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Wo im Kopf sitzt der Neid?

10. Oktober 2007

Eine wunderbare Erkenntnis vermittelte soeben der Bonner Ökonom Thomas Dohmen. Mit ganz neuen Methoden der Gehirnforschung konnten er und seine Kollegen erstmals bestimmen, was genau im Gehirn passiert, wenn wir eine dicke Gehaltserhöhung bekommen, dann aber erfahren, dass Kollege Schmitz eine noch höhere bekommt – obwohl Schmitz ja auch nicht mehr arbeitet.

 

Die Forscher belohnten in einem Test ein und dieselbe Leistung von zwei Testpersonen mit unterschiedlichen Geldbeträgen. Zugleich wurde mit  einem Gehirn-Scanner gemessen, was passiert. Ergebnis, Achtung: eine starke Reaktion im Ventralen Striatum (was irgendwo in der Mitte des Kopfes liegen soll). Und: „Die Sauerstoffsättigung im Blut reagiert stark auf eine Veränderung der Belohnung“, so Dohmen. Was nichts anderes heißt, als dass das Wohlbefinden des Minderbelohnten fällt, weil der andere mehr bekommt, obwohl er doch auch belohnt wurde. 

Mag sein, dass das für uns, Schmitz und andere keine wirklich neue Erkenntnis ist. Immerhin kann man die Sache aber jetzt naturwissenschaftlich belegen. Und das kann man ja, vorsichtig ausgedrückt, nicht von jeder wirtschaftswissenschaftlichen Annahme behaupten.

Hier ist das Paper dazu.
„Relative comparison influences reward-related brain activity in
the human ventral striatum“, von Thomas Dohmen, Armin Falk u.a.

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