Startseite > Chefökonom > … Fusionen

… Fusionen

14. Februar 2008

Nie haben sich Unternehmen so massiv gegenseitig aufgekauft oder miteinander verschmolzen wie heute. Manche steigen durch die Deals zu mächtigen Mammut-Konzernen auf, die ganze Weltmärkte beherrschen. Doch viele Fusionen und Übernahmen scheitern.

 

*

Ob Microsoft mit Yahoo, die Deutsche Bank mit der Postbank oder der TÜV Rheinland mit den Kollegen aus dem Süden: Konzernlenker sind derzeit sehr eifrig, wenn es um eine Vereinigung mit anderen Unternehmen geht. Weltweit ist das Volumen an Fusionen und Übernahmen im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau von über 4800 Mrd. $ angeschwollen. Das entspricht etwa einem Drittel der US-Wirtschaftsleistung.

Von einer Fusion spricht man, wenn sich zwei oder mehrere Unternehmen zu einem einzigen zusammenschließen. Damit ein Unternehmen nicht zu viel Marktmacht anhäuft, werden die Vorhaben von Wettbewerbsbehörden überwacht, in Deutschland durch das Bundeskartellamt.

Bei Übernahmen hingegen kauft sich ein Investor so stark in das Zielunternehmen ein, dass er es kontrollieren kann. Das kann dadurch geschehen, dass er die Mehrheit der Aktienanteile erwirbt. Seine rechtliche Eigenständigkeit muss der Übernahmekandidat dadurch nicht zwangsläufig aufgeben. Eine „feindliche Übernahme“ vollzieht sich gegen den Willen des Zielunternehmens, eine „freundliche Übernahme“ mit Unterstützung des Managements.

Die Motive für Fusionen und Übernahmen (englisch: Mergers & Acquisitions) sind vielfältig. Manche Unternehmen wollen mit den Deals neue Märkte erobern, andere sich wertvolle Technologien sichern, Standortvorteile erlangen oder lästige Konkurrenten beseitigen.

Doch die hohen Erwartungen werden oft enttäuscht. Studien zufolge scheitern mehr als die Hälfte der Fusionen und Übernahmen ganz oder führen nicht zum gewünschten Ziel. Als besonders knifflig erweist sich, unterschiedliche Unternehmenskulturen miteinander in Einklang zu bringen. Prallen etwa straffe auf flache Hierarchien, sind Konflikte vorprogrammiert.

Außerdem erwarten viele Mitarbeiter eher negative Folgen, fallen den Veränderungen doch häufig Stellen zum Opfer. Ohne gut vermittelte Strategie sind wichtige Mitarbeiter und Kunden aber schnell verschwunden.

Sagen Sie bei der nächsten Debatte über Firmenfusionen doch einfach, dass nicht ein gelungener Vertragsabschluss, sondern besonders die sozialen Fähigkeiten über den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden.

 

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: