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November-Konjunkturumfrage – Schattenräte bremsen Rezessionspanik

25. November 2007

An den Märkten herrscht Rezessionsangst. Wir fragten die ausgewählten Topexperten des Konjunkturschattenrats, wie hoch sie das Risiko einschätzen – in der November-Umfrage unter den Schattenräten. Lesen Sie dazu den Artikel von Kollege Hubert Beyerle.

Von Hubert Beyerle

Nach Einschätzung führender Chefvolkswirte ist das Risiko einer Rezession in den USA auch nach den jüngsten Hiobsbotschaften relativ niedrig. Die Umfrage unter den Teilnehmern des FTD-Konjunkturschattenrats ergab, dass die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession konstant bei 30 Prozent anzusetzen ist.

Wie in den beiden vorherigen monatlichen Umfragen auch schon überwiegt bei fast allen Fachleuten die Prognose, dass die US-Wirtschaft einen solchen längeren Einbruch der Wirtschaftsleistung vermeiden kann.

Für den Konjunkturschattenrat befragt die FTD führende Konjunkturexperten aus Wissenschaft, Banken und Forschungsinstituten. Diesmal gaben 18 Teilnehmer im FTD-Onlineportal WirtschaftsWunder ihre Einschätzungen zu aktuellen Fragen ab.
Die Verunsicherung auf den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen hatte unter Marktteilnehmern Rezessionsängste geschürt. Die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt zieht immer mehr Institute in Mitleidenschaft, zuletzt den Hypothekenfinanzierer Freddie Mac. Warnungen großer Banken und hohe Verluste hatten zuletzt für neue Aufregung gesorgt. 

Die von der FTD befragten Volkswirte dagegen gründen ihre Zuversicht besonders auf eine erwartete Zinssenkung der US-Notenbank Fed. „Vor dem Hintergrund eines Nachlassens der konjunkturellen Dynamik rechnen wir mit einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank, möglicherweise sogar um einen halben Prozentpunkt“, sagte Carsten Klude von M.M. Warburg. Und aller Voraussicht nach werde dies nicht die letzte Zinssenkung bleiben. Dass die Fed noch dieses Jahr die Zinsen senken sollte, fordern 50 Prozent der von der FTD befragten Volkswirte. 39 Prozent lehnen Zinssenkungen ab.

Allerdings wird der Dollar nach Ansicht der Experten noch weit ins Jahr 2008 hinein weiter abwerten. Aus deutscher Sicht hatte er vergangene Woche schon ein historisches Tief erreicht. 44 Prozent der befragten Volkswirte sehen ein Ende der Dollar-Talfahrt erst bis Ende 2008, und ein Drittel schätzt sogar, dass die Abwertungstendenz noch über das Jahr 2008 anhalten wird. Weniger als ein Viertel glaubt, der Dollar werde spätestens Mitte kommenden Jahres den Boden erreichen.

FTD, 26.11.2007

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