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Robert und Edward Skidelsky: Wie viel ist genug? – Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens
Ist es nicht logisch, dass der Mensch aufhört, nach mehr zu streben, sobald seine Bedürfnisse befriedigt sind, und sich lieber ein schönes Leben macht? So dachte der Ökonom John Maynard Keynes in den 1930er-Jahren, doch diese Theorie hat sich als Irrtum erwiesen: Obwohl die Volkswirtschaften heute reicher sind als je zuvor, arbeiten die Menschen nicht weniger. Das Problem: Die materiellen Begierden sind grenzenlos. Die Autoren dieses Buches, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Philosoph, prangern in durchaus unterhaltsamer Weise den Wachstumswahn an. Doch sie zeigen dem Leser auch einen Hoffnungsschimmer am Horizont, indem sie erklären, wie sich der Mensch aus seiner Unersättlichkeit befreien lässt. Die Skidelskys gehen Fragen des Glücks auf den Grund und zitieren Denker aller Epochen, vom Altertum bis heute. Die Ideen rütteln an einigen ökonomischen Grundfesten. Leider ist das Buch nicht besonders gut strukturiert. Etwas mehr von der Übersichtlichkeit, die in den beiden letzten Kapiteln geboten wird, hätte auch den ersten Kapiteln nicht geschadet. Ansonsten hält getAbstract das Werk für sehr lesenswert und legt es allen ökonomisch und wirtschaftspolitisch Interessierten ans Herz.
Über die Autoren
Robert Skidelsky ist Wirtschaftswissenschaftler und gilt als Keynes-Spezialist. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Universität Warwick und ist Autor des Keynes-Buches Die Rückkehr des Meisters. Sein Sohn Edward Skidelsky ist Philosoph und hat eine Professur an der Universität Exeter. Er schreibt regelmäßig für New Statesman, The Daily Telegraph und Spectator.
Fabian Fritzsche – Die Mär von den ewig steigenden Staatsschuldenquoten
In praktisch keiner Diskussion zum Thema expansive Fiskalpolitik vs. Austeritätspolitik kommt nicht irgendwann der Hinweis darauf, dass Regierungen sowieso nicht mit Geld umgehen können und die Schulden daher immer steigen, also auch in guten wirtschaftlichen Zeiten nicht zurückgeführt werden – ein Befund, der sich empirisch überhaupt nicht bestätigt. Weiterlesen…
Wirtschaftsdienst exklusiv – Wie viel Bank braucht der Mensch?
Diese Woche verabschiedet der Bundestag gleich im Paket und Schnellverfahren die Finanzmarktreformen, die Finanzminister Wolfgang Schäuble im März vorgestellt hatte. Darunter auch das Trennbankengesetz. Dabei deutet eine Menge darauf hin, dass keine dieser Reformen tatsächlich künftige große Finanzkrisen verhindern würde. Was den Kern der Instabilität – die enorme Prozyklizität und den Herdentrieb der Finanzmärkte – beheben würde , beschreibt Thomas Fricke in der analytischen Kurzfassung seines Buchs “Wie viel Bank braucht der Mensch” im neuen Wirtschaftsdienst. Zu lesen vorab hier: WDMai2013BankenausstiegFricke. Eine Lesung in Hamburg folgt am 11. Juni.
Wirtschaftsdienst exklusiv – Warum der deutsche Anleger anders ist
Haben die konservativ orientierten deutschen Anleger am Ende gut getan, sich gar nicht erst für riskantere Finanzgeschäfte zu interessieren? Oder könnte es doch ein bisschen mehr Risikofreude sein? Der Frage geht der Soziologe Rolf von Lüde in einem Beitrag für das neue Heft des Wirtschaftsdiensts nach. Wie immer exklusiv vorab im WirtschaftsWunder: WDMai2013vonLüde.
David Milleker – Lehren aus der deutschen Krise 2003/04
Der Blick auf die Wachstumsperspektiven der Europäischen Währungsunion (EWU) ist bedrückend. Der Prognostikerkonsens einer Rückkehr zu positiven Wachstumsraten ab 2014 basiert auf den zentralen Annahmen einer verminderten Austeritätspolitik und nicht zuletzt einem Ende der Kontraktion im Neukreditgeschäft an den nichtfinanziellen Privatsektor. Ehrlich gesagt, sind beide Annahmen Hoffnungswerte, von deren Umsetzung in den Daten bislang nichts zu sehen ist. Weiterlesen…
Buchvorstellung: Fred Pearce: Land Grabbing – Der globale Kampf um Grund und Boden (2012)
Stellen Sie sich vor, ein Unternehmer würde an der Haustür klingeln und Ihnen mitteilen, die Regierung habe Ihr Haus und Ihren Garten konfisziert, damit er dort Mais anbauen könne. Außerdem habe man den Stadtwald gesperrt, um ihn in ein Wildreservat für zahlende Gäste zu verwandeln. Unvorstellbar? Für Millionen Menschen weltweit ist dieses Szenario bittere Realität. Fred Pearce ist ein Jahr lang um den Globus gereist und hat die Opfer dieses beispiellosen Landraubs besucht, ebenso wie Spekulanten und Investoren, missionarische Eiferer, idealistische Weltverbesserer und pragmatische Großlandwirte. Der Autor gibt dem Argument, nur die industrielle Landwirtschaft könne die Menschheit vor der drohenden Nahrungsmittelknappheit bewahren, eine faire Chance – und entlarvt es als Feigenblatt für profitgierige Konzerne und korrupte Regierungen. getAbstract legt das Buch allen ans Herz, die sich in Umwelt-, Ernährungs- und Entwicklungsfragen nicht allein auf das freie Spiel der Märkte verlassen möchten.
Über den Autor
Fred Pearce ist Umweltberater des Magazins New Scientist und schreibt als Wissenschaftsjournalist für renommierte Medien über Umwelt- und Entwicklungsfragen. 2001 wurde er zum britischen Umweltjournalisten des Jahres gewählt, 2011 wurde er für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.
Die 100.000-Euro-Frage
Welchen Effekt hätte das eigentlich (oder hat es vorauseilend schon jetzt), wenn Leute künftig bei der Pleite ihrer geschätzten Bank mitzahlen müssen, die mehr als 100.000 Euro an Reichtum besitzen? Verteilen George Soros und die anderen Milliardäre ihr mühsam Erspartes dann in klitzekleinen Neunhundertneunundneunzigtausender-Tranchen auf ganz viele Banken? Gibt es überhaupt so viele Banken (noch)?
Fabian Fritzsche – Euroaustritt als Alternative für Deutschland?
Am vergangenen Wochenende hat sich die Alternative für Deutschland auf ihrem ersten Bundesparteitag formiert. Sie wird bei der Bundestagswahl im September mit dem Anspruch antreten, als einzige nicht-radikale eurokritische Partei mindestens 5% der Stimmen zu erhalten. Umfragen bescheinigen der Partei zumindest ein Wählerpotential von rund 25%, und schaut man sich die einschlägigen Internetforen der großen Tageszeitungen und Magazine an, kann leicht der Eindruck entstehen, auf diese Partei habe Deutschland nur gewartet. Weiterlesen…
Wirtschaftsdienst exklusiv –
Vor ein paar Jahren noch großes Tabu, jetzt wird sie eingeführt, zumindest etwas: die Finanztransaktionssteuer. Im neuen “Wirtschaftsdienst” gibt Michael Heinrich einen Überblick über die Geschichte der Steuer. Er beschreibt die möglichen Gestaltungsparameter Bemessungsgrundlage und Besteuerungsort. Und nach seiner Einschätzung sind die Wachstumseinbußen durch die vermeintlich verzerrende Wirkung der Steuer sehr gering. Hier ist der Text: WDApril2013Heinrich
Buchvorstellung: Hans-Werner Sinn: Die Target-Falle – Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (2012)
Die üblichen Refinanzierungskredite sind – von Bundesbank und Politik nahezu unbemerkt – verdrängt worden: durch so genannte Target-Forderungen. Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn sieht in diesem Phänomen den Hauptgrund der Krise.
Er beschreibt die Target-Kredite als reine Geldschöpfungskredite zu niedrigen Zinsen, die einer Lösung im Weg stehen. Sinn kritisiert die mangelnde demokratische Legitimation des EZB-Rats, auf dessen Initiative die Target-Kredite zurückgehen, und stellt die Funktionsweise des Europäischen Währungssystems infrage. Er bietet eine ausführliche Analyse der Finanzlage, stellt verschiedene Austrittsszenarien vor und zeigt Wege zur Eindämmung der Krise. Ein gut lesbares Buch, das wichtige finanzpolitische Zusammenhänge aufzeigt, erklärt und empirisch belegt – wenngleich nicht verschwiegen werden darf, dass andere Ökonomen Sinn heftig widersprechen und das Target-Problem für ein aufgebauschtes halten. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich mit der Lage der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion auseinandersetzen wollen.
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Über den Autor
Hans-Werner Sinn ist Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung und Ordinarius an der LMU München. Der renommierte Ökonom hat u. a. die Bestseller Das grüne Paradoxon und Ist Deutschland noch zu retten? geschrieben.
David Milleker – Wenn Notenbanken Staaten finanzieren
Aktuell stößt man häufiger auf den Begriff der „fiskalpolitischen Dominanz“, etwa in Äußerungen des ehemaligen EZB-Direktoriumsmitglieds Jürgen Stark. Meist mit der Mahnung verbunden, dies habe noch immer zu (Hyper-)Inflation geführt.
David Milleker – Zu viel Geld und zu wenig sinnvolle Verwendungen
Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat in der Volkswirtschaftslehre alte Dogmenstreitigkeiten in neuer Schärfe zum Vorschein treten lassen. So beispielsweise über die Frage der schädlichen Nebenwirkungen zu niedriger Zinsen über zu lange Zeit. Weiterlesen…
Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit – Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht (2012)
Dieses Buch ist für jeden ein Muss. Denn die Probleme der USA sind auch die Probleme der anderen Industrienationen. Wenn man sie nicht versteht und nicht handelt, könnten die Folgen der wachsenden Ungleichheit in den USA alle führenden Volkswirtschaften mit in den Abgrund reißen. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ist seinem Ruf als Ökonom mit sozialem Gewissen wieder einmal gerecht geworden. Sehr detailliert beschreibt er die dramatische Misere der amerikanischen Gesellschaft. Auch seine heftigsten Kritiker werden nicht an der Tatsache vorbeikommen, dass die US-Demokratie in die Hände der Finanzbranche gefallen ist. Stiglitz hält den USA, aber auch uns allen, schonungslos den Spiegel vor. getAbstract empfiehlt dieses Buch allen, die die Entwicklungen in den USA verstehen möchten und die wissen wollen, wie wir einen Ausweg finden können.
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Über den Autor
Joseph Stiglitz lehrt als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Columbia University in New York. Der ehemalige Wirtschaftsberater der Clinton-Regierung, Ex-Chefvolkswirt der Weltbank und Nobelpreisträger ist ein weltweit führender Experte zu den Themen Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Er ist auch Autor der Bücher Die Schatten der Globalisierung und Die Chancen der Globalisierung.
Fabian Fritzsche – Monsieur Hollandes Wunsch nach Abwertung und die Reaktion der deutschen Ökonomenzunft
Anfang des Monats forderte der französische Präsident Hollande eine aktive Wechselkurspolitik, um den Euro vor „irrationalen Bewegungen“ zu schützen. Obwohl Hollande nicht explizit von einer gezielten Abwertung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gesprochen hat, war klar, worauf der Vorstoß abzielte. Weiterlesen…
David Milleker – Eine gefährliche Methode
Volkswirte treibt regelmäßig die Frage um, wie konjunkturelle Schwankungen und langfristige Trends zueinander in Beziehung stehen. Natürlich gibt es dabei die üblichen zwei Extrempole, aber auch jede Menge Raum dazwischen. Weiterlesen…



