Archiv

Autor-Archiv

Frankreich braucht den Merkel-Moment

2. Juli 2014 Kommentare aus

Unseren großen westlichen Nachbarn wird bei uns ja gern als Land der Reform- und Sparunwilligen geschimpft. Wie absurd. Allein im vergangenen Jahr sind jenseits des Rheins mehr Ausgaben gekürzt und Steuern angehoben worden als in drei Jahren bei uns unter Blut-Schweiß-und-Tränen-Gerd. Was Frankreich deshalb als letztes braucht, ist ein Schröder-Moment, so ne Agenda 2010. Eher einen Merkel-Moment.
Weiterlesen…

Schäubles Küchenökonomie fürs Kriseneuropa

In Europa feiern Rechts- und Linkpopulisten atemberaubende Aufschwünge. Und eins scheint schon klar: daran sind alle Möglichen Schuld. Nur wir nicht. So hat es jedenfalls unser Finanzminister vorauseiland am Freitag bereits verkündet – in einem wahrlich sagenhaften Interview mit, sagen wir, recht origineller Beweisführung, warum die dramatischen Arbeitslosenzahlen und Nationalistenerfolge überhaupt gar nichts mit der Austeritätspolitik zu tun haben, die unsere Bundesregierung dem Rest Europas gegen alle Bedenken und historische Präzedenzkatastrophen in den vergangenen Jahren empfohlen hat. Weiterlesen…

Bloß kein Bundesbank-über-alles

23. Mai 2014 Kommentare aus

Noch ein kleines Wochenend-Hupferl zwei Tage vor einer gar nicht so unwichtigen Wahl. Eine führende deutsche Wirtschaftszeitung hat heute den EZB-Chef Draghi etwas überraschend zum Caesar von Europa gemacht – also den Mann, der in Deutschland vor zwei Jahren noch verteufelt wurde (auch von der zitierten Wirtschaftszeitung).

Weiterlesen…

Hochzeit für Geldverbesserer – von Vollgeld und anderen Radikalvorschlägen

Die große Finanzkrise der vergangenen Jahre hat jenen mächtig Auftrieb gegeben, die angesichts des Desasters nach einer völlig neuen Geldordnung rufen. Wäre die Welt besser, wenn Banken einfach gar kein Geld mehr selbst schaffen könnten, indem sie ohnehin vollständige Hinterlegung realer Werte Kredite vergeben? Stichwort: Vollgeld. Schon die Frage wird von Mainstream-Ökonomen gern als Spinnerei abgetan – was den vermeintlichen Spinnern umso größere Möglichkeiten lässt, ihre Ideen bei Nicht-Ökonomen zu verbreiten, die von den Mainstream-Ökonomen, sagen wir, nicht mehr so richtig begeistert sind. Zeit, die Rufe nach der schönen neuen Geldwelt zumindest ernst zu nehmen und gewissenhaft zu analysieren. Was dabei herauskommen kann, habe ich im vergangenen Jahr in einer Kurzstudie mit einigen vorläufigen Ergebnissen für das Europa-Parlament zusammengetragen. Gerade erschienen. Zu lesen hier.

Weiterlesen…

Vom Arbeitsmarktwunder zum Weltuntergang

30. April 2014 2 Kommentare

Es lässt sich ja über die Ausgestaltung eines Mindestlohns und den Sinn einer Rente mit 63 streiten – je länger die Aufregung über beides in unserem Lande nun aber dauert, desto doller werden die Drohrufe und argumentativen Hochleistungen. Wie Otmar Issing gestern in einer deutschen Wirtschaftstageszeitung schrieb, droht uns jetzt sogar der „Rückgang der Wirtschaft“ – was immer so ein Rückgang einer Wirtschaft bedeutet (vielleicht gehen jetzt alle Fabriken und Büros einen Schritt zurück). Und um das Schlimme daran argumentativ noch zu beschweren, fügt der frühere Notenbanker hinzu, dass wir damit ja die ohnehin “bereits hohe Rigidität am Arbeitsmarkt” erneut verstärken. Sprich: zu schlimm kommt dann noch schlimmer. Also Rückgang.

Spätestens da meldet sich natürlich doch, sagen wir, eine gewisse kognitive Dissonanz.

Weiterlesen…

Noch mehr Prognostiker des Jahres? – Aufklärungsversuch

26. März 2014 Kommentare aus

Seit gut zehn Jahren ermitteln wir Jahr für Jahr die Liste der besten Konjunkturprognostiker, erst in der FTD, zuletzt in der Süddeutschen. Jetzt haben auch die Kollegen vom Handelsblatt an der Übung offenbar Spaß gefunden und in sozusagen posthumer Imitation der FTD vergangene Woche auch einen Prognostiker des Jahres 2013 vorgestellt – einen anderen natürlich, und zwar, schöner Zufall: die Bundesbank und ihren Präsidenten, was natürlich sicher nicht intendiert war, anders als man es nach all den herzzerreißenden Hymnen auf den standhaften Mann (nun also auch noch “Hellseher” – Zitat Handelsblatt) in der Euro-Krise vermuten könnte. Haben die Kollegen einen besseren Weg gefunden, den Besten unter den Prognostikern zu küren? Ein Aufklärungsversuch.

Weiterlesen…

Wenn sich der Exportmeister selbst besiegt

5. März 2014 6 Kommentare

Ob sie nun aus dem USA kommt und jetzt auch von der EU-Kommission: Die Kritik an Deutschlands Handelsüberschüssen wird hierzulande reflexartig als Angriff auf unsere Stärken verurteilt. Dabei würde eine Kurswende vor allem uns selbst vor künftigen Krisen schützen.

Weiterlesen…

Was erlauben Karlsruhe?

14. Februar 2014 3 Kommentare

Unsere Verfassungsrichter haben den Anspruch, über den Dingen und Interessen zu stehen. Das kann nur scheitern, wenn sie über eine sehr streitbare ökonomische Frage urteilen sollen – wie die Euro-Rettung der EZB. Mit ihren jüngsten Einschätzungen dazu haben sie sich derart auf die Seite einer ganz speziellen und zweifelhaften Ökonomensicht gestellt, dass dies mit ihrem Mandat und hehren Anspruch kaum in Einklang zu bringen ist. Weiterlesen…

Schwächelnde Exportgralshüter

17. Januar 2014 9 Kommentare

Es ist schon ein bisschen zum Fremdschämen, wie furchtbar entrüstet hierzulande auf jedwede Kritik an unseren historisch atemberaubend hohen Überschüssen im Außenhandel reagiert wird. Mit einem bizarren Selbstbewußtsein. Und dass niemandem auffällt, wie schwach die Argumente der Exportgralshüter wirken.

Weiterlesen…

Wie gut die Ökonomen wirklich sind – oder sein könnten

10. Januar 2014 1 Kommentar

Es gibt eine Menge Anlässe, darüber zu spotten, was Ökonomen so an Dingen tun und verbreiten. Dass sie ganze Krisen übersehen. Oder Theorien nachhängen, die für irgendeine Traumwelt gedacht sind, nicht für unsere ganz reale. Und trotzdem fragt sich, ob das alles Grund ist, die Zunft gleich gänzlich in Grund und Boden zu spotten, wie es mittlerweile Mode ist. Wie gut oder schlecht Ökonomen abschneiden, lässt sich ja prüfen – zumindest bei denen, die Vorhersagen machen und deren Treffgenauigkeit sich messen lässt. Zumal, wenn die Treffgenauigkeit schon über Jahre gecheckt wird, wie wir das mit der Auswertung der jährlichen Prognosen seit mittlerweile fast einem Dutzend Jahre gemacht haben, erst für die FTD, für 2013 jetzt erstmals in der Süddeutschen Zeitung.

Weiterlesen…

Zeit für einen neuen Aufschwung?

28. Dezember 2013 Kommentare aus

Wie in jedem Jahr haben wir den Sieger des Prognostiker-Rankings aus dem abgelaufenen Jahr nach seiner Prognose für das neue Jahr gefragt. Und der ist diesmal optimistischer als alle anderen – Zufall oder nicht. Was ihn dazu bewegt hat – und wer das anders sieht, steht heute ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung: hier.

Prognostiker 2013 – Auswertung und Ranking

28. Dezember 2013 Kommentare aus

DZ-Chefökonom Stefan Bielmeier hat mit seiner Prognose für 2013 am besten gelegen. Warum die Vorhersage besser war, als die anderen – und wer am Ende des Rankings steht: steht jetzt hier.

Wer die Konjunkturflaute 2013 am besten voraussagte

28. Dezember 2013 1 Kommentar

Stefan Bielmeier von der DZ Bank ist Prognostiker des Jahres 2013. Das ergab die aktuelle Auswertung, die das WirtschaftsWunder für die Süddeutsche Zeitung (heutige Samstagsausgabe) erstellt hat. Bielmeier sagte bereits im Dezember 2012 voraus, dass die deutsche Wirtschaft 2013 um nur noch 0,4 Prozent wachsen würde. Dies entspricht dem Wert, um den die Wirtschaft allen Schätzungen zum Jahresende zufolge tatsächlich gewachsen ist. Ein Großteil der Konjunkturexperten hatte damals mit Raten von bis zu ein Prozent oder darüber gerechnet.

Weiterlesen…

Auf neuen alten Wegen

12. November 2013 1 Kommentar

Fast ein Jahr exakt ist es her, dass die letzte FTD erschienen ist. Seitdem habe ich mein Buch fertig geschrieben und in vielen Ecken der Republik vorgetragen, das WirtschaftsWunder gerettet, hautnah gelernt, wie Konzerne funktionieren, an …Studien gearbeitet, Konzepte entwickelt und diese Facebook-Seite als Forum für den einen oder anderen aktuellen Einwurf aufgebaut. Jetzt ist Zeit für die nächste große Aufgabe: das Klima retten! In neuer Funktion: Anfang Dezember werde ich als Chief Economist der European Climate Foundation in Berlin starten.

Weiterlesen…

Ab jetzt nur noch neue Wirtschaftswunder

7. Oktober 2013 Kommentare aus

Ein wichtiger Hinweis an alle WirtschaftsWunder-Leser: Da Gruner&Jahr jetzt die alte ftd.de hat verschwunden lassen, gibt es das WirtschaftsWunder jetzt auch nur noch unter der neuen Adresse www.neuewirtschaftswunder.de. Sprich: alle, die noch die alte Adresse als Favorit gespeichert hatten und darüber bislang umgeleitet wurden, sollten nun die neue Adresse als Favorit speichern. Und bei der Gelegenheit: Vielen Dank für die ungebrochene Treue!

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 116 Followern an