Wolfgang Streeck: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus

23. März 2014 Kommentare aus

Gekaufte-zeitWie der Untertitel des Buches schon nahelegt, handelt es sich bei Gekaufte Zeit um pure Kapitalismuskritik. Wolfgang Streeck schickt seinen Ausführungen denn auch die Bemerkung vorweg, dass man ohne einige auf Karl Marx zurückgehende Schlüsselbegriffe die aktuellen Entwicklungen gar nicht verstehen könne. Den Großteil des Werks machen Bestandsaufnahme und Analyse aus. Die Finanz- und Staatsschuldenkrise der Jahre um 2010 erscheint als vorerst letzter Akt der neoliberalen Entwicklung, die bereits in den 1970er-Jahren begann. Die Institution EU wird als undemokratische Vollenderin genau dieser Entwicklung entlarvt. Am Ende bietet Streeck zwar auch einen Lösungsvorschlag für die Krise – nämlich den Rückbau der Europäischen Währungsunion –, den er selbst allerdings schon im Vorwort als nicht sehr realistisch einstuft. Lob gebührt Streecks klarer Sprache und seiner einleuchtend aufgebauten Analyse der Ursachen für die gegenwärtige Situation. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für eine soziologisch fundierte Darstellung der Krise des Kapitalismus interessieren.
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Über den Autor

Wolfgang Streeck ist Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Professor für Soziologie an der Universität Köln. Er ist unter anderem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Konjunktursignale der nächsten Tage

21. März 2014 Kommentare aus

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-03-21 Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse der kommenden Woche

Montag: Der Stimmungsaufschwung in Euroland schreitet mit großen Schritten voran. Dies signalisieren insbesondere die Einkaufsmanagerindizes. Alle Peripherieländer der Währungsunion liegen sowohl beim Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister als auch bei demjenigen für das verarbeitende Gewerbe über der Expansionsmarke von 50 Punkten.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Ökonomen als Ratgeber

13. März 2014 Kommentare aus

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat es der Öffentlichkeit vor Augen geführt: Der Rat von Experten ist dringend erforderlich. Aber sind die wirtschaftswissenschaftlichen Fachleute überhaupt fähig, die Politik zu beraten? Welche Ökonomen fanden in Politik und Medien Gehör? Was müsste bei dieser Kommunikation besser werden? Diesen Fragen widmen sich Justus Haucap und Tobias Thomas im aktuellen Wirtschaftsdienst.

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Wenn sich der Exportmeister selbst besiegt

5. März 2014 6 Kommentare

Ob sie nun aus dem USA kommt und jetzt auch von der EU-Kommission: Die Kritik an Deutschlands Handelsüberschüssen wird hierzulande reflexartig als Angriff auf unsere Stärken verurteilt. Dabei würde eine Kurswende vor allem uns selbst vor künftigen Krisen schützen.

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David Milleker – Warum Deflationsrisiken in Prognosen gerne unterschätzt werden

4. März 2014 Kommentare aus

Wenn das Gespräch auf die aktuell niedrigen Inflationsraten im Euro-Raum und potenzielle Deflationsrisiken kommt, wird die Angst vor „japanischen Verhältnissen“ häufig als übertrieben abgetan, denn Japan sei ein historischer Sonderfall. Auch wird ins Feld geführt, dass stagnierende und fallende Preise „nur“ in den Peripheriestaaten anzutreffen sind.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

28. Februar 2014 Kommentare aus

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-02-28 Wochenvorschau

Anat Admati und Martin Hellwig: Des Bankers neue Kleider – Was bei Banken wirklich schiefläuft und was sich ändern muss

22. Februar 2014 2 Kommentare

Des Bankers neue Kleider Die Empörung der Autoren über die Zustände in der Finanzwirtschaft gut sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist groß: Nie konnten Banken sich billiger verschulden als heute, und schon drehen sie wieder am ganz großen Rad. Nach dem Motto: Bei Schwarz gewinnt die Bank, bei Rot verliert der Steuerzahler. Anat Admati und Martin Hellwig entlarven die Argumente der Banker gegen eine schärfere Regulierung als substanzlos und fordern die Erhöhung des erforderlichen echten Eigenkapitals auf 20 bis 30 Prozent. Bei den Betroffenen dürfte das akute Schnappatmung auslösen – würde es doch das Ende der märchenhaften Geldvermehrung einläuten. Uns allen aber könnte ein Revival der alten, konservativen Kleider der Banker jede Menge böse Überraschungen ersparen. getAbstract legt dieses aufschlussreiche Werk Finanzprofis wie auch Finanzbanausen ans Herz. Prädikat: höchst lesenswert.
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Über die Autoren

Anat Admati ist Professorin für Finanzwirtschaft an der Stanford University und Mitglied des Systemic Resolution Committee der Einlagensicherungsbehörde der USA.
Martin Hellwig ist Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Zudem ist er als Berater des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken in Frankfurt tätig.

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