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Wirtschaftsdienst exklusiv: Wachstum – ja, aber welches?

13. Dezember 2009

Wachstum ist nicht alles, es gibt sogar wichtigere Dinge, sagen selbst Ökonomen. Aber was, wenn das Wachstum ausbleibt? Die jüngste Krise hat die Debatte um das Wachstum und seine Messung wieder aufleben lassen. Bester Beleg dafür ist der im September vorgelegte Bericht der Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission.

Genau dann, wenn das Wachstum am dringendsten zu sein scheint, häufen sich die Stimmen, die es für verzichtbar halten. Macht sich Deutschland trotz fast fünf Prozent Minus dieses Jahr nicht doch ganz gut? Es geht ja offenbar auch ganz gut ohne. Auch der neue Bundesumweltminister stimmt in den Chor ein – mit einer nicht ganz neuen Wortkombination: Die „Fixierung auf quantitatives Wachstum“ müsse aufgeben werden, sagte er kürzlich. Das Thema hat wieder höchste Talkshow-Präsenz. 

Die vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ins Leben gerufene Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission hat im September dazu einen dicken Bericht vorgelegt. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ gehen Experten der Frage nach, was sich daraus machen lässt.

Albert Braakmann aus dem Statistischen Bundesamt listet auf, welche Vorschläge davon realistisch sind, und welche nicht. Seine Übersicht zeigt: Viele Kritikpunkte sind längst bekannt, etwa die Forderung, nicht-entgeltliche, familiäre Haushaltsleistungen irgendwie zu berücksichtigen: Aber es hapert an der Datenlage: Wenn es überhaupt Daten gibt, dann selten in der notwendigen Frequenz, also quartalsweise.

Inflationsexperte Wolfgang Brachinger von der Uni Fribourg verweist darauf, dass die Menschen zunehmend Vertrauen in die offiziellen Statistiken verlieren. „People feel distanced from statistical information“, habe auch die EU-Kommission erkannt.

Viel Hoffnungen richten sich derzeit auf die noch relativ neue Glücksforschung. Gert Wagner, Vorsitzender des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten, warnt allerdings trotz Wohlwollen davor, diese Forschung unmittelbar in politische Entscheidungen münden zu lassen. Immerhin sei der Wettbewerb um statistische Datenerhebung enorm wichtig.

Auch hier also mehr Vielfalt, bitte schön.

Den gesamten Text dieses Zeitgesprächs lesen Sie hier. Und hier geht es zur Zeitschrift Wirtschaftsdienst.

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