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Exporthit Bröckelstaat

26. September 2014 1 Kommentar

Die aktuelle Kollektivaufregung über Deutschlands Infrastrukturnot (Stichwort Bröckelstaat) hat ein bisschen etwas von pathologischem Lernen – nur ohne Lernen. Es ist ja nicht so fernliegend, die Not als Folge irrer Stabilitätspaktwut und heilloser Kürzungen der Schröder- und Agenda-Jahre einzustufen. Statt jetzt aber die Glaubenssätze zu überprüfen und die Strategie zu ändern, wird letztere wie ein heiliger Gral gehütet – und, schlimmer noch, anderen Regierungen von unserer bitter-smarten Kanzlerin wie unbekümmert aufgedrängt. Mit ebenso absehbar dramatischen Folgen. Irre. Weiterlesen…

Gefühlte ökonomische Einigkeit

11. September 2014 Kommentare aus

Wenn Deutschlands Ökonomen sich zu ihrer Jahrestagung treffen, schwingt immer auch so ein ordentliches Stück Wir-Gefühl mit. Dann wird von “uns” Ökonomen geredet, die von wahlweise “der Politik” oder “den Medien” nicht verstanden werden. Dann wirkt die Welt eigentlich einfach, und sie wäre es auch, wenn, ja wenn man nur endlich auf die vereinigten Ökonomen hören würde. Das war diese Woche nicht anders, als sich die Mitglieder des ehrwürdigen Vereins für Socialpolitik in Hamburg zum Klassentreffen anno 2014 versammelten – und auf einem bemerkenswerten Podium hochrangig über die Gründe für sinkende Arbeitslosigkeit, den Mindestlohn und die deshalb bald eigentlich wieder steigen müssende Arbeitslosigkeit debattierten. Mit einem kleinen Haken. Weiterlesen…

Frankreich braucht den Merkel-Moment

2. Juli 2014 Kommentare aus

Unseren großen westlichen Nachbarn wird bei uns ja gern als Land der Reform- und Sparunwilligen geschimpft. Wie absurd. Allein im vergangenen Jahr sind jenseits des Rheins mehr Ausgaben gekürzt und Steuern angehoben worden als in drei Jahren bei uns unter Blut-Schweiß-und-Tränen-Gerd. Was Frankreich deshalb als letztes braucht, ist ein Schröder-Moment, so ne Agenda 2010. Eher einen Merkel-Moment.
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Schäubles Küchenökonomie fürs Kriseneuropa

In Europa feiern Rechts- und Linkpopulisten atemberaubende Aufschwünge. Und eins scheint schon klar: daran sind alle Möglichen Schuld. Nur wir nicht. So hat es jedenfalls unser Finanzminister vorauseiland am Freitag bereits verkündet – in einem wahrlich sagenhaften Interview mit, sagen wir, recht origineller Beweisführung, warum die dramatischen Arbeitslosenzahlen und Nationalistenerfolge überhaupt gar nichts mit der Austeritätspolitik zu tun haben, die unsere Bundesregierung dem Rest Europas gegen alle Bedenken und historische Präzedenzkatastrophen in den vergangenen Jahren empfohlen hat. Weiterlesen…

Bloß kein Bundesbank-über-alles

23. Mai 2014 Kommentare aus

Noch ein kleines Wochenend-Hupferl zwei Tage vor einer gar nicht so unwichtigen Wahl. Eine führende deutsche Wirtschaftszeitung hat heute den EZB-Chef Draghi etwas überraschend zum Caesar von Europa gemacht – also den Mann, der in Deutschland vor zwei Jahren noch verteufelt wurde (auch von der zitierten Wirtschaftszeitung).

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Hochzeit für Geldverbesserer – von Vollgeld und anderen Radikalvorschlägen

Die große Finanzkrise der vergangenen Jahre hat jenen mächtig Auftrieb gegeben, die angesichts des Desasters nach einer völlig neuen Geldordnung rufen. Wäre die Welt besser, wenn Banken einfach gar kein Geld mehr selbst schaffen könnten, indem sie ohnehin vollständige Hinterlegung realer Werte Kredite vergeben? Stichwort: Vollgeld. Schon die Frage wird von Mainstream-Ökonomen gern als Spinnerei abgetan – was den vermeintlichen Spinnern umso größere Möglichkeiten lässt, ihre Ideen bei Nicht-Ökonomen zu verbreiten, die von den Mainstream-Ökonomen, sagen wir, nicht mehr so richtig begeistert sind. Zeit, die Rufe nach der schönen neuen Geldwelt zumindest ernst zu nehmen und gewissenhaft zu analysieren. Was dabei herauskommen kann, habe ich im vergangenen Jahr in einer Kurzstudie mit einigen vorläufigen Ergebnissen für das Europa-Parlament zusammengetragen. Gerade erschienen. Zu lesen hier.

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Vom Arbeitsmarktwunder zum Weltuntergang

30. April 2014 2 Kommentare

Es lässt sich ja über die Ausgestaltung eines Mindestlohns und den Sinn einer Rente mit 63 streiten – je länger die Aufregung über beides in unserem Lande nun aber dauert, desto doller werden die Drohrufe und argumentativen Hochleistungen. Wie Otmar Issing gestern in einer deutschen Wirtschaftstageszeitung schrieb, droht uns jetzt sogar der „Rückgang der Wirtschaft“ – was immer so ein Rückgang einer Wirtschaft bedeutet (vielleicht gehen jetzt alle Fabriken und Büros einen Schritt zurück). Und um das Schlimme daran argumentativ noch zu beschweren, fügt der frühere Notenbanker hinzu, dass wir damit ja die ohnehin “bereits hohe Rigidität am Arbeitsmarkt” erneut verstärken. Sprich: zu schlimm kommt dann noch schlimmer. Also Rückgang.

Spätestens da meldet sich natürlich doch, sagen wir, eine gewisse kognitive Dissonanz.

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