Startseite > Chefökonom > [Nobelpreisträgertreffen Lindau] Ideale führen zum Glück

[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Ideale führen zum Glück

22. August 2008

Die Menschen sind glücklich, wenn sie fühlen, dass sie ihrer Wunschvorstellung von sich entsprechen. Und sie sind unglücklich, wenn sie diese Wunschvorstellung ihrer selbst nicht erreichen. Diese Worte kommen nicht aus dem Mund eines Philosophen, sondern von George Akerlof, Nobelpreisträger der Volkswirtschaft im Jahr 2001.

Den Nobelpreis hatte der Professor der University of California allerdings mit Joseph Stiglitz und Michael Spence zu der Analyse von Märkten mit asymmetrischer Information gewonnen. 

Auf dem Nobelpreisträgertreffen in Lindau hielt er nun einen Vortrag über „Identität und Wirtschaft“. Darin kritisierte er die klassische Wirtschaftstheorie nach der die Menschen glücklicher sind, je mehr Einkommen sie haben, das ihnen wiederum einen höheren Konsum ermöglicht. Aber diese Theorien blendeten die menschlichen Ideale aus, kritisierte Akerlof. Denn erst die Ideale verhelfen den Menschen zu ihrer Identität. Wer seine eigenen Ideale erreiche, sei ein glücklicher Mensch. 

Für diese Ideale gebe es Millionen Beispiele. Akerlof nannte folgende: Religion, Würde am Arbeitsplatz oder die Vorstellung eines Lehrers vom perfekten Lehrer. Doch gerade den Lehrern werde es schwer gemacht, ihre Wunschvorstellung eines idealen Lehrers zu erreichen. Denn die Schüler eiferten viel mehr den Idealen der „Coolen“ – also der leading group – nach als den Idealen des Lehrers. 

In Zukunft sollten die Wirtschaftswissenschaftler die Ideale in ihre Nutzenfunktionen einbauen, forderte Akerlof. Je näher der Mensch im Zustand e seinem idealen Zustand e* sei, desto glücklicher sollte er nach dem Modell sein.

Von Charlotte Bartels

Schlagwörter: ,
%d Bloggern gefällt das: