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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Kaufen sie Regenschirme!

21. August 2008

Spare in den guten Zeiten, dann hast du in den schlechten. Das riet Stanfordprofessor Myron Scholes den Finanzinstitutionen, um sich vor zukünftigen Krisen zu schützen. Denn wer in sonnigen Zeiten am Regenschirm sparen würde, hätte eben in der Regenzeit den Schaden. Seine Regenschirmempfehlung für Finanzinstitutionen: Reserven bilden, das Risiko diversifizieren, Versicherungen kaufen.

Die Unternehmen hätten dann zwar in guten Zeiten weniger Geld zur Verfügung für andere Investitionen. Aber in Krisenzeiten sei es umso schwieriger an neues Geld zu kommen. Die Spekulanten, die sonst für Liquidität sorgten, seien nach einem Schock erstmal mit Rechnen beschäftigt.

Die ökonomischen Modelle gingen noch immer von konstanten Preisen aus und so müssten die Spekulanten erstmal die Modelle an die neuen Preise anpassen. Deshalb gebe es plötzlich kein neues Kapital von den Spekulanten mehr, während die kriselnden Finanzinstitutionen immer mehr neues Kapital nachfragen würden. „Finanzinstitutionen müssen Schocks einplanen“, forderte Myron Scholes.

Der Staat solle seine Hände lieber raus halten. Eine finanzielle Rettungsaktion würde nämlich einer der beiden Kapitalgebergruppen  schaden: den Aktionären. Die Kreditgeber, die andere Kapitalgebergruppe, würde sein Geld nun ganz sicher zurückbekommen, da das Unternehmen nicht pleite gehe.

Aber der Aktionär müsste mit ansehen, wie seine Aktie an der Börse rapide an Wert verliert. Der Staat würde also das Vermögen der Aktionäre zerstören. So habe die Aktie von JP Morgan Chase in den vergangenen zwölf Monaten 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Also, unbedingt Regenschirm kaufen. Dann steht das Unternehmen nicht im Regen und die zwei Kapitalgebergruppen bleiben friedlich. 

Die Vorträge lassen sich live im Internet verfolgen.

Von Charlotte Bartels

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