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Wirtschaftsdienst exklusiv – Auswirkungen der EU-Erweiterung auf die deutsche Bauwirtschaft

14. April 2011

Mit dem Beitritt acht ehemaliger Ostblockstaaten zur Europäischen Union 2004 fürchtete die deutsche Bauindustrie um ihre Existenz: Durch Lohndumping  und Verdrängung würde die Konkurrenz aus Osteuropa zur Gefahr, so die weitläufige Annahme. Zum 1. Mai 2011 endet nun die eigens errichtete und zweimal verlängerte „Übergangsfrist zum Schutz der nationalen Arbeitsmärkte“. Der Unternehmens- und Personalberater Dr. Richard Reuter untersucht, ob deutsche Baufirmen sich jetzt Sorgen machen müssen.

Als 1992 der Europäische Binnenmarkt geschaffen wurde, erhielten alle Bewohner der damals zwölf Mitgliedstaaten umfassende wirtschaftliche Freiheiten. Dazu gehörte auch die uneingeschränkte Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Mit der Osterweiterung der mittlerweile umbenannten Europäischen Union im Mai 2004 erhöhte sich die Zahl der Mitgliedsstaaten auf nunmehr 25. Grund genug für Deutschland sich um das Überleben des heimischen Baugewerbes zu sorgen – und Schranken für die Erwerbs- und Dienstleistungsfreiheit für Bürger der neuen EU-Mitglieder zu erlassen. Reuter belegt, wie über einen Zeitraum von sieben Jahren Arbeitsgenehmigungen und Entsende-Kontingente die Zuwanderung aus dem Osten begrenzen sollten. Er führt weiterhin aus, dass Deutschland mit dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz bereits zuvor einen Mindestlohn in seiner Bau-Branche etabliert hätte, der einen Preiswettbewerb durch ausländische Wettbewerber bis heute unterbinde.

Andere Staaten wie das Vereinigte Königreich, Schweden und Irland gewährten den neuen EU-Mitgliedern von 2004 an einen vorbehaltlosen Marktzugang.  Die Flut von billigen Arbeitskräften aus Osteuropa in die dortige Bauwirtschaft, wie sie gerade die Deutschen befürchtet hatten, blieb jedoch aus. Übermäßige Migrationsbewegungen nach Wegfall der Übergangsfrist nächsten Monat scheinen für Reuter daher ziemlich unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Dank fortwährender Spezialisierung und regionaler Verankerung brauche sich die deutsche Bauwirtschaft im europäischen Vergleich nicht zu verstecken – und sollte die Potentiale Osteuropas nicht außer acht lassen.

Den Text finden Sie hier.

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