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… China

10. Januar 2008

Früher oder später wird China die Nummer eins sein. Ein paar Jahre muss sich das Land zwar noch gedulden. In Vielem steht es jedoch schon jetzt an der Spitze.

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Um immerhin 40 Prozent nach unten revidierten die Statistiker der Weltbank im Dezember ihre Schätzungen für das chinesische Volks- und Pro-Kopf-Einkommen. Damit erwirtschaftet das Land der Mitte im Jahr Güter im Wert 5,3  Billionen $ – kaufkraftbereinigt. Nach bisheriger Schätzung waren es 8,9 Billionen $. Die USA (12,4 Billionen $) können sich also noch ein paar Jahre als Numer eins fühlen.
 
Der Grund für die Revision der kaufkraftbereinigten Zahlen waren erstmalig gründliche Erhebungen über die Preise von Waren des täglichen Bedarfs. Die waren teurer als bislang vermutet. Die Kaufkraft der Einkommen ist also niedriger. Die Statistiker haben in China ein besonderes Problem mit den gewaltigen Stadt-Land-Unterschieden. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt damit bei 4100 $.
 
Dennoch ändern die Zahlen nichts an der Dynamik des Landes. Das Wachstum über die vergangenen 30 Jahre ist das stärkste Wachstum eines großen Landes über einen solchen Zeitraum in der Geschichte. Wächst es weiter mit Raten um die zehn Prozent wie zuletzt, dürfte es die USA im Niveau in zehn Jahren eingeholt haben – jedenfalls kaufkraftbereinigt.
 
Beim Export allerdings dürfte es wohl schon dieses Jahr so weit sein, spätestens 2009. China wird Deutschland als Exportweltmeister überrunden – und zwar in Markt-Dollar.
 
Dennoch ist China bereits heute in Vielem die Numer eins: beim Getreideanbau, bei der Produktion von Baumwolle, Eisen, Aluminum, Steinkohle ist China weltweit jeweils führend. Auch das wertvollste Unternehmen der Welt ist inzwischen chinesich: PetroChina ist an der Börse 724 Mrd. $ wert.
 
Sagen Sie bei der nächsten Begegnung mit Volkswirten, China wird bald die führende Wirtschaftsmacht der Welt sein – wenn sich die Volkswirte nicht wieder verrechnen.  
 
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