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Studiengebühren – pro und contra

11. Oktober 2007

Wenig Themen entfachen so viel Streit wie das Thema Studiengebühren. Was sagt die Wissenschaft? Sie ist sich uneinig.

Dass sich beim Thema Studiengebühren ungewöhnliche Koalitionen ergeben können, zeigte ein Panel heute morgen. Während der Chef von Roland Berger, Burkhard Schwenker, gegen Studiengebühren plädierte, verteidigte der Rektor der Uni Bielefeld (und selbst Bildungsökonom), Dieter Timmermann eben diese.

Schwenker verweist darauf, dass bildungsferne Jugendliche ohnehin weniger Ansporn verspüren, zu studieren als Kinder aus Bildungsfamilien. Studiengebühren stellen dann für sie einen weiteren Grund dar, nicht zu studieren – was niemand wollen kann.

Timmermann hält dagegen, dass es nicht angehen kann, dass über die steuerfinanzierte Finanzierung der Universitäten das Groß der (nicht-studierten) Bevölkerung die Studierten subventioniert.

Auch die anschließende Diskussion brachte Gegensätze zu Tage. Einerseits zeigen Studien, dass das mit Gebühren finanzierte US-Modell eher durchlässiger ist für bildungsferne „Aufsteiger“ als etwa das italienische System mit staatlicher Finanzierung.

Immerhin scheint klar, dass es besser ist, frühkindliche Erziehung staatlich zu subventionieren, als Universitätsstudien. Das hatte schon Milton Friedman so gesehen.

Auch beim Thema Bachelor-Studiengang gibt es wenig Konsens darüber, ob die Reformen einen wirklichenFortschritt darstellen, oder nicht.

Einen Mythos jedoch konnte Bielefeld-Rektor Timmermann aufklären: Die These, in den USA sähen sich die Spitzenuniversitäten nach dem deutschen Diplom-Modell um, stimmt nicht. „Ich habe die Präsidenten von fünf US-Eliteuniversitäten angerufen. Sie haben mir einhellig versichert: Da ist nichts dran.“

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