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Lieber zum Italiener

10. Oktober 2007

Der Verein für Socialpolitik vereint nach offizieller Definition die deutschsprachigen Ökonomen.Wirklich?

Eigentlich wollt man damit mal zum Ausdruck bringen, dass es eben nicht nur Wissenschaftler aus Deutschland sind, die man vereint, sondern auch solche aus den benachbarten Alpenrepubliken. Wenn man das Programm der Jahrestagung 2007 so liest, bekommt man allerdings nicht mehr unmittelbar den Eindruck, dass es das Deutschsprachige ist, was die Wissenschaftler verbindet. Grob geschätzt ist hier bestenfalls jedes siebte vorgestellte Paper so formuliert, dass es als deutsch durchgeht. Den Rest schreibt man heute in Englisch, klar.

Nun ist es natürlich nicht so, dass auf der Tagung der deutschsprachigen Ökonomen diese englischen Arbeiten auch auf englisch vorgetragen werden – was angesichts der Tatsache, dass sämtliche Anwesenden ja definitionsgemäß deutsch verstehen, doch irgendwie albern wäre. Das Komische liegt eher darin, was dabei herauskommen kann (nicht muss, bitte schön).

Da ist dann schon mal die Rede davon, dass irgendwelche „Zeitreihen comoven“ (es folgen ausnahmslos Originalzitate; zur Hilfe: sich gleichbewegen) oder eine „deutliche Robustheit“ (robustness) zu erkennen ist. Da stellt sich schon mal „die Frage, ob sich die staatliche Tätigkeit counterzyklisch verhält“, klar. Ergebnis: „Es gibt eine starke Prozyklikalität zwischen GDP (zu deutsch BIP) und der public compensation, äh, den staatlichen Löhnen.“ Naja, jedenfalls eine „lagged Reaktion“, eine zeitverzögerte sozusagen.

In Kürze dann mehr vom Treffen der Vereinigung gebrochen deutsch sprechender Wirtschaftswissenschaftler.

PS: Eben waren wir übrigens schnell noch beim Italiener nebenan essen. Der sagt zwar auch so komische Worte wie prego, spricht ansonsten aber angenehm fließend und verständlich Deutsch.

 

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