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Posts Tagged ‘Globalisierung’

Die Kolumne – Demokratische Illusionen

19. Oktober 2012 13 Kommentare

In der gängigen Ablehnung neuer EU-Kompetenzen schwingt ein Glaube an nationale Souveränität mit, der in Zeiten der Globalisierung naiv wirkt. Ein Grund für den Euro. Weiterlesen…

Joseph Stiglitz – Die Schatten der Globalisierung

29. Oktober 2007 Kommentare aus

Joseph StiglitzEs gibt nur eine Empfehlung für dieses Buch: Unbedingt lesen! Der Autor vermittelt Einblicke in brandaktuelle finanz- und wirtschaftspolitische Zusammenhänge und macht so von Seite zu Seite aus dem abstrakten Begriff "Globalisierung" ein transparentes Netzwerk, das bis dato nur Experten durchblickten.

Stiglitz nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die Machenschaften internationaler Institutionen an den Pranger zu stellen, aber er macht das fast ohne Polemik und würzt es dafür mit der gerade verträglichen Prise Ironie. Er stellt komplizierte Sachverhalte mit wenigen Sätzen klar dar und versieht die gesamte Thematik auch noch mit einer Spannung, die es einem schwer macht, das Buch vor der letzten Seite aus der Hand zu legen. getAbstract.com empfiehlt dieses Buch jedem, der das Phänomen der Globalisierung begreifen möchte.

Über den Autor

Joseph Stiglitz beendete 1993 seine langjährige akademische Karriere, um Mitglied im Sachverständigenrat von US-Präsident Clinton zu werden. Von 1997 bis 2000 war er Chefvolkswirt und Senior Vice President der Weltbank. Sein Interesse an Entwicklungsproblemen führt Stiglitz auf seine Zeit als Gastdozent in Kenia zurück, wo er die Entlassung des Landes in die Unabhängigkeit hautnah miterlebte. Stiglitz erhielt 2001 den Wirtschaftsnobelpreis.

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Jagdish Bhagwati – Verteidigung der Globalisierung

27. Oktober 2007 Kommentare aus

Jagdish BhagwatiKaum ein Thema wurde in den vergangenen Jahren so häufig und so regelmäßig strapaziert wie die Globalisierung. Jeder Musiker hat darüber ein Lied gesungen, jeder Pfarrer eine Predigt gehalten und jedes Schulkind einen Aufsatz geschrieben. Kann man überhaupt noch ein Buch herausbringen, ohne tausendfach Gesagtes endlos wiederzukäuen? Man kann.

Der aus Indien stammende Wirtschaftsprofessor Jagdish Bhagwati nähert sich dem Thema als überzeugter Freihändler und besorgter Entwicklungsökonom zugleich. Globalisierung ist für ihn kein Endzweck, sondern lediglich ein Mittel zum Erreichen der Ziele, die er mit der Mehrheit der Globalisierungskritiker zu teilen glaubt: Überwindung der Armut, Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern und Bewahrung der Umwelt.

Die manchmal schrille Globalisierungskritik in den reichen Ländern entlarvt er als gedankenlosen Irrweg, der dazu beiträgt, unsere Inseln des Wohlstands auf Kosten der Armen zu bewahren. Natürlich führt er dabei nur solche Beispiele und Statistiken zu Felde, die seine Thesen belegen. Gegenargumente würden sich oft genug finden lassen. Dennoch ist das Buch eine reiche Fundgrube für alle, die sich kritisch an der Globalisierungsdiskussion beteiligen wollen, meint getAbstract.com.

Über den Autor

Jagdish Bhagwati ist Professor an der Columbia University in New York und Senior Fellow beim Council on Foreign Relations. Der frühere Globalisierungsberater der Vereinten Nationen ist einer der weltweit führenden Experten zum Thema internationaler Handel und schreibt regelmäßig u. a. für die New York Times, das Wall Street Journal und die Financial Times.

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David Landes – Wohlstand und Armut der Nationen

25. Oktober 2007 Kommentare aus

David LandesMit einem faszinierendem Rückblick auf die vergangenen 1000 Jahre Wirtschaftsgeschichte versucht Davis Landes zu erklären, was die Reichen richtig und die Armen falsch gemacht haben.

Landes beruft sich immer wieder auf die alten Theoretiker wie Adam Smith oder Max Weber und offenbart damit, dass seine neoliberale Sichtweise weniger durch neue Ideen als durch ungebrochenes Vertrauen in die Kräfte des Marktes und des individuellen Strebens nach Wohlstand geprägt ist – Kräfte, die Europäer und US-Amerikaner besser zu nutzen wussten, so Landes.

Manche seiner Ausführungen reizen zum Widerspruch. Wenn Landes den Armen empfiehlt, sparsam und geduldig zu sein, kann man das leicht als zynisch empfinden, und auch der Eurozentrismus des Historikers, gepaart mit amerikanisch-optimistischer Fortschrittsgläubigkeit, ist wohl nicht nach jedermanns Geschmack.

Dennoch: Die knapp 700 Seiten lesen sich fast so spannend wie ein Roman. getAbstract.com empfiehlt das Buch als interessanten, wenn auch nicht über jeden Zweifel erhabenen Erklärungsversuch, warum die Welt in Arme und Reiche gespalten ist.

Über den Autor

David S. Landes war bis zu seiner Emeritierung Professor an der Harvard Universität. Der 1924 in New York geborene Wirtschaftshistoriker hat bereits mit seinem 1973 erschienenen Buch Der entfesselte Prometheus heftige Diskussionen ausgelöst.

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Johan Norberg – Das Kapitalistische Manifest

23. Oktober 2007 Kommentare aus

Johan NorbergEin "kapitalistisches Manifest" als Gegenentwurf zum Klassiker von Marx/Engels, noch dazu geschrieben von einem 28-jährigen "jungen Hüpfer" aus Schweden – ist das nicht schlicht eine Frechheit?

Johan Norberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu erklären, warum Kapitalismus und Freihandel zu mehr Wohlstand und Demokratie weltweit führen, möglicherweise in der Meinung, es gebe noch nicht genug Bücher neoliberaler Gesinnung. Was man da liest, ist denn auch gänzlich frei von Neuheit und Originalität.

Norberg versucht, die Argumente der Globalisierungskritiker zu entkräften und die kapitalistische Globalisierung als Heil der Welt darzustellen, insbesondere des ärmeren Teils der Welt, versteht sich.

getAbstract.com meint: Dem Autor ist zu Gute zu halten, dass er eine klare Position vertritt, flüssig und verständlich schreibt und seine Argumente mit einer Vielzahl von Beispielen und statistischen Daten belegt. Wer sich in seiner prokapitalistischen und globalisierungsunkritischen Meinung bestätigen lassen möchte, wird auch die einseitigen Vereinfachungen der Zusammenhänge in Kauf nehmen.

Über den Autor

Johan Norberg, Jahrgang 1975, ist Historiker und hat bereits Bücher zu dem Themen Menschenrechte und Liberalismus publiziert. Er lebt in Stockholm.

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Naomi Klein – No Logo!

21. Oktober 2007 Kommentare aus

Naomi KleinDas Buch der Journalistin Naomi Klein stand bei seinem Erscheinen bei Lesern und Kritikern hoch im Kurs. Während der Titel auf einschlägigen Bestsellerlisten auf Spitzenplätze kletterte, zeichneten angelsächsische Juroren die Autorin mit dem renommierten "National Business Book Award" aus.

Belohnt wurde damit ein vierjähriger Recherchemarathon, eine umfassende und scharfzüngige Analyse der konzerngesteuerten Markenfixierung und die Darlegung der verheerenden sozialen und ökologischen Folgen, die die "Logo-Mania" in verschiedenen Erdteilen mit sich gebracht hat. Dabei ist nicht die Wirtschaft als solche ins Visier der kanadischen Autorin geraten, sondern einige der ökonomischen Auswüchse, wie sie heute auch von vielen Wirtschaftsführern mit Unbehagen beobachtet werden.

Spannend, informativ und beeindruckend ist das Buch durch die umfangreichen Datensammlungen, die Dokumentation von Gesprächen, die die Autorin u. a. mit Arbeitern in Südostasien geführt hat, und wegen des immer wieder spürbaren Bezugs zu aktuellen Wirtschaftsnachrichten. getAbstract empfiehlt das Werk deshalb sowohl Managern, die den Treibsatz für wirtschaftskritisches Denken näher in Augenschein nehmen wollen, als auch Lesern, die den ökonomischen Zeitläuften auf der Spur sind.

Über die Autorin

Die kanadische Journalistin Naomi Klein wurde 1971 in Montreal geboren, studierte an der Universität von Toronto und war anschliessend u. a. fünf Jahre lang Kolumnistin für den "Toronto Star". Ihr Buch No Logo! ist das Ergebnis einer vierjährigen Recherche und wurde im Frühjahr 2001 mit dem begehrten "National Business Book Award" für die besten Wirtschaftsbücher in England und Kanada ausgezeichnet.

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Amartya Sen – Ökonomie für den Menschen

19. Oktober 2007 Kommentare aus

Amartya SenAmartya Sen hat sich einen Ruf als Anwalt der vom Wohlstand Ausgeschlossenen erworben. Der Wirtschaftsnobelpreisträger legt in diesem Buch schlüssig dar, welche Auswirkungen die Beschneidung oder Nichtentfaltung persönlicher Freiheiten für Wirtschaft und Wohlstand haben.

Entwicklung heißt für Sen die Erweiterung der realen Freiheiten, z. B. im Hinblick auf Gesundheitsfürsorge, Bildung oder Berufswahl. Das ist der rote Faden, der sich durchs ganze Buch zieht und sämtliche Themenbereiche miteinander verknüpft.

Etwas ärgerlich ist, dass Sen manche Sachverhalte immer wieder aufs Neue durchargumentiert. Mit über 400 Seiten ist das Werk deutlich zu umfangreich ausgefallen, was vielleicht dem Umstand geschuldet ist, dass es auf sechs Vorlesungen basiert, deren Zusammenstellung der Professor vielleicht noch einmal hätte überdenken sollen. getAbstract.com empfiehlt das Buch trotzdem allen Lesern, die eine gewichtige zeitgenössische Stimme in der Diskussion um Globalisierung, Freiheit und Gerechtigkeit hören wollen.

Über den Autor

Amartya Sen, 1933 in Indien geboren, lehrte Wirtschaftswissenschaften u. a. in Delhi, an der London School of Economics, in Oxford, Cambridge und Harvard. 1998 erhielt er für seine Studien zur Wohlfahrtsökonomie und zur Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung den No-belpreis für Wirtschaftswissenschaften.

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Hernando de Soto – Freiheit für das Kapital!

17. Oktober 2007 Kommentare aus

Hernando de SotoIn der Dritten Welt und im ehemaligen Ostblock ist Armut weit verbreitet, in den westlichen Industrieländern herrscht hingegen Wohlstand. Um der Ursache dieses Reichtumsgefälles auf den Grund zu gehen, bemüht sich beinah jede Sozialwissenschaft um einen Erklärungsversuch.

Der peruanische Wirtschaftswissenschaftler Hernando de Soto liefert einen geradezu revolutionären und zudem sehr plausiblen: Nicht an mangelnder wirtschaftlicher Umtriebigkeit oder gar an fehlgeleiteter Entwicklungshilfe scheitern die Armen dieser Welt, sondern an den Mängeln ihres Rechtssystems, insbesondere was die Eigentumsrechte betrifft.

Das Rechtssystem hat mit der stürmischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Diese Erkenntnis stimmt durchaus hoffnungsfroh – legt sie doch den Entwicklungsländern den Schlüssel zu einer besseren Zukunft selbst in die Hand.

Zum zweischneidigen deutschen Titel des Buches (im Original: The Mystery of Capital) ist zu gratulieren: "Freiheit für das Kapital!" mag Kapitalismusbefürworter anlocken, "Warum der Kapitalismus nicht weltweit funktioniert" seine Kritiker, mit dem Erfolg, dass das Buch so viele Leser wie möglich findet – was ihm sehr zu wünschen ist, findet getAbstract.com.

Über den Autor

Hernando de Soto ist ein international anerkannter peruanischer Wirtschaftswissenschaftler. Er ist Gründer und Präsident des Institute of Liberty and Democracy in Lima. Der ehemalige Mitarbeiter der Welthandelsorganisation berät Regierungen in entwicklungspolitischen Fragen und gilt Jahr für Jahr als Kandidat für den Wirtschaftsnobelpreis.

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Rüdiger Safranski – Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?

15. Oktober 2007 Kommentare aus

Rüdiger SafranskiDie Frage: Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch?, zu stellen, bedeutet bereits, die Globalisierung nur eingeschränkt zu bejahen.

Wir verbringen zwar unsere Ferien in der Dominikanischen Republik, verspeisen Äpfel aus Neuseeland, tanken Benzin aus arabischen Ölquellen, bekleiden uns mit in Sri Lanka genähten Hemden, sind jederzeit und überall mit dem Handy erreichbar, und die Banken lenken riesige Geldströme in Sekundenschnelle rund um den Globus.

 Die Menschen in den industrialisierten Ländern leben also längst im "globalen Dorf". Ist dies nun Segen oder Bedrohung? Diese Frage versucht Rüdiger Safranski zu beantworten. Safranski ist kein Ökonom, sondern Philosoph, deshalb analysiert er nicht die Geldströme, sondern stellt Fragen wie: Bringt die Globalisierung den Menschen mehr oder weniger Freiheit? Wie groß ist der Druck der Informationsflut auf die Welterfahrung des Einzelnen? Welche Folgen hat dies für unsere Selbstbestimmung?

Hierzu liefert der Autor äußerst interessante Denkanstöße und Einsichten. getAbstract.com empfiehlt diese knappe, aber gedankenreiche Schrift jedem, der über die Globalisierung und ihre Folgen unideologisch nachzudenken bereit ist.

Über den Autor

Rüdiger Safranski wurde 1945 in Rottweil geboren. Der vielfach preisgekrönte Autor und Philosoph erreichte eine große Leserschaft mit seinen Biographien über Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche und Friedrich Schiller. Rüdiger Safranski moderiert zusammen mit Peter Sloterdijk im ZDF das Philosophische Quartett. Er lebt in Berlin.

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Paul Krugman – Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg

13. Oktober 2007 Kommentare aus

Paul KrugmanAuf einer Veranstaltung des frisch gewählten Präsidenten Clinton lauschte der amerikanische Ökonom Paul Krugman einem Vortrag des damaligen Apple-Chefs John Sculley über den "globalen Krieg in der Wirtschaft". Die martialische Rede erntete begeisterten Applaus anwesender Honoratioren.

Krugman klatschte nicht, sondern dachte nach: In seinen Augen war die Weltwirtschaft keineswegs der Kampf um einen Kuchen namens Wohlstand, kein Nullsummenspiel, bei dem der eine dem anderen etwas wegnahm. Doch die Populisten, die genau dies behaupteten, stießen nicht nur überall auf offene Ohren, sondern machten mit ihren Thesen zudem ordentlich Kasse.

Also schrieb Krugman eine Generalabrechnung mit den "Pop-Ökonomen". Man kann ihm nur dankbar sein dafür, denn es beleuchtet das Thema Internationaler Wettbewerb mit vielen plausiblen Beispielen (leider meist nur aus den USA), Analysen und Kommentaren, gewürzt mit reichlich Polemik gegen seine akademischen Widersacher. Schade nur, dass Krugman in vielen Kapiteln immer wieder von vorne anfängt und die Thesen und Themen gebetsmühlenartig wiederholt – wohl weil das Buch eine Zweitverwertung einzelner, bereits vorher veröffentlichter Artikel ist.

getAbstract.com empfiehlt es trotzdem allen, die bei den Themen Globalisierung und Internationaler Wettbewerb fundiert mitreden wollen.

Über den Autor

Paul Krugman gilt als einer der brillantesten amerikanischen Ökonomen der jüngeren Generation. Er lehrt am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und ist Autor zahlreicher Bücher, u. a. The Return of Depression Economics und The Great Unraveling (Der große Ausverkauf) sowie Kolumnist der New York Times.

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Dani Rodrik – Grenzen der Globalisierung

9. Oktober 2007 Kommentare aus

Dani RodrikDie meisten Globalisierungsbücher haben eine sehr eingeschränkte Sichtweise: Entweder wollen sie den Leser von den Qualitäten des Freihandels überzeugen oder diesen in Bausch und Bogen verdammen.

Dani Rodriks Buch ist anders: Der Harvard-Professor geht erheblich nüchterner, wissenschaftlicher vor, ohne dabei den Leser zu langweilen. Sehr sorgsam sammelt er Studien, die für und gegen die Globalisierung sprechen, wertet sie aus und zieht seine Schlussfolgerungen.

Dabei bleibt er immer neutral, auch wenn seine Fragestellung: "Hat der Freihandel die Auflösung nationaler Gesellschaften zu Folge?", ihn eher in die Nähe des Lagers der Globalisierungsgegner zu rücken scheint. Anhand der drei Kernthemen Arbeitsmarkt, nationale Normen und soziale Sicherungssysteme klopft er die Auswirkungen des Freihandels auf die einzelnen Länder ab.

Sein Hauptaugenmerk richtet er also auf die sozialen Systeme, in denen die "echten" Menschen leben – und auch nach der Verlagerung großer Produktionsstätten ins Ausland weiterhin leben müssen. Rodrik beschränkt sich nicht auf die ökonomischen Freihandelsparolen vom komparativen Kostenvorteil etc., sondern geht das Problem eher von der sozialwissenschaftlichen Seite an.

Darum empfiehlt getAbstract.com dieses schnell gelesene Buch nachdrücklich allen, die sich für Globalisierungsfragen interessieren und die einseitig polemische Streitschriften satt haben.

Über den Autor

Dani Rodrik ist Professor für Internationale Wirtschaft an der Universität von Harvard. Darüber hinaus ist er Forschungsbeauftragter am National Bureau of Economic Research sowie am Centre for Economic Policy Research.

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Martin Wolf – Warum die Globalisierung funktioniert

5. Oktober 2007 Kommentare aus

Martin WolfIn diesem Buch steckt der Autor Martin Wolf sein intellektuelles Gebiet ab und verteidigt es – gegen die Globalisierungsgegner.

Wolf beginnt mit der alten liberalen Idee, dass der Wert des Individuums und die Anerkennung seines Rechts auf wirtschaftlichen Aufstieg die Grundlage der Demokratie bildeten. Davon ausgehend, bringt er seine Kritik an den Globalisierungsgegnern vor und macht die diversen Interessen deutlich, die der globalen Integration der Märkte entgegenstehen.

Er präsentiert Hinweise dafür, dass die Macht der internationalen Unternehmen von den Globalisierungsgegnern übertrieben dargestellt wird, und kommt zu dem Schluss, dass es nicht zu viel Globalisierung gebe, sondern zu wenig.

getAbstract.com meint: Diese Pro-Globalisierungs-Schrift sollte in keiner Buchreihe fehlen, die dem ökonomischen Rationalismus verpflichtet ist. Skeptiker werden sich jedoch von den altbekannten Argumenten des Wirtschaftsliberalismus und des Marktfundamentalismus wohl kaum überzeugen lassen. Dass der Autor Globalisierungsgegner, Faschisten und Terroristen ins gleiche Boot setzt, trägt nicht gerade zur Glaubwürdigkeit des Buches bei.

Über den Autor

Martin Wolf ist Mitherausgeber und Chefkommentator bei der Financial Times. Wolf hat an der Universität von Oxford studiert. Er ist Gastprofessor am Nuffield College in Oxford und Professor an der Universität von Nottingham. Er hat zahlreiche journalistische Auszeichnungen erhalten und war in den 1970er Jahren für die Weltbank tätig.

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Peter Bofinger – Wir sind besser, als wir glauben

1. Oktober 2007 Kommentare aus

Peter BofingerPeter Bofinger schwimmt gegen den Strom. Während Politiker jeder Couleur den Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr sehen und ein Sparappell den nächsten jagt, lautet das Credo des Wirtschaftsweisen: Wir sind besser, als wir glauben!

Das gilt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie für die Flexibilität und Produktivität der Arbeitnehmer. Woran Deutschland kranke, sei die schleppende Binnennachfrage. Alle bisherigen Reformen führten daher in die falsche Richtung: Nicht Einschnitte ins soziale Netz, sondern planvoller Umbau sei gefragt; nicht reale Lohnkürzung, sondern moderate Lohnsteigerung; nicht drastische Senkung der Staatsausgaben, sondern Investitionen. Kurz: eine konsequent nachfrageorientierte (keynesianische) Politik.

Nach einer Bestandsaufnahme liefert Bofinger eine detaillierte Ursachenanalyse und einen Gegenentwurf zur aktuellen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Hans Eichel wird da schon mal zum "König der Sparschweine", Bofingers Kollege Hans-Werner Sinn zum "Prophet der Apokalypse".

getAbstract.com empfiehlt das Buch allen an der Debatte um den Standort Deutschland Interessierten – denn wenn sich auch über den Inhalt trefflich streiten lässt: So verständlich hat sich lange kein Wirtschaftsaugur mehr geäußert.

Über den Autor

Peter Bofinger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und wurde 2004 in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung berufen, dessen Mitglieder als die "fünf Wirtschaftsweisen" bezeichnet werden. Seine Forschungsschwerpunkte sind allgemeine Wirtschaftspolitik sowie Geld- und Währungstheorie.

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