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Aufsteiger-Check: Chinas Außenhandel im Januar kollabiert

17. Februar 2009

Der chinesische Außenhandel ist im Januar drastisch eingebrochen. Das Volumen des gesamten Außenhandels ging um 29 Prozent zurück. Die Importe sind praktisch kollabiert. Das verheißt nichts Gutes, speziell für die asiatischen Nachbarländer wie Japan.

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Die Exporte fielen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,5 Prozent. Die Importe haben sich nahezu halbiert – sie sanken auf 43,1 Prozent. Der massive Rückgang zieht sich dabei durch sämtliche Branchen.

Ein Teil dieses Rückgangs kann dem chinesischen Neujahrsfest zugeschrieben werden, während dessen die Produktion für eine Woche ruht. 2009 fiel das Fest in den Januar statt wie im Vorjahr in den Februar. In diesem Jahr hatten einige Firmen wegen des massiven Nachfragerückgangs die Betriebsferien deutlich verlängert, was nun in den Exportzahlen zu sehen ist.

Der Einbruch der Einfuhren lässt Rückschlüsse auf die Situation im gesamten ostasiatischen Raum zu. Chinas wichtigste Importpartner sind Japan (14 Prozent), Süd Korea (10,9 Prozent), Taiwan (10,5 Prozent). Erst dann folgen die USA, Chinas wichtigste Exportdestination, mit 7,3 Prozent und Deutschland mit 4,7 Prozent.

Der Importeinbruch im Januar trifft alle drei großen ostasiatischen Handelspartner hart. Der Rückgang chinesischer Importe aus Südkorea betrug Minus 46,4 Prozent, der von Einfuhren aus Japan Minus 43,5%. Beide Länder hatten bereits im vierten Quartal massive Wachstumseinbrüche zu beklagen. Die neuen chinesischen Außenhandelszahlen lassen nun Böses für den Jahresanfang erwarten. Am dramatischsten war jedoch der Einbruch bei den Importen aus Taiwan: Hier gab es einen Rückgang um Minus 58 Prozent! Auch die Einfuhren aus den ASEAN-Staaten halbierten sich mit Minus 49,7 Prozent. Am heftigsten war der Rückgang bei den Importen aus den Philippinen, die um 71,3 Prozent zurück gingen. Hier handelt es sich vor allem elektronische Bauelemente. Das bedeutet der Produktionsrückgang in China dürfte massiv sein.em zu einem geführt haterpufft, ab es „aus um zu. ie bis dahin keine Antwo

Verglichen damit kamen deutsche Exporteure sogar noch relativ glimpflich davon: Hier gab es „nur“ einen Einbruch um 16,1 Prozent. Die US-Ausfuhren nach China traf es da schon härter mit einem Einbruch von 29,9 Prozent.

Kurzum: Die Zahlen malen ein düsteres Bild der aktuellen Verfassung des Welthandels. Schließlich ist China einer der zentralen Dreh- und Angelpunkte der Weltwirtschaft. Stehen hier die Containerkräne still, tun sie es auch in vielen anderen Ländern. Speziell für Ostasien sieht das nach einem katastrophalen Start ins neue Jahr aus. Doch auch für den Rest der Welt gilt: Die Hoffnung, dass China die Weltwirtschaft aus der Krise reißt, ist erst einmal verpufft, jegliche Entkopplungstheorien vorerst ins Reich der Märchen verbannt. Stattdessen zeigt die aktuelle Krise, wie abhängig das an Binnennachfrage schwache China vom Rest der Welt ist. 

An dieser Stelle analysieren wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in einem der großen Schwellenländer: China, Indien, Russland und Brasilien. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Entwicklung der Wachstumsmärkte wissen müssen. Nächste Woche: Russland 

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