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… den effektiven Wechselkurs

9. Mai 2007

Der Euro ist stark. Schleichend wird seine Aufwertung zum ökonomischen Mega-Thema. Messen lässt sich das anhand des effektiven Wechselkurses.

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Vor wenigen Tagen erreichte der Euro mit etwas über 1,36 US-Dollar ein Allzeithoch gegenüber dem US-Dollar. Das sagt allein noch nicht sehr viel aus über seine Stärke, denn er könnte ja gegenüber vielen anderen Währungen gefallen sein. Für die Belastung der Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft zählt aber die allgemeine Wertentwicklung einer Währung.

Um diese abzubilden, wird deshalb der effektive oder multilaterale Wechselkurs herangezogen. Dafür wird ein Währungskorb gebildet, in den die wichtigsten Partner-Währungen hinein kommen, gewichtet nach ihrer jeweiligen Bedeutung für den Währungsraum selbst. Dafür greift man in der Regel auf den Umfang der Handelbeziehungen, also sowohl Importe als auch Exporte, zurück. Darum heißt der effektive Wechselkurs oft auch handelsgewichteter Wechselkurs.

Die Europäische Zentralbank ermittelt täglich einen handelsgewichteten, effektiven Wechselkurs (effective exchange rate, EER) des Euro in drei Varianten: gegen 12, 24 und 44 Handelspartner der Euro-Zone. Gemessen am EER-24 ist der Wert des Euros gegenüber seinem Tief im Herbst 2000 zuletzt um 33 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Zum Dollar war es in der gleichen Zeit ein Plus von 65 Prozent.

Der effektive Euro-Kurs ist derzeit dabei, ein neues Hoch seit seiner Einführung 1999 zu erreichen. Der bilaterale Dollar-Euro-Kurs ist dabei zwar der bestimmende Faktor. Dennoch macht er nur gut ein Fünftel des Währungskorbes aus.

Sagen Sie beim nächsten Empfang im Beisein von Volkswirten einfach, die Stärke des Euro sei mehr als die Schwäche des Dollar. Das zeige ja schon der effektive Wechselkurs. Das wird Eindruck machen.

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