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Archiv für die Kategorie ‘Exklusiv’

Chrystia Freeland: Die Superreichen. Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite

SuperreichenEine kleine Elite mit einem gigantischen Milliardenvermögen bildet eine neue globale Klasse und gestaltet zunehmend die Regeln in Politik und Wirtschaft – natürlich zu ihren eigenen Gunsten. Wie die technologische Revolution zusammen mit der Globalisierung und einer stark unternehmerorientierten Politik dieser Personengruppe zu ihrem zweifelhaften Aufstieg verhalf, während große Teile der Gesellschaft vom wachsenden Wohlstand abgehängt wurden, legt die Wirtschaftsjournalistin Chrystia Freeland außergewöhnlich überzeugend dar. In mehr als zwei Jahrzehnten Recherche hat sie eine immense Fülle von Informationen zusammengetragen, auf deren Basis sie jenseits jeglicher klassenkämpferischen Ambitionen eine harte, faktenbasierte Kritik dieser Entwicklung formuliert. So ist das Buch gleichzeitig Elitenpsychogramm, Wirtschaftsgeschichte und Grundkurs in Ökonomie und Politik. Auch wenn der Ausblick am Ende eher pessimistisch ausfällt: getAbstract empfiehlt das Buch jedem politisch Interessierten, weil es auf angenehm nüchterne und unideologische Weise darlegt, dass Staaten und Gesellschaften langfristig nicht auf Egoismus, Spaltung und rigoroser Interessendurchsetzung einer kleinen, reichen Oberschicht aufbauen können. go to Abstract

Über die Autorin

Chrystia Freeland ist Redakteurin bei Thomson Reuters Digital und ehemalige stellvertretende Herausgeberin der Financial Times. Außerdem schrieb sie für den Economist, die International Herald Tribune und die Washington Post.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Europawahl: Demokratische Legitimität verbessern?

Vor der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2014 macht sich Sorge breit. Werden die Wahlberechtigten tatsächlich ihr Stimmrecht wahrnehmen? Werden sie es nutzen, um ihr Unbehagen an der EU durch Stimmen für EU-kritische Parteien zum Ausdruck zu bringen? Was wurde bisher getan, um die demokratische Legitimität zu stärken? Und wie sind diese Aktionen zu bewerten? Dazu diskutieren im aktuellen Zeitgespräch renommierte Ökonomen, Politologen und Juristen.

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Wolfgang Streeck: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus

23. März 2014 Kommentare aus

Gekaufte-zeitWie der Untertitel des Buches schon nahelegt, handelt es sich bei Gekaufte Zeit um pure Kapitalismuskritik. Wolfgang Streeck schickt seinen Ausführungen denn auch die Bemerkung vorweg, dass man ohne einige auf Karl Marx zurückgehende Schlüsselbegriffe die aktuellen Entwicklungen gar nicht verstehen könne. Den Großteil des Werks machen Bestandsaufnahme und Analyse aus. Die Finanz- und Staatsschuldenkrise der Jahre um 2010 erscheint als vorerst letzter Akt der neoliberalen Entwicklung, die bereits in den 1970er-Jahren begann. Die Institution EU wird als undemokratische Vollenderin genau dieser Entwicklung entlarvt. Am Ende bietet Streeck zwar auch einen Lösungsvorschlag für die Krise – nämlich den Rückbau der Europäischen Währungsunion –, den er selbst allerdings schon im Vorwort als nicht sehr realistisch einstuft. Lob gebührt Streecks klarer Sprache und seiner einleuchtend aufgebauten Analyse der Ursachen für die gegenwärtige Situation. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für eine soziologisch fundierte Darstellung der Krise des Kapitalismus interessieren.
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Über den Autor

Wolfgang Streeck ist Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Professor für Soziologie an der Universität Köln. Er ist unter anderem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Ökonomen als Ratgeber

13. März 2014 Kommentare aus

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat es der Öffentlichkeit vor Augen geführt: Der Rat von Experten ist dringend erforderlich. Aber sind die wirtschaftswissenschaftlichen Fachleute überhaupt fähig, die Politik zu beraten? Welche Ökonomen fanden in Politik und Medien Gehör? Was müsste bei dieser Kommunikation besser werden? Diesen Fragen widmen sich Justus Haucap und Tobias Thomas im aktuellen Wirtschaftsdienst.

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Anat Admati und Martin Hellwig: Des Bankers neue Kleider – Was bei Banken wirklich schiefläuft und was sich ändern muss

22. Februar 2014 2 Kommentare

Des Bankers neue Kleider Die Empörung der Autoren über die Zustände in der Finanzwirtschaft gut sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist groß: Nie konnten Banken sich billiger verschulden als heute, und schon drehen sie wieder am ganz großen Rad. Nach dem Motto: Bei Schwarz gewinnt die Bank, bei Rot verliert der Steuerzahler. Anat Admati und Martin Hellwig entlarven die Argumente der Banker gegen eine schärfere Regulierung als substanzlos und fordern die Erhöhung des erforderlichen echten Eigenkapitals auf 20 bis 30 Prozent. Bei den Betroffenen dürfte das akute Schnappatmung auslösen – würde es doch das Ende der märchenhaften Geldvermehrung einläuten. Uns allen aber könnte ein Revival der alten, konservativen Kleider der Banker jede Menge böse Überraschungen ersparen. getAbstract legt dieses aufschlussreiche Werk Finanzprofis wie auch Finanzbanausen ans Herz. Prädikat: höchst lesenswert.
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Über die Autoren

Anat Admati ist Professorin für Finanzwirtschaft an der Stanford University und Mitglied des Systemic Resolution Committee der Einlagensicherungsbehörde der USA.
Martin Hellwig ist Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Zudem ist er als Berater des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken in Frankfurt tätig.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Effiziente Familienpolitik?

18. Februar 2014 Kommentare aus

Die Kindertagesbetreuung und das Elterngeld sollen verbessert werden. Das plant die Große Koalition. Wie dies zu bewerten ist und was die Familienpolitik tatsächlich effizienter macht, diskutieren in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst familienpolitische Experten von DIW, ZEW, ifo Institut und der Universität Bochum.  Weiterlesen…

Wirtschaftsdienst exklusiv – Makroökonomische Folgen des Koalitionsvertrags

13. Januar 2014 Kommentare aus

Die große Koalition hat ihre Arbeit begonnen. Sie hat viel vor, doch können die vereinbarten Ziele wirklich erreicht werden? Um wie viel werden die Investitionsausgaben tatsächlich erhöht? Welche makroökonomischen Wirkungen haben Mindestlohn, Mütterrente und Rente mit 63? Diesen Fragen geht Sebastian Dullien in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst nach.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Sollten Zentralbanken unabhängig sein?

13. Januar 2014 1 Kommentar

Die Unabhängigkeit von Zentralbanken war nicht schon immer ein institutionelles Dogma – wie man heute meinen könnte. Der Status hat sich historisch entwickelt und die deutsche Bundesbank hat dabei eine Vorreiterrolle gespielt. Wie es dazu kam, welche Grundsätze zu beachten sind und warum das Dogma neuerdings in Zweifel gezogen wird, diskutiert Stefan Schäfer in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst.
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Buchvorstellung: Daniel Stelter: Die Billionen-Schuldenbombe – Wie die Krise begann und warum sie noch lange nicht zu Ende ist

20. Dezember 2013 Kommentare aus

die-billionen-schuldenbombe-stelter-de-20091 Die Schulden der Staaten, der privaten Haushalte und der Unternehmen in der westlichen Welt wachsen schneller als die Wirtschaft. Wenn es so weitergeht, droht die Insolvenz. Als mögliche Lösungen skizziert Daniel Stelter unter anderem Inflation und Schuldenschnitt, was besonders den Sparern nicht gefallen wird. Stelter betont, dass jeder Tag zählt: Mit detaillierten Fakten zeigt er, dass es nur schmerzhafter wird, je länger man die unausweichlichen Maßnahmen hinauszögert. Er spannt den Bogen vom Anbeginn des Geldes bis zur aktuellen Eurokrise und lässt dabei kaum einen Blickwinkel aus. Die Komplexität des Themas bringt die eine oder andere Wiederholung mit sich. Hinzu kommt, dass die skizzierten Lösungswege nicht neu sind und für die Politik nur Ausgangspunkte sein können. Es ist aber die vielschichtige Darstellung der Verzahnung von Staat, Notenbanken und dem privaten Sektor, die dieses Buch lesenswert macht. getAbstract empfiehlt es allen Bürgern, Sparern und Volksvertretern.
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Über den Autor

Daniel Stelter ist Managing Director und Mitglied des internationalen Executive Committee der Boston Consulting Group. Für dieses Buch erhielt er Unterstützung von Veit Etzold, Ralf Berger und Dirk Schilder. Für sein Werk Vor der Krise ist nach dem Aufschwung wurden er und sein Koautor mit dem getAbstract International Book Award 2010 ausgezeichnet.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Wettbewerb wirtschaftspolitischer Modelle in der Europäischen Union

20. Dezember 2013 Kommentare aus

Planiert die Brüsseler Bürokratie die von den einzelnen Nationen geschätzten ganz eigenen Wirtschaftsmodelle? Gibt es in der Eurokrise einen Trend in Richtung auf eine Zentralisierung und einen Harmonisierungszwang? Die Gefahr, dass die Vielfalt der Wirtschaftsstile und der wirtschaftspolitischen Ansätze verloren geht, diskutierten die Autoren im Rahmen einer Panelsitzung, die der Wirtschaftsdienst  für die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik 2013 organisierte. In der aktuellen Ausgabe dokumentiert das Zeitgespräch die Beiträge von Bertram Schefold, Theresia Theurl und Gebhard Kirchgässner.
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Buchvorstellung: Michael J. Sandel: Was man für Geld nicht kaufen kann – Die moralischen Grenzen des Marktes

20. November 2013 Kommentare aus

Wasmanfuergeldnichtalleskaufenkann „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“ Der berühmte, von Marlon Brando in dem Film Der Pate gesprochene Satz bringt auf den Punkt, worum es in Sandels Buch geht: um Geld und Moral. Immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens werden zu Marktobjekten. Sie werden käuflich. Von der Werbefläche im Fußballstadion bis zur Niere, die nicht mehr gespendet, sondern gekauft wird – alles wird marktkonform gemacht. Aber wo verläuft die Grenze zwischen hinnehmbarer Käuflichkeit und Korruption? Sandel beobachtet, wie Märkte Normen verändern. Dabei redet er nicht wie ein blinder Katheder-philosoph von der Farbe der Ökonomie. Sein Buch zeugt von exzellenter Kenntnis der Marktmechanismen. Der einzige Nachteil für deutschsprachige Leser ist, dass einige Beispiele tief in der angloamerikanischen Lebenskultur verwurzelt sind – sie zünden nur bei jenen Lesern sofort, die sich dort heimisch fühlen. Trotzdem ist das anregende Buch nach Meinung von getAbstract eine lohnenswerte Lektüre für alle, die im Spannungsfeld von Markt, Politik und Gesellschaft durchdachte, sachliche Argumente wertschätzen.
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Über den Autor

Der amerikanische Philosoph Michael J. Sandel studierte und promovierte im englischen Oxford und lehrt seit 1980 politische Philosophie an der Universität Harvard. Er ist ein Vertreter des Kommunitarismus, der die Einbettung des Menschen in die Gemeinschaft und ihre gewachsenen Werte und Traditionen betont. Ein wichtiges Arbeitsfeld Sandels sind bioethische Fragen.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Niedrigzinspolitik als politische Strategie zur Entlastung der Staatshaushalte?

11. November 2013 Kommentare aus

Gerade einmal wieder hat die EZB den Leitzins gesenkt. Einige Wirtschaftswissenschaftler vermuten hier eine politische Strategie: niedrige Realzinsen verringern die staatliche Schuldenbelastung, Regierungen müssen nicht den steinigen Weg der Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen gehen. Die amerikanischen Ökonomen Reinhard und Sbrancia haben dieses Konzept „Finanzielle Repression“ genannt und meinten, es in Industriestaaten nachweisen zu können. Ist dies aber in der aktuellen Datenlage der EU zu erkennen? Und wie ist es zu bewerten? Darüber diskutieren Stefan Homburg, Alexander Erler, Bernhard Herz, Thomas Mayer, Arne Heise und Ulrike Neyer in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst.
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Daron Acemoglu und James A. Robinson: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut

26. Oktober 2013 Kommentare aus

Warum Nationen scheiternItaliener, Griechen, Spanier, Portugiesen – na ja, durch besonderen Arbeitseifer haben sich die Club-Med-Europäer nie hervorgetan. Und die Afrikaner? Kein Wunder, dass die sich lieber auf die faule Haut legen, bei der Hitze dort … Das sind Stammtischweisheiten, klar. Aber sind sie wirklich so abwegig, wenn man sich anschaut, welche Länder heute in Schuldensümpfen und Bürgerkriegen versinken? Ja, die klischierte Sichtweise ist falsch, das stellen Daron Acemoglu und James A. Robinson gleich zu Anfang klar.

Die beiden Wirtschaftswissenschaftler nehmen ihre Leser mit auf einen faszinierenden Gang durch die Institutionen: Vom Neolithikum bis zur Industriellen Revolution, immer waren die Regeln des politischen und wirtschaftlichen Zusammenlebens für das Aufblühen und Scheitern von Nationen verantwortlich. Eine plausible und interessante Theorie, wobei man kritisch einwenden kann, dass die Autoren sich beinahe ausschließlich darauf fokussieren. Die Überlegung, dass die reichen Nationen ihren Wohlstand auch der historischen und bis heute anhaltenden Ausbeutung der ärmeren Länder verdanken könnten, wird beispielsweise ausgespart. getAbstract legt das ansonsten brillante Buch allen ans Herz, die sich für die spannende Frage interessieren, wie die Ungleichheit auf der Welt überwunden werden kann.

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Über die Autoren

Daron Acemoglu ist Professor für Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institute for Technology (MIT). James A. Robinson arbeitet als Professor für Politik und Wirtschaft an der Harvard University. Seine Spezialgebiete sind Entwicklungshilfe, Lateinamerika und Afrika.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Bitcoin: Zahlungsmittel der Zukunft?

19. Oktober 2013 Kommentare aus

Vor kurzem standen Bitcoins im Fokus des öffentlichen Interesses: Im April war ein Bitcoin plötzlich 220 US-Dollar wert, nachdem sein Kurs lange unter 20 US-Dollar verharrte. In die Schlagzeilen gerieten Bitcoins zuletzt im Oktober, als der Betreiber einer Plattform in den USA festgenommen wurde. Er hatte sich für illegale Geschäfte offenbar in Bitcoins bezahlen lassen und ein Bitcoin-Vermögen angesammelt.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist chronisch unterfinanziert

16. Oktober 2013 1 Kommentar

Dazu gab es in der Vergangenheit diverse Expertenkommissionen. Im Dezember 2012 hatte die Daehre-Kommission einen jährlich notwendigen Mehraufwand für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur von 7,2 Mrd. Euro ermittelt. Kürzlich hat sich die Bodewig-Kommission für die Ausweitung der Lkw-Maut ausgesprochen. Die Autoren des aktuellen Zeitgesprächs im Wirtschaftsdienst – Christopher Kopper, Karl-Hans Hartwig, Werner Rothengatter, Erik Gawel und Alexander Eisenkopf – analysieren die Defizite bei der Verkehrsinfrastruktur und wägen unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten wie Maut- und Fondslösungen gegeneinander ab.

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