Startseite > Chefökonom > … die Sparquote

… die Sparquote

31. Oktober 2007

Im ersten Halbjahr legte jeder Deutsche statistisch 1020 Euro zur Seite. Das ergibt eine Sparquote von 10,9 Prozent.

Dazu wird das Geld, das die deutschen Haushalte nicht konsumieren, sondern sparen, ins Verhältnis zu ihrem verfügbaren Einkommen gesetzt.

Den (leichten) Anstieg der Sparquote gegenüber 2006 erklärt man sich mit steigendem Interesse an privater Altersvorsorge, aber auch mit der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn 2007. Deswegen kam es Ende 2006 noch zu vorgezogenen Käufen größerer Konsumgüter. 

Im Jahr 2006 haben die Deutschen insgesamt knapp 160 Mrd. Euro gespart. Davon gingen 128 Mrd. Euro in neues Geldvermögen – der größte Teil davon bei Versicherungen, dann die Banken, während Aktien und Aktienfonds per Saldo verkauft wurden. 

Die restlichen knapp 40 Mrd. Euro wurden investiert, also vor allem in den Haus- und Wohnungsbau gesteckt.

Etwas anderes ist übrigens die gesamtwirtschaftliche Ersparnis. Die ist im vergangenen Jahr regelrecht explodiert: von 145 Mrd. Euro 2005 auf 200 Mrd. Euro  im Jahr 2006. Der Grund sind aber nicht die Klein-Sparer, sondern Unternehmen und öffentliche Haushalte.

Die Gewinne der Unternehmen sind so stark angestiegen, dass sie einen beträchtlichen Anteil, nämlich 34 Mrd. Euro thesaurieren konnten. Auch der Abbau der öffentlichen Haushaltsdefizite lässt die gesamtwirtschaftliche Ersparnis deutlich steigen, wenngleich die öffentliche Hand bis vergangenes Jahr per saldo (noch) nicht "spart".

Wenn Ihnen Ihr Nachbar sagt, er hat sein Geld in Aktien investiert, dann sagen Sie ihm: eigentlich spare er. Für Volkswirte ist "investieren" noch mal was anderes.

Advertisements