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Regierung feiert den eigenen Aufschwung

25. Oktober 2007

Damit es nicht allzu optimistisch aussieht, hat sich die Bundesregierung darauf geeinigt, für 2008 sage und schreibe 0,2 Prozentpunkte weniger Wachstum vorherzusagen als vergangene Woche die Forschungsinstitute in ihrem Gemeinschaftsgutachten. Es gibt allerdings auch noch größere Skeptiker.

Den Pessimismus-Rekord halten derzeit die Ökonomen der BHF-Bank, wie eine FTD-Auswertung der aktuellen Prognosestände ergibt: mit einem erwarteten Wachstum von gerade noch 1,0 Prozent.

Der Rest der Prognostiker mag etwas zuversichtlicher sein als jetzt die Regierung. Die Unterschiede sind derzeit aber eher gering – anders als vergangenes Jahr, wo die Erwartungen selbst im Dezember noch drastisch auseinander gingen: zwischen denen, die für 2007 den Mehrwertsteuerabsturz prophezeiten (0,9 Prozent Wachstum laut NordLB-Prognose), und jenen, die behaupteten, es werde nur mittelmäßig schlimm (mit 2,1 Prozent laut Kieler Institut für Weltwirtschaft).

Am Ende waren selbst die Kieler Optimisten nicht optimistisch genug. Für 2007 zeichnet sich kurz vor Ende des Jahres ein Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent ab – deutlich mehr, als es die taktisch pessimistische Bundesregierung mit 1,7 Prozent noch im Januar in Aussicht stellte. Klar, um jetzt die vermeintlich unerwartete Wachstumsbeschleunigung als „Indiz dafür“ einzustufen, „dass unsere Wirtschaftspolitik erfolgreich ist“ (O-Ton von Minister Glos heute morgen). Bravo, so feiert man sich selbst.

Wachstumsprognosen für Deutschland
Bruttoinlandsprodukt, in % zum Vorjahr
FTD
2007 2008
EU 2,4 2,4
HWWI 2,5 2,3
Gemeinschaftsdiagnose Institute 2,6 2,2
DIW 2,4 2,1
IWF 2,4 2,0
Bundesregierung 2,4 2,0
BHF-Bank 2,2 1,0
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