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Teflon-Wirtschaft USA?

10. Juli 2007

Die Wachstumsbelebung in den Vereinigten Staaten, von der alle sprechen, ist schon beeindruckend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fassen wir die harten Daten, die mindestens bis zum Mai vorliegen, also einmal zusammen – indem wir den Durchschnitt der vergangenen drei Monate mit dem entsprechenden Wert der vorangegangenen drei Monate vergleichen, also sozusagen mit gebrochenen Quartalen rechnen.

Danach hat der private Konsum real mit einer annualisierten Rate von 1,95 Prozent zugelegt, das reale verfügbare Einkommen der privaten Haushalte um 1,3 Prozent. Vom Bau abgesehen, hat die Industrieproduktion mit einer Jahresrate von 1,3 Prozent zugenommen, die Produktion von Firmenausrüstung um 1,5 Prozent. Die Bauausgaben sind annualisiert um 1,1 Prozent gewachsen, allerdings nominal; der BIP-Deflator für den Bau ist aber selbst im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet noch um 3,1 Prozent gestiegen, sodass man zweifeln darf, ob sich aus dem vermeldeten nominalen Zuwachs auch ein realer ergeben wird. Die Baugenehmigungen sind jedenfalls mit einer Jahresrate von 15 Prozent gefallen.

Bei den vorlaufenden Indikatoren sind die Gebrauchsgüteraufträge nominal um annualisierte 12,8 Prozent geklettert, ohne den volatilen Transportsektor gerechnet um 5,9 Prozent. Das scheint die bombenfesten Umfragewerte (Einkaufsmanagerindizes) zu bestätigen, verschleiert aber, dass die Aufträge damit gerade mal um 0,8 Prozent über dem Vorjahr liegen. Ein anderer, handfesterer vorlaufender Indikator, das Lkw-Frachtvolumen, lag zwischen März und Mai annualisiert um drei Prozent unter dem Niveau zwischen Dezember und Februar. Und für jene, die den Umfragen mehr vertrauen als den harten Zahlen: Laut Universität von Michigan lag das Verbrauchervertrauen im zweiten Quartal annualisiert um 13 Prozent unter dem Stand vom ersten Quartal.

Von Jörg Berens

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