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Die Arbeit in Plön hat begonnen

4. September 2008

Die ersten parallelen Panel-Sitzungen auf dem Global Economic Symposium in Plön sind gerade gelaufen. Hier ein kurzer Einblick in die Sitzung „Energie versus Klimawandel“.
Einig sind sich die Experten auf dem Podium, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist. Für die Existenz des Treibhauseffektes gebe es ausreichend wissenschaftliche Belege. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Einig sind die Experten auch, dass die Menschheit bereits über die notwendigen Technologien verfügt, um den Ausstoß von Kohlendioxid massiv zu reduzieren. Doch sie streiten, ob dabei verstärkt auf Energieeffizienz gesetzt werden soll oder auf erneuerbare Energien, vor allem Solarenergie. „Nur 0,2 Prozent der Wüstengebiete könnten die gesamte Welt mit Energie versorgen“, sagt ein Wissenschaftler. Die Ausführungen, welche institutionellen Änderungen notwendig sind, um den Wandel voranzutreiben, bleiben vage. Dafür plädieren sie für mehr staatliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, vor allem aber von privater Seite. Der Finanzbedarf sei für die öffentliche Hand allein zu hoch. Ein Beispiel: Um bis zum Jahr 2050 rund 15 Prozent des Energiebedarfs in Europa durch Sonnenenergie zu decken, die in nordafrikanischen Kraftwerken erzeugt wird, sind Investitionen von etwa 400 Mrd. € notwendig. Bemerkenswert, dass kein Experte für die Nutzung oder gar den Ausbau von Atomenergie plädierte. Auf Nachfrage aus dem Publikum begründete ein Experte dies so: Die Technologie sei nicht sicher genug, und für die Entsorgung des radioaktiven Mülls gebe es keine befriedigende Lösung.
Fünf Minuten nach Beginn der Sitzung betrat Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, den Saal und verfolgte das Panel bis zum Schluss.

Von Ulrike Heike Müller

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