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… den Diskontsatz

22. August 2007

Lange nichts mehr von ihm gehört. Am 17. August senkte die US-Notenbank Fed ihn ganz überraschend: den Diskontsatz.

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Zu Zeiten der Bundesbank war er der deutsche Leitzins. Er  war der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Bundesbank Geld gegen so genannte Wechsel besorgen konnten. Seit die Europäische Zentralbank die Geldpolitik bestimmt, ist er hierzulande verschwunden.

In den USA gibt es ihn noch. Er ist der Zinssatz, zu dem die Banken des Fed-Systems den Geschäftsbanken kurzfristig Geld leihen, eine Art Notkredit. Meistens dauert so ein Kredit nur übernacht, doch seit dem 17. August 2007 ist die Zeitdauer ausnahmsweise und bis auf weiteres auf 30 Tage verlängert.

Damit will die Fed verhindern, dass Geschäftsbanken kurzfristig das Geld knapp wird, wie es in den jüngsten Tagen offenbar der Fall war. Der Abstand zum eigentlichen Leitzins, dem Zielsatz für Fed Funds, ist damit auf einen halben Prozentpunkt geschrumpft.

Einen ähnlichen Zins für Übernachtkredite hat die Europäische Zentralbank auch. Er liegt einen Prozentpunkt über dem eigentlichen Leitzins, dem Hauptrefinanzierungssatz.

Wenn Sie wieder einmal Volkswirte über Leitzinsen reden hören, fragen Sie in Zukunft immer erst nach, welcher gemeint sei. Es gibt eine ganze Reihe davon.

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