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Buchvorstellung: Fred Pearce: Land Grabbing – Der globale Kampf um Grund und Boden (2012)
Stellen Sie sich vor, ein Unternehmer würde an der Haustür klingeln und Ihnen mitteilen, die Regierung habe Ihr Haus und Ihren Garten konfisziert, damit er dort Mais anbauen könne. Außerdem habe man den Stadtwald gesperrt, um ihn in ein Wildreservat für zahlende Gäste zu verwandeln. Unvorstellbar? Für Millionen Menschen weltweit ist dieses Szenario bittere Realität. Fred Pearce ist ein Jahr lang um den Globus gereist und hat die Opfer dieses beispiellosen Landraubs besucht, ebenso wie Spekulanten und Investoren, missionarische Eiferer, idealistische Weltverbesserer und pragmatische Großlandwirte. Der Autor gibt dem Argument, nur die industrielle Landwirtschaft könne die Menschheit vor der drohenden Nahrungsmittelknappheit bewahren, eine faire Chance – und entlarvt es als Feigenblatt für profitgierige Konzerne und korrupte Regierungen. getAbstract legt das Buch allen ans Herz, die sich in Umwelt-, Ernährungs- und Entwicklungsfragen nicht allein auf das freie Spiel der Märkte verlassen möchten.
Über den Autor
Fred Pearce ist Umweltberater des Magazins New Scientist und schreibt als Wissenschaftsjournalist für renommierte Medien über Umwelt- und Entwicklungsfragen. 2001 wurde er zum britischen Umweltjournalisten des Jahres gewählt, 2011 wurde er für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.
Buchvorstellung: Hans-Werner Sinn: Die Target-Falle – Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (2012)
Die üblichen Refinanzierungskredite sind – von Bundesbank und Politik nahezu unbemerkt – verdrängt worden: durch so genannte Target-Forderungen. Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn sieht in diesem Phänomen den Hauptgrund der Krise.
Er beschreibt die Target-Kredite als reine Geldschöpfungskredite zu niedrigen Zinsen, die einer Lösung im Weg stehen. Sinn kritisiert die mangelnde demokratische Legitimation des EZB-Rats, auf dessen Initiative die Target-Kredite zurückgehen, und stellt die Funktionsweise des Europäischen Währungssystems infrage. Er bietet eine ausführliche Analyse der Finanzlage, stellt verschiedene Austrittsszenarien vor und zeigt Wege zur Eindämmung der Krise. Ein gut lesbares Buch, das wichtige finanzpolitische Zusammenhänge aufzeigt, erklärt und empirisch belegt – wenngleich nicht verschwiegen werden darf, dass andere Ökonomen Sinn heftig widersprechen und das Target-Problem für ein aufgebauschtes halten. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich mit der Lage der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion auseinandersetzen wollen.
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Über den Autor
Hans-Werner Sinn ist Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung und Ordinarius an der LMU München. Der renommierte Ökonom hat u. a. die Bestseller Das grüne Paradoxon und Ist Deutschland noch zu retten? geschrieben.
Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit – Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht (2012)
Dieses Buch ist für jeden ein Muss. Denn die Probleme der USA sind auch die Probleme der anderen Industrienationen. Wenn man sie nicht versteht und nicht handelt, könnten die Folgen der wachsenden Ungleichheit in den USA alle führenden Volkswirtschaften mit in den Abgrund reißen. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ist seinem Ruf als Ökonom mit sozialem Gewissen wieder einmal gerecht geworden. Sehr detailliert beschreibt er die dramatische Misere der amerikanischen Gesellschaft. Auch seine heftigsten Kritiker werden nicht an der Tatsache vorbeikommen, dass die US-Demokratie in die Hände der Finanzbranche gefallen ist. Stiglitz hält den USA, aber auch uns allen, schonungslos den Spiegel vor. getAbstract empfiehlt dieses Buch allen, die die Entwicklungen in den USA verstehen möchten und die wissen wollen, wie wir einen Ausweg finden können.
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Über den Autor
Joseph Stiglitz lehrt als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Columbia University in New York. Der ehemalige Wirtschaftsberater der Clinton-Regierung, Ex-Chefvolkswirt der Weltbank und Nobelpreisträger ist ein weltweit führender Experte zu den Themen Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Er ist auch Autor der Bücher Die Schatten der Globalisierung und Die Chancen der Globalisierung.
Robert J. Shiller: Märkte für Menschen – So schaffen wir ein besseres Finanzsystem
Robert J. Shiller schmiert Balsam auf die geschundenen Seelen der Banker und Manager, Finanztechniker und Regulierer: Die Forderung, dass die Verantwortlichen für die Krise ins Gefängnis gehören, ist für ihn eine „fixe Idee“; Praktiken, die das weltweite Finanzwesen an den Rand des Zusammenbruchs brachten, hält er für „grobe Schnitzer“, die sich korrigieren lassen. Gemäß seinem Hohelied des Finanzkapitalismus ist alles gut und wird noch besser werden, sofern wir nicht auf das unaufgeklärte Demonstrantenvolk, sondern auf die Visionäre hören. Shiller argumentiert durchaus auch branchenkritisch und schlägt jede Menge Verbesserungen vor, fordert aber konsequenterweise nicht weniger, sondern mehr komplexe finanzielle Absicherungssysteme gegen Risiken aller Art. Seine Stoßrichtung, dass der Finanzkapitalismus dazu dienen soll, den Wohlstand zu mehren und gerecht zu verteilen, in allen Ehren – aber glaubt jemand ernsthaft daran, dass die Akteure im Finanzwesen aus diesen hehren Gründen ihrer Tätigkeit nachgehen?
getAbstract ist angesichts Shillers Brillanz erstaunt über die Naivität dieser Annahme, empfiehlt das Buch aber trotzdem allen, die wissen wollen, welchen gesellschaftlichen Nutzen Finanzinnovationen und Finanzspekulanten in einer idealen Welt haben könnten. [weiter]
Über den Autor
Robert J. Shiller ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Yale University und Autor zahlreicher Sachbücher, darunter Irrationaler Überschwang und Animal Spirits.
Lehrmeister: Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo – Poor Economics
Armut ist eines der größten Probleme unserer Zeit und scheint sich weltweit auszubreiten. Viele Menschen halten den Kampf gegen die Armut für nahezu aussichtslos. Ein Hauptanliegen dieses Buches ist es, die Sache einmal anders zu betrachten, nämlich als ein Bündel von Problemen, die man nach und nach lösen kann, sobald man sie verstanden hat.
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Lehrmeister: Henrik Müller – Euro-Vision
Ist ein europäischer Superstaat die Loösung für die Krise der Eurozone? Nach Auffassung von Henrik Müller vom Manager Magazin ja. Für ihn ist eine Weiterentwicklung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion eine unabdingbare Voraussetzung für die Wiederherstellung des Vertrauens der Finanzmärkte.
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Lehrmeister: Loretta Napoleoni – China, der bessere Kapitalismus
China hat hierzulande ein negatives Image. Doch wenn man die Welt einmal durch die chinesische Brille betrachtet, sehen viele Dinge ganz anders aus. Loretta Napoleoni bietet einen erhellenden Perspektivwechsel: Sie erklärt die Erfolge und die positiven Aspekte des chinesischen Systems und legt die Defizite westlicher Gesellschaften offen – und das ebenso kenntnisreich wie fundiert.
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Lehrmeister: Paul Krugman – Vergesst die Krise!
Markt oder Staat? Egal, ob man Paul Krugman in dieser Frage folgt (seine Antwort lautet: Staat!), er stellt sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Die 2008 ausgebrochene Finanzkrise ist für ihn der zwingende Anlass, mit dem Dogma des freien Marktes endlich aufzuräumen. Ohne massive Staatsinvestitionen, sagt er, würden die Industrienationen die Krise unmöglich meistern können und vollends in die Depression abdriften.
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Lehrmeister: Raghuram G. Rajan: Fault Lines – Verwerfungen
Ein Buch über die Finanzkrise aus der Feder des ehemaligen Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds weckt hohe Erwartungen. Die werden auch erfüllt, denn Raghuram G. Rajan gelingt eine lebendige und zugleich sachkundige Darstellung der komplexen Sachverhalte.
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Lehrmeister: Roman Frydman und Michael D. Goldberg – Jenseits rationaler Märkte
Wie war das noch mal mit der Finanzkrise? Auf diese Frage gibt es drei gängige Antworten. Erstens: Keiner konnte sie kommen sehen. Zweitens: Spekulanten, Verantwortungslose oder Irrationale waren am Werk. Und drittens: Man hätte sie schon voraussehen können, aber nicht mit den üblichen Prognosemodellen. An Letzteres glaubt das renommierte Forschungsduo Frydman und Goldberg – und schlägt selbst vor, wie man künftige Exzesse rechtzeitig abdämpfen könnte.
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Lehrmeister: Yanis Varoufakis – Der globale Minotaurus

Eines muss man Yanis Varoufakis lassen: Um starke Bilder ist er nicht verlegen. Amerika als fürchterliches Monster, das Kapital und Waren aus aller Welt verschlingt wie einst der kretische Minotaurus die unschuldigen Jungfrauen und Jünglinge seiner Nachbarn. Investmentbanker und neoliberale Ökonomen als Zombies, die den Staat erst aussaugen, um ihm danach die helfenden Hände zu fesseln. Und Deutschland als europäisches Gegenstück zum großen Ungeheuer – ein rüpelhafter Minitaurus, der den Rest von Europa zur Stagnation im eigenen Hinterhof verdammt. Weiterlesen…
Lehrmeister: Tim Jackson – Wohlstand ohne Wachstum
Kann uns der Wohlstand erhalten bleiben, wenn wir unseren Ressourcenverbrauch einschränken? Eine drängende Frage, denn die Umweltprobleme der Welt können kaum auf eine Klärung in ferner Zukunft warten. Nicht nur genaue Analysen sind gefragt, sondern auch wirkungsvolles Handeln. Angesichts global widersprüchlicher Interessen und Ideale ist das keine leichte Aufgabe. Gerade Politiker stellen das Wirtschaftswachstum nicht gerne infrage: Vielen gilt es als Allheilmittel, und so bleibt es trotz Umweltbelastung und fortwährender Ressourcenausbeutung die heilige Kuh der Ökonomie. Tim Jackson, ehemaliger Umweltberater der britischen Regierung, macht konkrete Vorschläge, welche Maßnahmen Wirtschaft und Politik seiner Meinung nach treffen sollten, um den Teufelskreis zu durchbrechen.
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Lehrmeister: Colin Crouch – Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus
Colin Crouch beleuchtet in diesem informativen und sprachlich hervorragenden Buch, wie der Neoliberalismus entstanden ist, was er geleistet und mehr noch was er angerichtet hat. Crouch nennt die Reibungspunkte mit dem Keynesianismus, aber auch mit der neoklassischen Wirtschaftstheorie und dem klassischen Liberalismus.
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Lehrmeister: Elinor Ostrom – Was mehr wird, wenn wir teilen

Gemeingüter zu nutzen und sie gleichzeitig für kommende Generationen zu erhalten, ist offenbar schwierig. Leer gefschte Meere, abgeholzte Wälder und viele andere ökologi-sche Katastrophen sind traurige Beispiele dafür. Weiterlesen…
Lehrmeister: Hans Diefenbacher, Roland Zieschank – Woran sich Wohlstand wirklich messen lässt

Das ständige Streben nach Wachstum muss überdacht werden, fordern die beiden Wissenschaftler Hans Diefenbacher und Roland Zieschank in ihrem zeitkritischen Werk. Weiterlesen…



