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Posts Tagged ‘Aufsteiger-Check’

Aufsteiger-Check: Interview mit Indien-Experte Arvind Panagariya

9. Februar 2010 Kommentare aus

Im Aufsteiger-Check werden in der kommenden Zeit renommierte Ökonomen aus Brasilien, China, Indien und Russland zu den Aussichten in ihren Ländern und zur neuen Rolle der BRIC-Staaten in der Weltwirtschaft befragt. Heute: Arvind Panagariya, Professor für politische Ökonomie Indiens an der Columbia University in New York. Der einstige Chefökonom der Asian Development Bank zählt zu den renommiertesten Indien-Experten weltweit.

1. How strong will be the recovery of the Indian economy in 2010?

In 2010, I expect India to return to its current trend growth rate of 8 to 9 percent.  During July-September 2009, the latest quarter for which data are available, India has already surged to 7.9 percent.  All indications are that the following quarter will be no different.

2. Which factors will be driving the recovery?

Crisis never hit India as hard as other parts of the world.  Its growth rate fell approximately 2 percentage points to an average of 5.9 percent during three quarters spanning October 2008 to June 2009 but has now recovered to 7.9 percent.  The main causes of the decline were temporary freeze in liquidity markets and a decline in exports driven by disruption in export credit.  These problems have now all but disappeared.  India also had fiscal deficit of 7 to 8 percent of the GDP when the crisis hit and was raised to 10 percent as a part of the stimulus package, which still remains in place. 

3. What are the biggest risks to the development?

Risks are mainly from possible reversal of reforms.  Two examples: (i) Recently, a decision was made to require all ultra-mega power plants to buy their equipment domestically.  This will not only delay power project but also compromise the quality of equipment.  (ii) A legislation is being brought to extend the minimum wage law to 340 million workers in the informal sector.  Such a measure would lead to more capital-intensive technologies even in tiny enterprises in the informal sector.  India already suffers from very high capital intensity in its formal sector due to draconian labor laws.  These measures are a throw back to the pre-reform era.  

4. How should the government respond to the risks?

Any unforeseen risks will be greatly mitigated if the government would introduce reforms in land and labor markets that facilitate the expansion of the labor-intensive industries such as apparel and footwear and encourage the deployment of more labor-intensive techniques in all sectors in the formal sector.

5. Has the role of India in the world economy substantially changed due to the crisis?

One by-product of the crisis has been the supplanting of the G-8 by G-20.  This has dramatically altered how India views its role in the world economy.  Its stance in climate change negotiations turned significantly more conciliatory after the Pittsburgh G-20.  Because India was one of the two large economies (the other one being China) that continued to grow at a healthy pace despite the crisis, it has also acquired some importance as a growth pole of the global economy.  With 8 percent or higher growth likely in the coming years, this role is going to only expand.

6. What will be the biggest challenges to the Indian economy in the years ahead?

Dealing with mitigation obligations. If India has to accept obligations for mitigation in absolute terms (as opposed to relative terms through such measures as reduction in emission intensity of the GDP), India’s growth and poverty alleviation aspirations will be greatly undermined.  40 percent of Indian households still lack ANY access to electricity.  At the current level of mitigation technologies and green sources of energy, the provision of electricity for all and significant growth in industry will remain distant goals if India has to accept mitigation obligations before 2040.  The other major challenge relates to further economic reforms that the current government has continues to resist. 

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Aufsteiger-Check: Interview mit Ilan Goldfajn, Chefökonom der brasilianischen Bank Itaú Unibanco

2. Februar 2010 Kommentare aus

IIm Aufsteiger-Check werden in der kommenden Zeit renommierte Ökonomen aus Brasilien, China, Indien und Russland zu den Aussichten in ihren Ländern und zur neuen Rolle der BRIC-Staaten in der Weltwirtschaft befragt. Heute: Ilan Goldfajn, Chefökonom der brasilianischen Bank Itaú Unibanco:

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Aufsteiger-Check: Dekabank-Experte Janis Hübner zur Rolle der Schwellenländer in 2010

5. Januar 2010 Kommentare aus

2009 war das Jahr der großen Schwellenländer. Geht es 2010 so weiter? Das FTD-Wirtschaftswunder hat Janis Hübner, Experte für Emerging Markets bei der Dekabank in Frankfurt, gefragt.

 

*

1. Wird die Bedeutung der großen Schwellenländer für die Weltwirtschaft 2010 weiter zunehmen?

Daran kann kaum ein Zweifel bestehen. Das Wirtschaftswachstum wird höher sein als in den Industriestaaten, und die Schwellenländer werden auch als Investitionsziele weiterhin attraktiv sein – sowohl für Finanzanlagen als auch für Direktinvestitionen. Zudem dürften Unternehmen aus diesen Ländern vermehrt selbst als Käufer für Unternehmen aus Industriestaaten auftreten.

2. Welche großen Schwellenländer werden 2010 besonders wichtige Wachstumstreiber sein? Welche eher enttäuschen?

Das Wachstumszentrum wird Asien sein, wo wir für alle großen Staaten Wachstumsraten von über 5% erwarten. China kommt erneut eine Sonderrolle zu, da es nicht nur das größte Land der Emerging Markets ist, sondern auch das höchste Wachstum aufweisen dürfte. In Mittel- und Osteuropa sind die strukturellen Probleme ungleich größer als in Asien, so dass wir hier nur von einer schwachen Erholung ausgehen. Da hier die Erwartungen jedoch auch entsprechend gering sind, kann man nicht unbedingt von einer Enttäuschung sprechen, wenn es so kommt. In Lateinamerika erwarten wir für Brasilien einen nachhaltigen Aufschwung, während sich Mexiko nur langsam von dem tiefen Einbruch erholen kann.

3. Sollte Indonesien anstelle von Russland in den BRIC-Kreis aufrücken?

Nein, denn Russland verfügt über einen deutlich höheren Anteil an der Weltwirtschaft (3,3% gegenüber 1,3% für Indonesien, gerechnet nach Kaufkraftparitäten, IWF-Zahlen für 2007). Allerdings dürfte sich Indonesien in den kommenden Jahren auf einem höheren Wachstumspfad bewegen als Russland, so dass man die Frage in einigen Jahren vielleicht anders beantworten kann.

4. Droht China eine gefährliche Blase?

Da China die eigene Währung nicht stark aufwerten lassen möchte, dürfte die Geldpolitik noch einige Zeit relativ expansiv bleiben. Das treibt vor allem die Vermögensmärkte. In einzelnen Segmenten des Immobilienmarktes kann man heute schon von einer Überhitzung sprechen, aber nicht für den gesamten Markt in China. Aktien sind sicher nicht niedrig bewertet, doch eine Blase sehen wir hier gegenwärtig nicht. Aufgrund der hohen Volatilität des chinesischen Aktienmarktes müssen Rückschläge aber immer einkalkuliert werden.

 
Die BIP-Prognosen der Dekabank für 2010:

Brasilien: 4,5%

China: 9,5%

Indien: 8,0%

Russland: 3,8%

Im Aufsteiger-Check wird jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien beleuchtet, deren Bedeutung für die Weltwirtschaft seit der Krise noch größer geworden ist. Dafür befragen wir Emerging-Market-Experten aus Banken und Instituten.

 

 

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Aufsteiger-Check: Ausblick 2010

29. Dezember 2009 Kommentare aus

Der Weltwirtschaft winkt 2010 endlich wieder Wachstum, nach dem Katastrophenjahr 2009. Das Wachstum wird dabei vor allem von den Schwellenländern getragen. Dennoch sind die Prognosen für die vier großen Volkswirtschaften Brasilien, China, Indien und Russland recht unterschiedlich.


 * 

* Brasilien

 
Brasilien zählt zu den großen Krisengewinnern. Dank solider makroökonomischer Fundamentaldaten und eines ausgeglichenen Wachstumsmodells konnte die Krise schnell überwunden werden. 2010 dürfte die Wirtschaftsleistung der größten südamerikanischen Volkswirtschaft nach Ansicht vieler Ökonomen zwischen vier und fünf Prozent wachsen. Dafür sorgt ein Boom bei Konsum und Investitionen. Auch die Inflation dürften die Zentralbank mit – für brasilianische Verhältnisse niedrigen – rund vier Prozent im Griff behalten.

 

* China

Dem Wachstumstreiber Nummer eins des nun endenden Jahres drohen 2010 einige Schwierigkeiten. Die Regierung muss die expansive Fiskal- und Geldpolitik zurückfahren, die drohende Aktien- und Immobilienblase und die faulen Kredite im Bankensystem infolge lascher Kreditvergabe in den Griff bekommen. Zugleich muss aber die Binnennachfrage gestärkt werden. Denn   infolge einer schwächeren US-Nachfrage dürften die Exporte so bald nicht mehr zu alten Niveaus zurückkehren. Ein schmaler Grat also. Die Wachstumsrate wird – zumindest nach offiziellen Angaben – wohl trotzdem bei rund acht Prozent liegen.

 

* Indien

Auch die indische Wirtschaft hat sich von der Krise kaum beeindrucken lassen. Die Binnennachfrage boomt und auch 2010 dürfte es dynamisch weitergehen. Viele Ökonomen rechnen mit einer Wachstumsrate von über sechs Prozent. Das einzige Problem: Der Boom geht einher mit einer recht hohen Inflation. Die Teuerungsrate dürfte 2010 erneut über acht Prozent liegen.

 

* Russland

 
Unter den BRIC-Staaten wird Russland auch 2010 weiter abfallen. Die Krise traf das Land so heftig wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf der Welt. Und so wird das Wachstum wohl 2010 nur bei zwei bis 2,5 Prozent liegen – 2008, vor der Krise, waren es noch 5,6 Prozent. Schuld daran ist die veraltete Industriestruktur, die einseitige Abhängigkeit vom Öl, die anhaltenden Kreditklemme und die starke Intervention des korrupten und überbürokratischen Staates. Die Arbeitslosigkeit dürfte hoch bleiben, ähnlich wie die Inflation. Und so droht Russland 2010 gegenüber den anderen BRIC-Staaten weiter den Anschluss zu verlieren.

 

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Aufsteiger-Check: Das indische Wirtschaftswunder

8. Dezember 2009 Kommentare aus

Von Krise ist am Ganges nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Der südasiatische Wirtschaftsriese schwingt sich zu neuen Wachstumssprüngen auf. Davon profitiert auch die Weltwirtschaft.

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 Die indische Wirtschaft hat im Verlauf des Jahres zunehmend an Schwung gewonnen. Hier lag das Wachstum in Q3 mit 3,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach Berechnungen der Dekabank auf dem höchsten Niveau seit 2003. Diese Dynamik dürfte nach Ansicht der Bank abnehmen: Die Volkswirte erwarten für Q4 nur noch ein Wachstum von 1,6 Prozent zum Vorquartal. Die indische Wirtschaft dürfte im Gesamtjahr 2009 um fast sechs Prozent wachsen – trotz schwerer Dürre und entsprechender Ernteausfälle,  und vor allem trotz globaler Wirtschafts- und Finanzkrise.

Der Aufschwung im dritten Quartal stand auf breitem Fundament – einer Mischung aus Konjunkturprogramm, privater Konsum- und Investitionsnachfrage und starkem Wachstumsbeitrag der Nettoexporte aufgrund eines deutlichen Importrückgangs. Mit einem Anteil der Exporte von nur rund 20 Prozent am BIP hat der Einbruch des Welthandels deutlich weniger auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Landes durchgeschlagen als bei sehr exportabhängigen Ländern wie Malaysia oder Thailand, mit Exportquoten von 80 Prozent. Hinzu kommt eine hoch dynamische Binnennachfrage, die derzeit jede Spur der Krise vermissen lässt.

Von Indiens Dynamik dürfte die gesamte Weltwirtschaft profitieren. Mit zunehmender Erholung der inländischen Wirtschaft werden indische Unternehmen wieder als Investoren in anderen Ländern auftreten. Umgekehrt wächst Bedeutung Indiens als Absatzmarkt oder als Investitionsstandort ständig wächst. Die von Indien ausgehenden Impulse dürften nicht nur Asien helfen.

Im Aufsteiger-Check wird jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien beleuchtet, deren Bedeutung für die Weltwirtschaft seit der Krise noch größer geworden ist. Dazu befragen wir Emerging-Market-Experten aus Banken und Instituten.

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Aufsteiger-Check: Risikofaktor China

24. November 2009 Kommentare aus

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*

 

Davor warnen jedenfalls mehr und mehr Ökonomen: Ob Internationaler Währungsfonds, renommierte Ökonomen oder nun sogar chinesische Notenbanker – die Angst vor chinesischen Spekulationsblasen wächst.

 

Der Hintergrund: Um eine Rezession zu verhindern, galt für die chinesische Regierung seit der Lehman-Pleite das Prinzip: Wachstum um jeden Preis. Die chinesische Zentralbank überschwemmte den Markt mit billigem Geld, die Regierung legte ein gigantisches Konjunkturpaket auf und wies die staatlichen Banken an, massenhaft Kredite zu vergeben. Mit drastischen Folgen: Die Kreditvergabe hat sich auf Druck der Regierung im ersten Halbjahr verdreifacht. Die Preise am Immobilienmarkt sind dank der staatlichen Förderung explodiert. Der perfekte Nährboden also für Spekulationsblasen und Bankenprobleme. Die Risiken einer solchen Entwicklung sind nicht erst seit der jüngsten Krise in den USA bekannt.

 

Dass das hierdurch erzeugte chinesische Wachstum zugleich der Weltwirtschaft aus der Krise geholfen hat, scheint dabei unbestritten. Ökonomen sind jedoch uneins, ob Peking über das Ziel hinaus geschossen ist und ob China einen geeigneten Rahmen bietet, um die Blasen wirksam zu bekämpfen.

 

Die gängige Argumentation der Optimisten lautet: China sei im Finanzbereich vergleichsweise stark reguliert. Daher würden selbst bei einem Anstieg der faulen Kredite im Bankensystem oder der Preise am Immobilienmarkt niemals solche Extreme erreicht werden wie in den USA oder im Japan der 90er-Jahre. Zudem habe die Regierung die Probleme erkannt und bleibe nicht tatenlos. Tatsächlich hat die Notenbank bereits begonnen, vereinzelt Liquidität einzusammeln, die Banken wurden angewiesen die Kreditvergabe einzuschränken. Die China Banking Regulatory Commission drängt die Banken zu höheren Eigenkapitalquoten. Daher werde es letztendlich nicht zu einer bedrohlichen China-Krise kommen, so die Optimisten.

 

Doch nicht alle Ökonomen vertrauen auf Pekings wirtschaftspolitisches Geschick. Denn China braucht das starke, kreditfinanzierte Wachstum, um soziale Unruhen zu vermeiden. Daher könnte die Regierung möglicherweise nicht so entschlossen das Wachstum abwürgen, wie zur Vermeidung der Gefahren notwendig wäre. Zudem steckt die Notenbank in einem Dilemma: Setzt sie zu früh auf den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, so könnte das durch höhere Zinsen angelockte ausländische Kapital die Immobilienpreise weiter in die Höhe treiben. Warten Pekings Zentralbanker dagegen zu lange, werden Spekulationen ebenfalls weiter befeuert. Es könne also durchaus zu einem Szenario ähnlich wie in den 90er-Jahren in Japan kommen, so die Skeptiker.

 

Im Aufsteiger-Check wird jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien beleuchtet, deren Bedeutung für die Weltwirtschaft seit der Krise noch größer geworden ist.

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Aufsteiger-Check: Ökonomen warnen vor Nebenwirkungen von Chinas Wachstum

18. August 2009 Kommentare aus

Chinas zweites Quartal war stark. Wie keine andere große Volkswirtschaft der Welt hat China sein Wachstumstempo nach der Krise wieder steigern können. Doch die ersten Ökonomen warnen bereits vor möglichen Nebenwirkungen.

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Im zweiten Quartal wuchs Chinas Wirtschaft um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Durch eine massive Ausweitung der Kreditvergabe wurden viele Investitionsprojekte angestoßen. Auch in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Dynamik bei den Investitionen anhalten – wenn auch nicht mehr ganz so stark wie im Frühjahr, da die Kreditvergabe etwas zurück gefahren werden dürfte.

Einige Ökonomen sehen die Entwicklung jedoch skeptisch. Das Wachstum sei nicht selbsttragend sondern staatlich angestoßen. Es mehren sich die Stimmen, die vor Blasen und Übertreibungen warnen, speziell am Häuser- und Aktienmarkt. Sogar von offizieller Seite gab es zuletzt häufiger Äußerungen, dass man hier nun sehr genau aufpassen müsse.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Russlands Rezession verschärft sich

11. August 2009 Kommentare aus

Während andernorts das Ende der Rezession erwartet wird, ist die Wirtschaftsleistung Russlands im zweiten Quartal so stark geschrumpft wie noch nie seit Beginn der Statistiken Mitte der neunziger Jahre. Das Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem zweiten Quartal 2008 um 10,9 Prozent.

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Die heutigen Zahlen unterstreichen nochmals, dass Russland definitiv nicht zu den Erholungs-Lokomotiven wie China, Indien und Brasilien zählt. Im Gegenteil: Viele Ökonomen rechnen nun damit, dass die Rezession in Russland noch mindestens bis zum Jahresende anhält, während sie dann selbst in vielen Industrieländern wohl schon vorüber sein dürfte.

Bereits im ersten Quartal 2009 war die Wirtschaftsleistung um 9,8 Prozent auf Jahressicht geschrumpft. Vor allem der niedrige Ölpreis und die Kreditknappheit belasteten die Wirtschaft auch im Frühjahrsquartal weiter erheblich. Der Preis der russischen Erdölsorte Ural lag hier bei durchschnittlich 61,03 $ je Barrel. Vor einem Jahr waren noch Preise von bis zu 142,50 $ bezahlt worden. Zudem trägt die steigende Arbeitslosigkeit dazu bei, die Binnennachfrage auszubremsen.

Seit langem warnen Experten, dass Russland zu einseitig abhängig von Öl und Gas sei. Das wird nun schmerzhaft deutlich, wie der Kontrast zu anderen Schwellenländern wie China oder Brasilien zeigt. Diese Ansicht teilt auch die russische Regierung selbst, die allerdings schon länger verspricht etwas an der Wirtschaftsstruktur zu ändern: „So kann es nicht weitergehen“, sagte Präsident Dmitri Medwedjew am Montag in Sotschi am Schwarzen Meer. „Es ist eine Sackgasse. Die Krise hat uns in eine Situation manövriert, wo wir uns entscheiden müssen, die Struktur der Volkswirtschaft zu ändern.“ Mit dem Verfall der Rohstoffpreise sei Russland verkümmert.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Brasilien am Beginn einer Erholung

14. Juli 2009 Kommentare aus

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Die OECD hat in ihrem heute veröffentlichten Länderreport Brasilien ein gutes Zeugnis in der Krisenbewältigung ausgestellt. Die Industrieländerorganisation sieht das Land bereits am Beginn einer konjunkturellen Erholung.

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Dank der starken Verbesserung makroökonomischer Fundamentaldaten in den Jahren vor der Krise habe Brasilien die Auswirkungen der Krise gut verkraften können, hieß es in dem Bericht. Zudem hob die OECD den gesunden Bankensektor und die ausgeglichenen Finanzen der Haushalte und Firmen als zentrale Pfeiler der Stabilität hervor.

Die OECD lobte auch die Antwort der Politik auf die Krise: Sie sei den Umständen angemessen gewesen. Einige Ökonomen hatten in den letzten Monaten allerdings immer wieder bemängelt, dass die Regierung in Brasilia zu spät fiskalische Maßnahmen ergriffen habe. Trotz allem mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass Brasilien ähnlich wie China als eines der ersten Länder aus der Krise heraus kommt.

Die Aussichten auf eine Erholung wurde heute auch durch aktuelle Daten untermauert: Brasiliens Einzelhändler konnten im Mai erneut ihre Einnahmen steigern. Die Umsätze wuchsen um vier Prozent gegenüber dem Vormonat. Bereits im April hatte es einen Anstieg von 7,1 Prozent gegeben. Das zeigt, dass sich der Konsum immer mehr zur Triebkraft für eine Erholung entwickelt. Schon vor der Krise waren die brasilianischen Konsumenten ein zentraler Wachstumstreiber.

 

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Optimistische WIIW-Prognose für Russland

7. Juli 2009 Kommentare aus

Im Gegensatz zu den anderen großen Schwellenländern ist in Russland eine Erholung noch nicht wirklich greifbar. Bei der heute vorgestellten Osteuropa-Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) kommt Russland jedoch noch relativ gut weg.

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Das WIIW rechnet im Falle Russlands mit einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um “nur” 4,7 Prozent. Das erscheint recht optimistisch, ist doch die russische Wirtschaftsleistung im Mai noch um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Bereits im April war das BIP um 10,5 Prozent zurückgegangen.

Zum Vergleich: Die Weltbank rechnet mit einem Minus von 7,9 Prozent in Russland für das Gesamtjahr 2009. Auch viele Banken sind pessimistischer als das WIIW.

Fallende Energie- und Metallpreise, die Kreditknappheit, Währungsabwertungen und sinkende Investitionen sind zwar laut WIIW Belastungsfaktoren für die Wirtschaft Russlands. Zugleich betonen die Wiener Forscher jedoch die beträchtlichen fiskalischen Ausgaben, die vor allem durch früher akkumulierte Reserven finanziert werden. So glaubt das Institut an ein Wachstum von vier Prozent im kommenden Jahr und 4,1 Prozent im darauf folgenden.

Dieser optimistische Ausblick ist allerdings selbst innerhalb des WIIW umstritten.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Chinas Wachstum könnte laut Weltbank abnehmen

23. Juni 2009 Kommentare aus

Im gerade veröffentlichten China Quarterly Update der Weltbank prognostiziert die Washingtoner Institution dem Reich der Mitte für dieses Jahr respektables Wachstum. Für das kommende Jahrzehnt sagt die Weltbank aber geringere Wachstumsraten voraus. Lesen Sie hier die Erklärung:  

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“More subdued exports are likely to lower GDP growth, although not dramatically. From 1998 to 2008, world imports grew 6.6 percent on average and China’s exports 19.7 percent, in real terms. In the coming decade, exports will grow less. How rapidly depends on world import growth, China’s competitiveness, and possible limits to its global market share. In an illustrative scenario, on the basis of mainstream projections for world imports and assuming a continued increase in market share reflecting strong competitiveness, the growth rate of China’s exports could average 9 percent in the coming decade— 10 percentage point (pp) less than in the previous decade. China’s global market share would be 12 percent in 2018. As a comparison, the US share peaked at 14 percent in the early 1990s. The value added contribution of exports to GDP now is estimated at almost 20 percent. Thus, as a rough, illustrative estimate, GDP growth could be (0.1*0.2=) 2 pps lower in the coming decade because of lower export growth. This is significant, but not dramatic, compared to average GDP growth of 10 percent in the previous decade.

A slowdown in potential output is likely to largely reflect lower capital stock growth. China’s potential output has grown fast in the previous decades, driven by rapid capital accumulation and TFP growth. Several factors will contain potential output growth in the coming years, largely affecting the capital stock. First, most importantly, investment is likely to be subdued in the coming years, especially in manufacturing, given the outlook for exports, spare capacity, and profits. Second, the composition of investment is changing now, with more government influenced investment (GII) and less market based investment (MBI). GII is likely to contribute less to narrow GDP growth than MBI in the medium term, largely because the economic returns of investment in infrastructure are spread out over a longer period than those of investment in equipment. GII is also likely to be less efficient. Third, some of the current capital stock in sectors facing particularly large spare capacity will have to be written off. In all, on reasonable assumptions, China’s capital stock would rise by 10 percent in the coming 5 years, compared to 13.3 percent in the previous 5 years. Potential output growth would be about 2 pp lower in the coming 5 years than in the previous 5 years.

Succesful rebalancing could help boost growth. In the transition to a new setting, TFP growth may be lower because of less migration out of agriculture and policies that channel resources to less efficient activities and firms. More progress with rebalancing would help offsetting this by generating more reallocation of labor from agriculture, more education, and more service sector productivity.”

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

 

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Aufsteiger-Check: Entwicklung der BRICs driftet auseinander

16. Juni 2009 Kommentare aus

Seit Dienstag tagen die Staatschefs der BRIC-Länder auf ihrem ersten gemeinsamen Gipfel im russischen Jekaterinburg. Damit wollen die BRICs sich als Staatenblock präsentieren. Die wirtschaftlichen Unterschiede nehmen jedoch zu.

 

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Mit dem Treffen wollen die vier aufstrebenden Schwellenländer ihre politischen Ambitionen bündeln. So versuchen sie ihrem bereits beträchtlichen wirtschaftlichen Gewicht auch politisch Ausdruck zu verleihen. 13 Prozent des Welthandels gehen auf ihr Konto, 41 Prozent der Devisenreserven befinden sich in ihren Händen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich ihr Anteil am weltweiten Output von 7,5 Prozent auf mehr als 15 Prozent im vergangenen Jahr verdoppelt.

Den Großteil davon macht allerdings China aus, mit einem Anteil von prognostizierten 8,8 Prozent im Jahr 2009. Zudem zeigten die Wirtschaften in den vergangenen Jahren bereits ein sehr unterschiedliches Wachstumstempo: Russlands Anteil beispielsweise wuchs seit 1999 von 0,6 auf 2,1 Prozent, der Anteil Brasiliens dagegen stieg nur leicht von 1,9 auf 2,3 Prozent.

Infolge der Finanzkrise dürften sich die Diskrepanzen zwischen den BRIC-Volkswirtschaften noch vergrößern. Ihre ökonomische Entwicklung geht derzeit auseinander: Brasilien und Russland stecken in der Rezession, China und Indien wachsen dagegen weniger, aber dennoch weiter kräftig.

Vor allem Russland droht den Anschluss zu verlieren. Mit dem Fast-Kollaps des Finanzsystems und dem Einbruch des Ölpreises wurde die russische Wirtschaft zum Jahreswechsel gleich von zwei Schocks gleichzeitig getroffen. Brasilien dagegen wuchs ohnehin in den letzten Jahren weniger dynamisch. Zwar wird auch Russland nach den meisten Prognosen 2010 zu positivem Wachstum zurückkehren. Aber dann dürfte das russische Wachstum – anders als vor der Krise – hinter Brasilien liegen.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Brasilien rutscht in Rezession – aber nur kurzzeitig

9. Juni 2009 Kommentare aus

Brasilien ist zwar seit Dienstag offiziell in der Rezession. Doch das relativ geringe Ausmaß der zweiten Schrumpfung in Folge zu Jahresbeginn stimmt viele Ökonomen zuversichtlich. Viele rechnen nun mit einer schnellen Erholung – vielleicht schon im zweiten Quartal.   

 
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Trotz der äußerst schlechten weltwirtschaftlichen Lage schrumpfte die Wirtschaftsleistung „nur“ um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – das ist im Vergleich zu anderen Ländern wenig. Gegenüber dem Vorquartal lag der Rückgang saisonbereinigt bei  0,8 Prozent.

Hoffnung macht den Ökonomen vor allem die Entwicklung beim Konsum. Hier kam es zu einer Erholung – ein Anstieg um saisonbereinigt 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Verunsicherung bei den brasilianischen Konsumenten scheint sich also bereits zu Jahresbeginn etwas gelöst zu haben.

Anders sah es dagegen im ersten Quartal noch bei den brasilianischen Firmen aus. Neben einem Einbruch bei den Exporten – um 16 Prozent zum Vorquartal – machte sich die Krise vor allem bei den Anlageinvestitionen bemerkbar. Hier gab es einen drastischen Rückgang um 12,6 Prozent zum Vorquartal. Dabei machten sich wohl nicht nur die Folgen des Nachfrageeinbruchs und der damit einhergehenden Produktionsdrosselung bemerkbar, sondern auch die schwierigen Kreditbedingungen.

Den Industriefirmen ging es in den ersten drei Monaten des Jahres am schlechtesten: Sie vermeldeten einen Wachstumsrückgang gegenüber dem Vorquartal um 3,1 Prozent. Der Ausblick für das zweite Quartal ist jedoch hoffnungsvoll: Sowohl die Kapazitätsauslastung als auch die Einkaufsmanagerindizes haben sich in den vergangenen Monaten leicht erholt.

Damit reiht sich Brasilien in die Riege der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft. Dazu gehören auch China und Indien – sie alle wurden vergleichsweise gering von der Krise getroffen und zeigen deutliche Anzeichen, als erste wieder heraus zu kommen. Die größte südamerikanische Wirtschaft könnte schon im zweiten Quartal die Rezession hinter sich lassen – das glaubt beispielsweise die Dekabank. Selbst pessimistischere Einschätzungen wie die der Commerzbank sehen hier maximal noch eine leichte Schrumpfung.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Indien überrascht mit robustem Wachstum

2. Juni 2009 Kommentare aus

Indiens starke Wachstumszahlen aus dem ersten Quartal hellen die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf deutlich auf. Vor allem die Dynamik im wichtigen Dienstleistungssektor verbreitet Hoffnung. Viele Volkswirte revidieren nun ihre Prognosen wieder nach oben.

 

 
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Das indische Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2009 um 5,8 Prozent auf Jahressicht gewachsen. Das Vorquartal wurde zudem von 5,3 Prozent auf 5,8 Prozent nach oben revidiert. Der durch die Konjunkturmaßnahmen getriebene Staatskonsum haben dabei ebenso geholfen wie das Wachstum bei den Dienstleistungen. So konnte die Schrumpfung im verarbeitenden Gewerbe abgefedert werden.

Das staatliche Konjunkturprogramm wird offenbar schneller umgesetzt, als viele Experten erwartet haben. Vor allem die sozialen Dienstleistungen wuchsen – um 12,5 Prozent auf Jahressicht. Hier lag ein Schwerpunkt der indischen Konjunkturmaßnahmen. Insgesamt war die Dynamik in Indiens wichtigem Service-Sektor beachtlich. Auch Finanzdienstleistungen legten deutlich zu, um 9,5 Prozent zum Vorjahr.

Anders dagegen die Lage in der Industrie: Der Einbruch des Welthandels ging hier auch an Indien nicht spurlos vorüber. Die Wirtschaftsleistung in der Industrie ist im ersten Quartal um 1,4 gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Die größten Risiken für die kommenden Quartale liegen nun bei den sinkenden Investitionen und der steigenden Arbeitslosigkeit. Die Industriefirmen passen ihre Kapazitäten der neuen Lage an. Die Entlassungen, speziell bei den Exportfirmen, könnten die wichtige Binnennachfrage dämpfen. Zudem ist der Spielraum für weitere Konjunkturmaßnahmen beschränkt.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Vergleich der Umsetzung von Konjunkturmaßnahmen

26. Mai 2009 Kommentare aus

Alle Welt lobt China für die schnelle Umsetzung seines gigantischen Konjunkturprogramms. Doch wie effektiv sind die Chinesen wirklich? Und wie sieht es in den anderen großen Schwellenländern mit der Umsetzung der Maßnahmen aus? Ein kleiner Überblick:

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* China

Geplanter Umfang des Konjunkturprogramms:

14 Prozent des BIP bis 2010

Geplante Maßnahmen:

Infrastrukturausgaben, Steuererleichterungen für Haushalte, Sozialausgaben, Kaufanreize unter anderem beim Kauf von Kleinwagen und Kühlschränke

Umsetzung:

Nach offiziellen Angaben wurde bereits ein Drittel der geplanten Mittel ausgegeben. Ökonomen sind sich weitgehend einig, dass die sich abzeichnende Besserung der Lage in der chinesischen Wirtschaft in erster Linie auf das enorme Konjunkturpaket zurückzuführen sein muss. Auf den ersten Blick scheint es, als wäre die autoritär und zentral gelenkte chinesische Wirtschaft bei der schnellen Umsetzung von Konjunkturmaßnahmen gegenüber anderen Ländern im Vorteil. Auf den zweiten Blick könnte der bisherige Erfolg jedoch andere Gründe haben. Denn Ökonomen betonen, dass viele der Maßnahmen ohnehin geplant waren – ein großer Unterschied zu Programmen in den USA oder Deutschland. Sind diese bereits geplanten Maßnahmen erst einmal abgearbeitet, könnte es plötzlich auch in China weniger reibungslos laufen. Denn entgegen dem oftmals etwas verklärten Bild der durchregierten Volksrepublik, machen Korruption und Eigeninteressen der Provinzregierungen Plänen der Zentralregierung immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Klare Rückschlüsse über die Umsetzung der Programme werden in jedem Falle durch die hohe Intransparenz und Datenmanipulationen erschwert.

 

* Russland

Geplanter Umfang des Konjunkturprogramms:

3,4 beziehungsweise 3,6 Prozent des BIP

Geplante Maßnahmen:

Steuererleichterungen für Unternehmen, Subventionen für Unternehmen, Konsumanreize, Sozialausgaben

Umsetzung:

Bisher hatte sich die russische Regierung vor allem auf die Stabilisierung des Bankensektors konzentriert. Wie gut die Maßnahmen speziell des zweiten im April angekündigten Pakets wirken, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

 

* Indien

Geplanter Umfang des Konjunkturprogramms:

0,3 bzw. 0,5 Prozent des BIP

Geplante Maßnahmen:

Infrastrukturausgaben, Sozialausgaben

Umsetzung:

Im Zentrum der kaum gebündelten und eher häppchenweise geplanten Maßnahmen stehen die ohnehin dringend benötigten Infrastrukturausgaben, die für indische Verhältnisse anlässlich der Krise deutlich erhöht wurden. In Indien verläuft die Umsetzung der Maßnahmen jedoch nach Ansicht von Experten in jedem Falle langsamer als in China. Aufgrund der Größe des Landes und der Korruption dürfte zudem auch hier ein Teil der Maßnahmen nicht ankommen.

 

* Brasilien

Geplanter Umfang des Konjunkturprogramms:

Noch unklar

Geplante Maßnahmen:

Infrastrukturausgaben, Subventionen für Unternehmen, Steuererleichterungen für Haushalte

Umsetzung:

Brasilien hat sich ähnlich wie Indien bisher eher auf punktuelle Maßnahmen, speziell zu Gunsten der Kfz- und der Baubranche, beschränkt. Vor allem die Senkung der Steuer auf den Kauf von kleinen Pkw, später auch für größere Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zeigte dabei sofortige Wirkung. Nach einem Einbruch der Kraftfahrzeugverkäufe im Oktober und November, ging es ab Dezember dank des Kaufanreizes bergauf. Im Dezember stieg der Absatz nach deutlichen Einbrüchen um 9,4 Prozent. Die Produktion im Januar verdoppelte sich gegenüber Dezember. Was die Investitionen betrifft, so handelt es sich vor allem um ohnehin geplante Maßnahmen im Rahmen des Investitionsprogramm zur Wachstumsbeschleunigung PAC – das bereits seit zwei Jahren läuft – mit dem wie auch bei China genannten Vorteil der schnellen Umsetzbarkeit. 

Im Aufsteiger-Check analysieren wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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