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FTD-Schattenrat setzt auf deutschen Sieg

22. Juni 2012 1 Kommentar

Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland heute Abend dürfte eigentlich aus deutscher Sicht nichts schief gehen. In sonst seltener Übereinstimmung erwartet der FTD-Schattenrat von in Prognosen erfahrenen Ökonomen einen klaren Sieg Deutschlands über Griechenland.

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Ungeklärte Haftungsfrage bei Banken – und bei Ökonomen

Die Finanz- und Schuldenkrise hat neue Fragen aufgeworfen, darüber, wie gut die Ratschläge der Ökonomen vorher waren. Die meisten Ökonomen sehen die Krise als Bestätigung für das, was sie vorher schon wussten: Entweder dafür, dass der Kapitalismus eben immer schon zu Krisen neigt, oder dass es zu viel Regulierung und Staatsschulden gibt. Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburger Wirtschaftsforschungsinstitut HWWI, fordert nach der Krise ein Umdenken.  Weiterlesen…

Diskussionen sind Gift

14. Juni 2012 1 Kommentar

Unter dem Titel „Alles fließt“ hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann heute eine Rede gehalten, in der es um vieles ging, was sich bitte nicht verändern soll. Es ging um die Balance von Haftung und Kontrolle in Europa,  Weiterlesen…

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Was Angela Merkel von Elinor Ostrom lernen kann

Wie es mit dem Euro weitergeht, hängt, so sieht es nun aus, vor allem von Angela Merkel ab. “Angela, können wir denn nicht mal endlich die Maschinen anwerfen?” fragt der „Economist“ in einem Titel-Cartoon mit einem längst untergegangenen Tanker. Selbst in Washington schaut man mit Sorge auf Berlin, weil man glaubt, es hinge nun alles in Europa vom Wort der Kanzlerin ab. Wird sie bei ihrer Meinung bleiben, oder wird sie sie ändern – dazulernen oder umfallen, je nach Blick?

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Konferenz der neuen Denker: Evolution statt Gleichgewicht

11. Oktober 2011 Kommentare aus

Dass die alten Modelle nicht mehr so richtig taugen, haben auch Entscheider gemerkt. So unterschiedliche Naturen wie Hank Paulson (Lehman-Terminator) und Jean Claude Trichet (bisheriger EZB-Chef) haben beide mal gesagt, die ökonomischen Modelle hätten ihnen wenig weiter geholfen. Weiterlesen…

Konferenz der neuen Denker: Die Ökonomik des Altpapiersammelns

10. Oktober 2011 Kommentare aus

Die OECD gilt als Technokratenverein. Die Beschreibung ist nicht ganz treffend. Die Grenzen der Regulierung sehen die Pariser Ökonomen sehr wohl.  Weiterlesen…

Konferenz der neuen Denker: Visonen für die Weltwirtschaft

10. Oktober 2011 Kommentare aus

Die Weltwirtschaft hat sich der Kontrolle der nationalen Regierungen entzogen und  zu einem eigenen System entwickelt. Damit seien wir nicht mehr mit einem, sondern mit zwei “liberalen Projekten” konfrontiert, so Ulf Dahlsten, altgedienter schwedischer Politiker und für Jahre ein EU-Generaldirektor in Brüssel.
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Konferenz der neuen Denker: Die Welt ist komplex

10. Oktober 2011 Kommentare aus

 “Der repräsentative Agent ist ein zentraler Planer”, sagt Giovanni Dosi, Ökonom der Uni Pisa. Damit müsste er eigentlich für die Fans des freien Marktes schon diskreditiert sein. Dosi plädiert für einen “umweltfreundlichen Keynesianismus”.

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Die Dekonstruktion der Modellwelt der Mainstream-Okonomie besteht darin, nachzuweisen, wie unrealistisch oder absurd die Modelle oder ihre Annahmen sind. Dosi nennt weitere Stichworte: Die Welt befinde sich nicht im Allgemeinen Gleichgewicht, einem zentralen Begriff der alten Ökonomenwelt. Statt dessen herrschten multiple Gleichgewichte und Pfadabhängigkeit.

Tatsächlich sei die Welt sehr viel komplexer als die Modellwelt der Orthodoxen unterstelle. Fiskalpolitik müsse wieder entdeckt werden als wichtiges Politikinstrument. Man müsse mehr umverteilen, vor allem aus dem Finanz- in den realen Sektor der Wirtschaft. Dazu zählen auch höhere Steuern. Dosi erinnerte daran, dass unter US-Präsent Dwight Eisenhower in den 50er Jahren die Einkommen zu 90 Prozent weggesteuert wurde. Schierer Kommunismus.

Konferenz der neuen Denker: Neues Denken beim Versicherer

10. Oktober 2011 Kommentare aus

Für den Rückversicherer Munich Re sind globale Risiken schon lange Thema. Natürliche Risiken wie Meteroriten oder vom Menschen gemachte wie den Klimawandel. Weiterlesen…

Konferenz der neuen Denker: Irrweg Mathe

10. Oktober 2011 Kommentare aus

Welche Verantwortung hat die Mainstream-Ökonomie für den Zustand der Welt? Einen großen und nicht den besten, das zeigt sich zunehmend. Und da der Zustand der Welt unverkennbar ein schlechter ist, hat die Mainstream-Ökonomie ein Problem. Sie ist es sogar selbst, so der Tenor auf der Konferenz “New Thinking about Global Challenges” in Berlin.

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“Professional economics” seien zu einer Art von Aberglauben verkommen, sagt Robert Johnson, Direktor des vor zwei Jahren gegründeten Institute for New Economic Thinking. Dazu hat die Begeisterung vieler Ökonomen für die Mathematik erheblich beigetragen. Oft sei Mathematik in der Ökonomie schon selbst für Wissenschaft gehalten worden worden.  Mathematik diene auch oft nur zur Einschüchterung kritischer Geister, die nicht so firm darin sind.

Es gelte nun alte Traditionen der ökonomischen Wissenschaft wieder zu erwecken. Namen: John M. Keynes, Charles Kindleberger, Peter Temin, aber auch der lange nicht mehr ernst genommene Friedrich List.

Ökonomische Modelle seien zudem oft reichlich seltsam konstruiert, so Johnson. Diese belegten Stabilität nicht als Ergebnis einer Analyse, sondern unterstellten sie als Annahme, als sei Stabilität eine natürliche Eigenschaft des System. “Es ist Zeit für ein Paradigmenwechsel im Sinne von Thomas Kuhn”, so Johnson.
Falsche Theorien hätten Folgen: Austerität, also drastische Sparpolitik, ist generell ein Irrweg, so Johnson. Das habe sich in Studien gezeigt.

Lindau: Nobelpreisträger tendenziell ratlos

29. August 2011 Kommentare aus

In Lindau trafen sich einige der ausgewiesener Maßen klügsten Ökonomen. Auch sie sind sich nicht einig darüber, wer oder was Schuld an der Finanzkrise war. Das Vertrauen in “den Markt” schwindet. Doch was folgt statt dessen?
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Lindau: Ein Knaller zur Eröffnung

24. August 2011 Kommentare aus

Die Lindauer -Konferenz der Nobelpreisträger hat heute mit einer echten Knaller begonnen. Der Bundespräsident attackiert die EZB. Das gab es noch nicht. Das war überraschend.
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Das Publikum steht rechts

10. Mai 2011 Kommentare aus

Wie Hans-Werner Sinn in Berlin das Euro-Rettungspaket kritisieren wollte und am Ende den Euro verteidigen musste.

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Journalisten misstraut der Professor eher. Er braucht sie, aber so ganz geheuer sind sie ihm auch nicht. Auch diesmal sind wieder einige da. Es geht um den Euro und um Griechenland, vor 350 meist geladenen Gästen in der Humboldt-Uni in Berlin. Es spricht „Deutschlands klügster Professor“, so eine gewisse große Zeitung mal. „In Griechenland funktioniert die interne Abwertung nicht. Würde man sie so weit treiben, wie es ökonomisch nötig ist, nämlich 20 bis 30 Prozent, würde das Griechenland in den Bürgerkrieg treiben“. Bei Brüning hätten wir nur acht bis zehn Prozent interne Abwertung – also Preisrückgang – gehabt . Und dann: „Achtung an die Journalisten im Saal! Ich sage nicht: In Griechenland bricht der Bürgerkrieg aus. Sie überspitzen immer so. Ich habe auch Griechenland nie empfohlen, aus dem Euro auszutreten. Ich habe nur die Alternativen klargemacht.“

Hans-Werner Sinn braucht an diesem Abend keine Zuspitzung, weil er ohnehin genug Sprengstoff mit hat. Seine Diagnose: „Wir haben eine Euro-Krise – vor einem Jahr habe ich auch noch geschrieben, wir hätten keine, aber wir haben eine.“ Er kommt, um zu warnen. So geht es nicht weiter. Sonst droht der ganz große Schuldensumpf.

Der Vortrag ist brilliant. Plötzlich ertönt laute Tango-Musik durch die Lautsprecher. „Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde hat Recht: It takes two to tango.“ Leistungsbilanzen saldieren sich eben international. Schon hier hätten die versammelten Euro-Skeptiker im Publikum misstrauisch werden müssen. Später sagt Sinn dann auch: „Am 8. Mai 2010, vor einem Jahr haben die Franzosen beim großen Euro-Rettungsgipfel ihre Version des Euro durchsetzen können.“ Sinn bleibt sachlich, im Publikum zunehmend hochgezogene Augenbrauen. „Es stand in El Pais, unter Berufung auf den spanischen Premier Zapatero, dass Sarkozy damals gedroht habe, aus dem Euro auszutreten, wenn die Deutschen nicht unterschreiben.“ Die Meldung sei nicht dementiert worden, also sei was dran. Dem Publikum bleibt nur, erstaunt zu gucken.

Der Münchener Professor verfügt zudem über den seltenen Schuss Selbstironie, der vielen der Ökonomiestudenten in der hinteren Saalhälfte womöglich entgangen sein dürfte: „Ich habe irische Staatsanleihen. Es macht einem Ökonomen ja ein gewisses Vergnügen, gegen seine Interessen zu argumentieren.“ So?

Zum ersten Mal erklärt Sinn heute vor großem Publikum im prall gefüllten Hörsal 201, wie das Eurosystem der EZB-Mitgliedsbanken dafür gesorgt hat, dass das eigentlich dem Zahlungsverkehr dienende Target-System der EZB zum Rettungsmechanismus umfunktioniert wurde. Und jetzt sieht es so aus, dass die Zentralbanken der Krisenländer bei der Bundesbank fast 400 Milliarden Euro Schulden haben – was die vom Bundestag genehmigten Rettungpakete in den Schatten stellt, ohne dass die Öffentlichkeit was davon mitbekommen hat, geschweige denn mitreden konnte. Keiner hat’s bemerkt, bis Sinn in mühevoller Kleinarbeit und mit großem investigativem Ehrgeiz der Bundesbank die Sache entlockt hat.

Der Befund: Über drei Jahre lang habe die EZB faktisch die gesamten Leistungsbilanzdefizite der vier Krisenländer finanziert. „Ein heimliches Rettungpaket“, sagt Sinn. Er zeigt auf, was das für Deutschlands Kapitalverkehrsbilanzen bedeutet. „Es hat Einiges an Gehirnschmalz gekostet, das können Sie mir glauben, bis ich das verstanden habe.“ Seine Folgerung: So geht es nicht weiter. In wenigen Jahren ist die Reserve des EZB-Systems aufgebraucht. Das Volumen des Target-Systems müsse daher langsam reduziert werden. „Wir müssen den Hahn behutsam zumachen.“ Dann entwirft er einen Ausweg einer sanften, graduellen Restrukturierung der griechischen Schulden – keinen Rausschmiss aus der Euro-Zone und auch keine ewigen EU-Transfers. Ein Kompromiss, keine Radikallösung.

Das Publikum ist von Sinns Analyse verblüfft und klatscht brav. Ist das alles zu glauben? „Es stimmt alles, was Hans-Werner gesagt hat“, weiß der Gastgeber, HU-Professor Michael Burda. Er ist kein Europäer, aber immerhin ein „Wannabee“.

Das Publikum, darunter auch Berliner Prominenz wie FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms, hätte Sinns Analysen gar nicht bedurft. Es weiß offenbar schon alles, über den Euro, und so. Der Berliner Professor Charles Beat Blankart etwa plädiert jetzt mal für ein ziemlich anderes privatwirtschaftliches Geldystem à la Mr. Hayek, statt des herrschenden Zentralbank-Monopols.

Und dann: „Herr Sinn, ich teile Ihre Analyse, aber nicht Ihre Schlussfolgerung“. Der Herr in der ersten Reihe hatte sich noch als Markus Kerber vorgestellt. Neben ihm sitzt Hans-Olaf Henkel, BDI-Ex und inzwischen ehrenamtlicher Vorsitzender des DM-Fanclubs: „Herr Sinn, sagen Sie mir, warum hat sich noch kein einziger Professor in Deutschland mit den Folgen eines Ausstiegs aus dem Euro befasst? Und warum sagen Sie nicht, dass der Euro ein Fehler ist?“ „Ich traue mich nicht,“ sagt Sinn. Wie bitte? Er kriegt dann aber noch die Kurve: „Weil ich die Folgen kenne. Wir können das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen.“

Anmerkung: In einer früheren Version wurde der erwähnte Herr Markus Kerber als neuer BDI-Hauptgeschäftsführer dargestellt. Dabei handelte es sich um eine Verwechslung. Es handelt sich um einen Berliner Professor gleichen Namens.   

Wirtschaftsdienst exklusiv – Mehr Fiskalkompetenz für die EU?

18. Februar 2011 Kommentare aus

Die Schuldenkrise der Euro-Länder hat schlaglichtartig die erheblichen finanzpolitischen Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten verdeutlicht. Viele der damit verbundenen Konflikte und Probleme wären möglicherweise zu entschärfen, wenn die EU mehr Kompetenzen im fiskalischen Bereich erhielte. Dies wird von den Ökonomen aus verschiedenen Gründen aber mehrheitlich abgelehnt. Gegen eine europaweite Steuerharmonisierung argumentiert auch Lars P. Feld, jüngst zum Mitglied des Sachverständigenrates ernannt, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaftsdienst.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Frühwarnsystem für Euroland

17. Januar 2011 Kommentare aus

Die Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union hat gezeigt, wie nötig Frühindikatoren sind, die rechtzeitig drohende Ungleichgewichte und Schwächen in einzelnen Volkswirtschaften anzeigen. Die EU-Kommission arbeitet daran. Jetzt hat Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, einen eigenen, noch weiter gehenden Vorschlag gemacht. Weiterlesen…

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