltung der Rente, liegen wohl bei 2.5 % Jahr,weiterhin fehlt die Provision des Vermittlers und spannend wird die Vorsorge für die Rentenzahlungen nach dem 85 Lebensjahr, sind zwischen 30-40 % der Gesamtsumme (kann vom Versicherer) festgelegt werden, auch vernachlässigt er die Inflation, wenn man zur Zeit sagt, dass man mindestens 4,1 Prozent Rendite erwirtschaften muss um das Vermögen zu erhalten dann müsste der Fonds des Autors 11% jährlich erwirtschaften. Schöner Artikel so er denn imltho stimmig wäre.
    Nur mal als Randanmerkung 2100 Euro sind 5 Monate Nettogehalt meiner alten Frisöse in D. Davon muss sie dann aber auch noch leben.
    Vlt. hören wir ja bei Renteneintritt nochmal vom Autor und wie sich sein Riesterplan so geschlagen hat.
    Hört sich zumindestens so an wie Herr Rüdiger Jungbluth (DIE ZEIT) Griechenlandanleihen Experiment. (http://community.zeit.de/user/rüdiger-jungbluth)

    • torsten
      3. Januar 2013 um 22:01

      Sehr gut beobachtet, und alle, die rechnen können und auch wollen, sollten bedenken, dass bei späteren Auszahlungen der Riesterrenten nicht nur die (nachgelagerte) Besteuerung anfällt, sondern obendrein die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Diese (“Un-“)Sozialbeiträge mutet man natürlich nur den unteren Zweidrittel der Riester-Versicherten zu, nicht aber einem wohl privat versicherten Herrn Fricke. Dann würde bei der Renditeberechnung das Riestern doch wieder eine schlechte Figur machen. Und dennoch bleibt fraglich, ob die derzeit zugrunde gelgte Berechung der Steuer- und Sozialabgaben angesichts Demographie, Staatsverschuldung und Folgen de Weltfinanzkrise so bleibt.

      • Christian Kirchner
        4. Januar 2013 um 01:02

        Hallo, ich bin nicht Herr Fricke, aber zur Sache: ich fürchte, Sie haben es genau falsch herum verstanden mit der SV-Pflicht im Alter für gesetzlich/freiwillig versicherte Riester-Empfänger. Beste Grüße, Christian Kirchner

  4. Karl Käfer
    31. Dezember 2012 um 09:32

    Was für eine ekelhafte Süffisanz. Einfach widerlich.
    Man möchte Ihnen fast schon wünschen, dass Sie ein entscheidendes Detail übersehen haben und mit Ihrem Riester ins Klo greifen.
    Einen schönen Lebensabend wünsche ich.

  5. 30. Dezember 2012 um 01:09

    Welch ein Schmarrn. “Riester” stand bei der Propaganda Show für ….das ist was für alle….ich bin IG Metall..glaubt mir…. vertraut mir…beim Maschmeyer hat man mich wohl reingeretuschiert oder wie das heißt. Ist eben nichts für “die Schleckerfrau ohne Anschlußverwendung”, der Fiesling, für Leiharbeitsknechte, ist aber typisch, das der Dreck neben den Außerirdischen auf der WP Startseite steht. Ekelhaft.
    Wäre ein Wunder, wenn alle noch in eine ordentliche geführte Wirtschaft Einlass bekämen. Das muss aufhören.

  6. Cristian Bank
    28. Dezember 2012 um 18:44

    Das Entscheidende dabei ist – neben der Auswahl des Produkts passend zum eingenen Risikoprofil – tatsächlich, ein Minimum an Verständnis für die Funktionsweise der Anlage zu entwickeln. Mehr als durch “schlechte Produkte” hat man in den letzten Jahren durch “schlechtes Management” des eigenen Geldes verloren !
    Mir hat die FTD seit 2008 häufig entscheidende Tipps dazu gegeben – schade, dass mein Zeitaufwand in den nächsten Jahren erheblich steigen wird, um mich auf den gleichen Kenntnisstand zu bringen…

  1. 5. Januar 2013 um 00:19
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