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Jahrestagung der Ökonomen – Interview Friedrich Schneider

8. Oktober 2007

Ein Ausblick auf die Jahrestagung 2007 des Vereins für Socialpolitik – vom Vorsitzenden der Ökonomenvereinigung. Die wichtigsten Aussagen im Podcast (ca. 6 Min).

Herr Schneider, Sie sind als Vereinsvorsitzender unter anderem mit dem Ziel angetreten, die Ökonomen stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Wird das bei der Jahrestagung 2007 sichtbar?

Ja, auf jeden Fall. Wir werden dieses Jahr erstmals den Gustav-Stolper-Preis vergeben. Der geht an einen Ökonomen, der nicht nur erstklassiger Wissenschaftler ist, sondern seine Ideen auch in den Print- und sonstigen Medien verbreiten kann. Das ist ein wichtiges Zeichen, dass wir auch Leute haben, die in die Öffentlichkeit gehen. Wir vergeben darüber hinaus ja weiterhin den Gossen-Preis an einen jungen Wissenschaftler. Der letztjährige Gossenpreisträger, Axel Ockenfels, hat auch Modelle für e-bay gearbeitet. Wir wollen zeigen, dass die Ökonomie nicht nur im stillen Kämmerlein arbeitet.

Zur Kerntagung:

Das Thema der Kerntagung ist ganz bewusst so ausgewählt, dass es ein aktuelles Problem trifft und nicht eine theoretische ökonomische Frage. Die Tagung in München wird auch offener und lebendiger sein. Wir haben dieses Jahr eine Reihe von Panels zum Kernthema Bildung, zu Studiengebühren und ähnlichem. Wir haben dieses Jahr auch ein Podium, auf dem die Kollegen Hans-Werner Sinn, Klaus Zimmermann und Dennis Snower über die Arbeitsmarktpolitik debattieren werden. Wir haben mittlerweile erstklassige Wissenschaftler, die auch im Ausland sehr gefragt sind, manche Universitäten wie die Münchener machen äußerst attraktive Programme. Aber wir sollten uns jetzt auch entsprechend nach außen präsentiert.

Zur neuen Publikationsdatenbank:

Die zweite Neuerung dieses Jahr ist, dass wir mit der Datenbank ins Netz gehen, in denen die Arbeiten unserer rund 3000 Mitglieder evaluiert werden. Da kann jeder auch weitere Angaben noch machen darüber etwa, wie viele Doktoranden er hat. Damit haben wir ein sehr schlagfertiges Instrument, wenn es wieder einmal dazu kommt, dass sehr zweifelhafte Ranglisten über Hochschulen oder die Leistung von Professoren aufgestellt werden. Da wurden oft sehr inkonsistente Dinge gezählt. Wir wissen jetzt selber besser, wo wir Stärken und Schwächen haben. Ich möchte auch, dass wir künftig schneller reagieren können, wenn es Anfragen zu aktuellen Themen gibt, zum Beispiel bei der Banken- und Hypothekenkrise.
Wir wollten aber ganz bewusst kein eigenes Ranking machen. Das kann jedes Mitglied selbst machen. Zugriff hat jedes Mitglied

Zur Resonanz:

Wir registrieren eine extrem hohe Nachfrage. Wir hatten insgesamt 900 Einreichungen von Beiträgen und konnten nur die Hälfte nehmen. Alles andere hätte auch die Kapazitäten selbst von einer so großen Universität wie der in München gesprengt. Als junger Volkswirt ist es heute fast ein Muss, zu der Tagung zu kommen.

Wenn man zählt, wie oft der Verein in den Medien genannt wird, dann ist das enorm gestiegen verglichen zu früheren Zeiten.

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